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Cottbus Mittwoch, 18 Dezember 2019 von Redaktion

Weiterhin angespannte Lage. Geringe Wassereinleitung in den Cottbuser Ostsee

Weiterhin angespannte Lage. Geringe Wassereinleitung in den Cottbuser Ostsee

Seit heute darf wieder Wasser in den Cottbuser Ostsee fließen. Die zuständigen Fachbehörden der Länder Sachsen, Brandenburg und Berlin haben entschieden, dass mit 0,5 Kubikmetern (500 Liter) pro Sekunde, das entspricht etwa 43.300 Kubikmeter pro Tag um die Böschungen zu stabbilisieren. Zum elften Mal in diesem Jahr hatte die länderübergreifende Arbeitsgruppe „Extremsituation“ die gegenwärtigen Abflussverhältnisse in den Einzugsgebieten von Spree und Schwarzer Elster als Folge der extremen Trockenheit bewertet.

Mit den kühleren Witterungsbedingungen reduzierten sich zwar die Verdunstungsverluste, es fehlt jedoch weiter der Regen. Im Spreegebiet unterhalb der Talsperre Spremberg kann wieder die normale Flussbewirtschaftung durchgeführt werden. Dies ermöglicht auch, dass nun – je nach verfügbarem Wasserdargebot – über Wasserabgaben in den Cottbusser Ostsee entschieden wird. Allerdings lassen die mangelnden Niederschläge derzeit nur geringfügige Mengen zu.  Nachdem am vergangenen Wochenende die Talsperre Spremberg auf ihr Winterstauziel angehoben werden konnte, steht ab dieser Woche die bisher zur Talsperrenaufhöhung zurück gehaltene Wassermenge von einem Kubikmeter pro Sekunde wieder für den Spreeunterlauf zur Verfügung, da sich die Abflussverhältnisse im Unterlauf bis nach Berlin hinein deutlich verbessert haben.

Die zuständigen Fachbehörden der Länder Sachsen, Brandenburg und Berlin haben deshalb entscheiden können, dass von dem nunmehr zur Verfügung stehenden einem Kubikmeter pro Sekunde je zur Hälfte der Cottbuser Ostsee und der Spreeunterlauf profitieren können. Diese Regelung gilt zunächst bis zur 2. Januarwoche 2020. 

Im April 2019 wurde die Flutung des Cottbuser Ostsees offiziell begonnen, zwei Wochen später musste der Zufluss aufgrund der aufkommenden Trockenheit bis heute unterbrochen werden. Maximal können 5.000 Liter pro Sekunde über das Einlaufbauwerk in den ehemaligen Braunkohletagebau geleitet werden. 

 

Spree

Die kühleren Witterungsbedingungen führten zuletzt in der Spree am Unterpegel Leibsch zu einem Abfluss zwischen 6 und 7 Kubikmeter pro Sekunde. Damit liegt der Abfluss immer noch deutlich unter dem mittleren Abfluss für den Monat Dezember von 17,2 Kubikmetern pro Sekunde. Da die Talsperre Spremberg das Winterstauziel von 91,80 Meter NHN (Normalhöhennull) in den letzten Tagen erreicht hat und die Mindestabflüsse im unteren Spreegebiet sicher eingehalten werden, greift wieder die normale Bewirtschaftung. In den Cottbuser Ostsee können daher aktuell 500 Liter pro Sekunde zur Stabilisierung der Böschungen eingeleitet werden. Im oberen Einzugsgebiet der Spree (Sachsen) wird die hydrologisch-meteorologische Situation prioritär für eine weitestgehende Wiederauffüllung der Talsperren und Bergbauspeicher genutzt. 

Schwarze Elster

An der Schwarzen Elster ist die Lage unverändert angespannt. Die Schwarze Elster führt zwar wieder auf einem sehr niedrigen Niveau durchgehend Wasser, mit den ausbleibenden Niederschlägen fehlen jedoch die Reserven zur Stützung. Unterhalb von Senftenberg am Pegel Biehlen 1 beträgt der Abfluss etwa 0,7 Kubikmeter pro Sekunde. Der mittlere Abfluss für diesen Pegel liegt im November normalerweise bei rund 2,94 Kubikmetern pro Sekunde. Der Abfluss am Pegel Biehlen 1 wird im Wesentlichen mit Wasser aus der Grubenwasserreinigungsanlage Rainitza gestützt. Der Wasserstand im Speicher Niemtsch stagniert aktuell bei 98,46 Metern NHN. Der See ist zurzeit aufgrund von Sanierungsarbeiten für jegliche Nutzung gesperrt. Für die Durchführung der bis zum 31. März 2020 anstehenden Sanierungsarbeiten ist im See ein Wasserstand von 98,50 Metern NHN erforderlich, worauf vorrangig alle Bewirtschaftungsmaßnahmen ausgerichtet sind.

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