Cottbus Mittwoch, 09 Oktober 2019 von Redaktion

Filmfestival Cottbus: 30 Jahre nach dem Runden Tisch

Filmfestival Cottbus: 30 Jahre nach dem Runden Tisch

Anlässlich des 30. Jahrestages des Mauerfalls spürt das 29. FilmFestival Cottbus (5. – 10. November 2019) in der Sektion BLEIBT ALLES ANDERS? dem Filmschaffen der 1990er-Jahre in (Ost-)Deutschland, der Slowakei und Tschechien nach. Sieben Filme, zwischen 1990 und 2019 produziert, reflektieren aus unterschiedlichen Perspektiven soziale, kulturelle und ganz persönliche Entwicklungen. „BLEIBT ALLES ANDERS? erzählt die Geschichten von Menschen und ergründet Identitätsfragen, die heute neu verhandelt werden müssen“, sagt Cornelia Reichel, Kuratorin der Filmreihe. „Die Erfolge rechtspopulistischer Parteien und ein allgemeines Protestverhalten stellen gerade in Ostdeutschland eine immer größere Herausforderung für die liberale Demokratie dar.“

Michael Erlers RUNDE TISCHE – DIE GREMIEN DER FRIEDLICHEN REVOLUTION feiert seine Weltpremiere in Cottbus. Der Film ruft ein einzigartiges politisches Experiment in Erinnerung: Nach dem Ende der DDR kamen Bürgerrechtler, Politiker, Theologen und Oppositionelle am sogenannten Runden Tisch zusammen, um den gesellschaftlichen Wandel zu moderieren. Damals beteiligte Akteure wie Rainer Eppelmann, Wolfgang Tiefensee und Gregor Gysi reflektieren ihre Erfahrungen.

Eine Art Rahmen der Reihe bilden ALLES ANDERE ZEIGT DIE ZEIT von Andreas Voigt und Florian Kunerts FORTSCHRITT IM TAL DER AHNUNGSLOSEN. Voigt, in der DDR sozialisierter DEFA-Dokumentarfilmer, wertet im Stile eines Chronisten eigene filmische Beobachtungen der Nachwendedekade neu aus. Kunert, 1989 geboren und in der sächsischen Schweiz aufgewachsen, entführt mit seinem experimentellen Dokumentarfilm in eine faszinierende Welt von Nostalgie, Gastfreundschaft, Ahnungslosigkeit und fehlendem Fortschritt. 
Beide Werke zeigt das FFC zum Auftakt der Sektion BLEIBT ALLES ANDERS? am 6. November nacheinander im Glad-House. Im Anschluss diskutieren die beiden ostdeutschen Dokumentaristen Kunert und Voigt im neuen Gesprächsformat Slow Talk (20.30 Uhr) über ostdeutsche Mentalitäten und Lebensläufe aus ihren unterschiedlichen Perspektiven. 

Nach dem FilmFestival Cottbus wird die Reihe BLEIBT ALLES ANDERS? mit weiteren Filmvorführungen im November und Dezember in Bochum, Hattingen, Dresden und Regensburg fortgesetzt. 

29. FFC – Terminhinweise:

Slow Talk zu „Perspektiven Ostdeutschland“ 
Mi 06.11. 20:30 Uhr im Glad-House 
Mit Florian Kunert und Andreas Voigt. Moderation: Cornelia Reichel

Slow Talk zu „30 Jahre später: Der Runde Tisch (oder Vom kurzen Weg einer demokratischen DDR-Verfassung zur Wiedervereinigung)“ 
Sa 09.11. 15:45 Uhr im Glad-House 
Ein moderiertes Gespräch mit Protagonisten des Dokumentarfilms RUNDE TISCHE – DIE GREMIEN DER FRIEDLICHEN REVOLUTION (Michel Erler, Deutschland 2019) sowie Zeitzeugen 

Über das FilmFestival Cottbus 

Das 29. FilmFestival Cottbus findet vom 5. bis 10. November 2019 statt. In vier Wettbewerben und elf weiteren Sektionen zeigt das FFC über 200 Filme, die um ein Preisgeld von mehr als 75.000 Euro und die begehrte Preisskulptur LUBINA (sorbisch: die Liebreizende) konkurrieren. 
Über 22.000 Zuschauer besuchten 2018 das Festival des osteuropäischen Films in Cottbus. Maßgeblich unterstützt wird das 29. FilmFestival Cottbus vom Land Brandenburg, der Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH, der Stadt Cottbus, dem Auswärtigen Amt und dem Creative Europe-Programm der Europäischen Union.
 
pm/red

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