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Cottbus Samstag, 11 Juli 2015 von Redaktion

Wenn Mädchen Fußball spielen und Jungs Ballett tanzen

Wenn Mädchen Fußball spielen und Jungs Ballett tanzen

Die Woche vom 6. bis 11. Juli steht in Cottbus ganz unter dem Zeichen der Regenbogenfahne. Überall in der Stadt kann man die bunte Fahne wehen sehen. Firmen, Organisationen und Bürger der Stadt zeigen ihre Solidarität. Es ist geht um gegenseitigen Respekt und Toleranz.

Auch das Fanprojekt Cottbus beteiligt sich an der Aktionswoche. Im Jugend- und Fantreff „Kickerstube“ in der Mauerstraße hängt seit Montag demonstrativ die Regenbogenflagge im Schaufenster. Das sozialpädagogische Team hat zudem Schulklassen eingeladen in der letzten Woche vor den Sommerferien sich den Film „Billy Elliot – I will dance“ gemeinsam in den Vormittagsstunden anzuschauen. Drei Klassen der siebten und neunten Jahrgangsstufe nahmen die Gelegenheit wahr.

Der 11-jährige Junge Billy Elliot entdeckt seine Freude am Tanzen und entscheidet sich entgegen den väterlichen Erwartungen für das Ballett und gegen den Boxunterricht. Billy muss sich nicht nur gegenüber seiner Familie behaupten, sondern muss zugleich gegen das stetige Vorurteil ankämpfen, Ballett sei nichts für Jungen. „Nur weil ich Ballett tanze, bin ich doch nicht schwul“, bringt es Billy in einer Szene auf den Punkt.

Das Thema Homophobie und Geschlechteridentität schneidet die Handlung neben der Selbstverwirklichung von der großen Tänzerkarriere mehrfach an. Im Gespräch mit den Schüler und Schülerinnen der Paul-Werner und Sachsendorfer Oberschule reflektiert Martin Bock vom Fanprojekt das Gesehene. Mehrere Teilnehmer schildern unter anderem ihre persönlichen Erfahrungen, wie sie die Rolle als Außenseiter in einem zunächst untypischen Hobby oder Sport wahrgenommen haben. Noch immer sei es ungewöhnlich, wenn ein Mädchen lieber Fußball spielen möchte oder ein Junge zum Tanzunterricht geht. Oft leiden die betroffenen Jugendlichen unter der mangelnden Akzeptanz ihrer Freunde.

Michael Ziltz schaltet sich mit als einer der Botschafter des CSD Cottbus in das Gespräch ein. Einer der anwesenden Schüler fragt ihn, wodurch sich eine tolerantere und offenere Gesellschaft gegenüber Lesben, Schwulen, Bi. Inter* und Trans* auszeichnet. „Unser Engagement kommt dann dem Ziel näher, wenn niemand mehr das Gefühl haben muss, sich auf Grund seiner sexuellen Orientierung und Identität verstecken zu müssen!“

Der Jugendhilfe Cottbus e.V., Träger des Fanprojektes, beteiligt sich bereits zum dritten Mal infolge an der CSD-Aktionswoche mit dem Vormittagsangebot für Schulklassen. Initiator der Aktionswoche ist der CSD Cottbus e.V..

Quelle und Foto: Jugendhilfe Cottbus e.V.

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