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Cottbus Donnerstag, 19 März 2009 von Helmut Fleischhauer

"Erkundung geologischer Formationen zur CO2-Speicherung in Ostbrandenburg geplant" - Vattenfall kooperiert mit starken Partnern aus Erdöl- und Erdgasindustrie

"Erkundung geologischer Formationen zur CO2-Speicherung in Ostbrandenburg geplant" - Vattenfall kooperiert mit starken Partnern aus Erdöl- und Erdgasindustrie

Vattenfall plant die Erkundung unterirdischer Gesteinsformationen in Brandenburg auf ihre Eignung zur dauerhaft sicheren Speicherung von Kohlendioxid. Dies gab das Unternehmen gemeinsam mit den beiden Projektpartnern Verbundnetz Gas AG Leipzig (VNG) und Schlumberger Carbon Services (SCS) heute in Potsdam bekannt. Die Kooperationspartner haben die Erkundungsanträge für das Vorhaben bei der zuständigen Behörde, dem Landesamt für Bergbau und Geologie in Cottbus eingereicht. Dieses wird in einem nächsten Schritt die Träger öffentlicher Belange in das Genehmigungsverfahren mit einbeziehen.
Die zu erkundenden geologischen Strukturen befinden sich im tiefen Untergrund der Regionen um Beeskow (Landkreis Oder-Spree) und Neutrebbin (Landkreis Märkisch-Oderland). Bei den zu untersuchenden Formationen handelt es sich um Salzwasser führende Gesteinsschichten 1.200 bis 1.600 Meter tief unter der Erdoberfläche. Über diesen so genannten salinen Aquiferen liegen bis zu 600 Meter mächtige, gasundurchlässige Schichten wie Salzstein oder Ton. Im Anschluss an das anstehende Genehmigungsverfahren könnte die seismische Untersuchung in den beiden Erkundungsgebieten beginnen.
Die gesamte Dauer der Voruntersuchungen wird voraussichtlich bis in 2011 hineinreichen. Die Aktivitäten sollen den abschließenden Nachweis erbringen, dass sich die Gesteinsformationen für die tiefengeologisch dauerhaft sichere Speicherung von Kohlendioxid eignen. Während der Erkundungsphase wird kein Kohlendioxid in die potenzielle Speicherstruktur eingespeist.
Saline Aquifere gelten nach Einschätzung der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover und wissenschaftlicher Institute wie dem Geoforschungszentrum Potsdam (GfZ) als besonders gut geeignet, große Mengen an Kohlendioxid dauerhaft sicher aufzunehmen. Dies ist erforderlich, um das klimaschädliche ansonsten jedoch ungiftige, unbrennbare und für das pflanzliche Wachstum unentbehrliche Gas am Entweichen in die Atmosphäre zu hindern, dauerhaft zu speichern und so dem prognostizierten Klimawandel der kommenden Jahrzehnte entgegenzuwirken.
Seit Mitte 2008 wird das Treibhausgas im Rahmen des internationalen Forschungsprojektes CO2SINK im brandenburgischen Ketzin bei Potsdam erfolgreich in eine vergleichbare Gesteinsformation eingebracht. Im „Sleipner Field“ tief unter der norwegischen Nordsee wurden im vergangenen Jahrzehnt mehr als elf Millionen Tonnen CO2 eingespeist, ohne dass es zu einem nachträglichen Austritt kam. Unter der algerischen Wüste „In Salah“ wird Kohlendioxid ebenfalls seit mehreren Jahren dauerhaft sicher in salinen Aquiferen gespeichert Überdies werden diese Formationen als nachweislich dichte Zwischenspeicher für Erdgas genutzt – überall auf der Welt, konkret auch in Brandenburg.
Reinhardt Hassa, Vorstandsvorsitzender von Vattenfall Europe Mining & Generation zum geplanten Erkundungsvorhaben (Foto 1, links im Bild): „Vattenfall hat das Ziel, bis 2050 klimaneutral Strom und Wärme zu erzeugen. Der Entwicklung der CO2-Abscheidung und -Speicherung kommt hierbei eine Schlüsselrolle zu. Der Betrieb der weltweit ersten Pilotanlage für ein Braunkohlenkraftwerk mit CO2-Abscheidung am Standort Schwarze Pumpe, die Planungen für ein Demonstrationskraftwerk in Jänschwalde bis 2015 und die jetzt beantragten Erkundungen zur CO2-Speicherung machen Brandenburg zum Innovationsmotor für den Klimaschutz.“
Bruce Cassell, Leiter des Projektes bei Schlumberger Carbon Services, erklärt: “Die Abscheidung und die sichere Speicherung von Kohlendioxid ist wahrscheinlich einer der wichtigsten Beiträge zum globalen Klimaschutz. Schlumberger ist der führende Anbieter für Technologien und Dienstleistungen zur Lagerstättenerkundung und -charakterisierung. Wir sind überzeugt, dass wir durch das Mitwirken an nahezu jedem Projekt weltweit im Bereich der CO2-Speicherung gewonnen haben, wertvolles Fachwissen in das Erkundungsprojekt in Brandenburg einbringen werden. Und wir freuen uns darauf, dieses Vorhaben gemeinsam mit Vattenfall und der Verbundnetz Gas AG zum Erfolg zu bringen.“
Dr. Gerhard Holtmeier, Vorstand Gasverkauf / Technik bei VNG: „Die VNG setzt sich für umweltschonende Technologien ein. Wir sehen die Technologie der Speicherung von CO2 als einen wesentlichen Baustein für eine künftige, CO2-freie Energieerzeugung. VNG verfügt über jahrzehntelange Erfahrungen im Transportieren und Speichern von Gas sowie im Errichten und Betreiben von Hochdruckleitungen und unterirdischen Gasspeichern. Dieses Know-how bringen wir in das CCS-Projekt ein.“
Quelle: Vattenfall Europe AG
Fotos: Archivbilder

Foto: Modelle der CCS Testanlage in Schwarze Pumpe

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