Vom 15. bis 26. Juli 2013 fand am Moskauer Energetischen Institut (MEI) – Nationale Exzellenzuniversität Russlands – die nunmehr neunte Internationale Sommerschule für Studenten gasfachlicher und energetischer Studienrichtungen statt. Die Teilnehmer kamen aus Deutschland, China und Russland – von der BTU Cottbus-Senftenberg, der FH Erfurt, der Tongji-Universität Shanghai, dem Moskauer Energetischen Institut und der Staatlichen Universität Rostow-am-Don.
In vier international gemischten Arbeitsgruppen lösten sie eine technische Aufgabe, wobei in jeder Gruppe ein Student jeder teilnehmenden Hochschule vertreten war. So wurde aus Deutsch, Russisch und Chinesisch eine gemeinsame Arbeitssprache kreiert. Alle Gruppen hatten die Aufgabe, ein Konzept zur Energieeinsparung einer Moskauer Schule, gebaut nach Typprojekt V-76, zu entwickeln. Dazu wurden den Studenten vorbereitend Vorlesungen über thermodynamische Grundlagen, Wirkungsweise und Aufbau von Wärmepumpen sowie ihre Einbindung in Anlagen zur Erzeugung von Kälte und Wärme von profilierten Professoren des Moskauer Energetischen Instituts gelesen. Die Theorie wurde praktische ergänzt durch einen Besuch der Außenstelle Moskau des Unternehmens Buderus, die solche Anlagen baut und vertreibt. Dabei konnten sich die Arbeitsgruppen vom praktischen Einsatz solcher Systeme ein Bild machen und technische sowie ökonomische Daten für ihr Projekt holen.
Alle Gruppen entwickelten in intensiver Arbeit technische Konzepte mit unterschiedlichen Lösungsansätzen. Das Resümee der Projekte: Technisch ist es durchaus möglich, Energie zum Heizen, Lüften und zur Warmwasserbereitung in den Schulen einzusparen, aber die Preisschere zwischen Fernwärme und Strom in Russland lässt solche Projekte mit Amortisationszeiten zwischen 15 und 30 Jahren nicht wirtschaftlich sein. Der Charme der Lösungen, wie flexible Betriebsführung, CO2-Einsparung ist aber kein wirtschaftlich attraktives Kriterium, bei dem Kapital interessiert werden könnte.
Trotz unterschiedlicher Sprachen und Hochschulausrichtung gelang es den Teilnehmern sehr schnell, sich zu wirksamen Arbeitsgruppen zusammenzufinden und Projekte mit kluger Arbeitsteilung erfolgreich zu bearbeiten.Hannes Korn, Student aus der Fakultät für Bauen der BTU am Standort Cottbus-Sachsendorf und Gruppenleiter in Moskau, brachte es auf den Punkt: „Es war für mich verblüffend zu erleben, dass sich in kurzer Zeit Studenten verschiedener Länder so schnell zum gemeinsamen Arbeiten zusammenfinden können, wobei auch die Diskussionen, Berichte und persönlichen Ansichten der Studenten unterschiedlicher Länder über ihren Alltag meine Lebenserfahrung bereichert haben“.
Die X. Internationale Sommerschule für Studenten gasfachlicher und energetischer Studienrichtungen wird im August/September 2014 in Shanghai ausgerichtet, und Studierende der BTU Cottbus-Senftenberg werden daran teilnehmen.
Hintergrund:
Die seit 2005 jährlich stattfindenden Internationalen Sommerschulen für Studenten gasfachlicher und energetischer Studienrichtungen wurden von deutschen und russischen Hochschullehrern initiiert. Diese wirken auf wissenschaftlichem Gebiet schon seit den 80er Jahren zusammen und dehnen diese Zusammenarbeit auf die Studierenden aus. Die vier Hochschullehrer vertreten als Ingenieurwissenschaftler ein Fächerspektrum der Energie- und Gaswirtschaft an der Fachhochschule Erfurt, der BTU Cottbus – Senftenberg (Standort Cottbus-Sachsendorf, ehemals Hochschule Lausitz), dem Moskauer Energetischen Institut (TU) und der Staatlichen Bauuniversität Rostow am Don. Seit 2008 nimmt auch die Tongji-Universität Shanghai mit dem deutschsprachigen Studiengang Versorgungstechnik der Chinesisch-Deutschen Hochschule für Angewandte Wissenschaften als fünfter Partner teil.Turnusmäßig war die damalige Hochschule Lausitz zuletzt 2012 Gastgeberin einer Internationalen Sommerschule in Cottbus.Jede teilnehmende Hochschule entsendet drei Studenten, die gastgebende Hochschule vier Studenten, die Arbeitsgruppen bilden. Diese bekommen eine überschaubare praktische Aufgabe gestellt, die sie mit Ingenieurmitteln konzeptionell zu lösen haben.
Bildunterschrift:
Die Teilnehmer der Internationalen Sommerschule verabschiedeten sich für ein Jahr/Reihe 1 (4.-7.v.li.): Prof. Heymer, BTU; Prof. Dragunov, Prorektor für Wissenschaft des MEI; Prof. Rogalev, Rektor des MEI, Prof. Zamolotchev Prorektor für Internationales. Foto: Gabriele Heymer







