Brandenburg Sonntag, 28 April 2019 von Anna Rose

Annas Gedankenwelt: Sechs setzen!

Annas Gedankenwelt: Sechs setzen!

Heutzutage Lehrer sein ist nicht leicht! Denken sich wahrscheinlich viele Pädagogen. Aber heuzutage Schüler sein ist noch viel schwerer! Das sagen Schüler und Eltern, zumindest mit denen ich ins Gespräch komme.

Eine große Problematik ist, dass viele Lehrer denken, sie müssten zeigen, wer im Klassenzimmer der Chef ist. Keine Frage, das müssen sie auch, sonst tanzen ihnen die Schüler auf der Nase herum. Aber bitte, liebe Lehrer, doch nicht, indem ihr eure Schützlinge demütigt,beleidigt und vorführt. Habt ihr vergessen, wie eure Schulzeit vielleicht war? Der Beruf Lehrer ist Berufung und sollte mit Liebe und Hingabe ausgeführt werden. Ich bin mir durchaus dessen bewusst, dass es unsere Lehrkräfte heutzutage nicht leicht haben. Da wären zum einen die Lehrpläne. Die Anforderungen sind für viele Kinder und Jugendlichen viel zu hoch. Allen Kindern dabei gerecht zu werden, bedeutet auch Stress für die Lehrkraft. Denn nicht alle Kinder wurden mit einem überdurchschnittlichen IQ geboren. Da ist der Frust auf  beiden Seiten vorprogrammiert. Inklusion ist auch ein großes Thema. Lehrkäfte sind schlichtweg überfordert. Es fehlt an Geldern für Fortbildungen für inklusionswillige Lehrkräfte, und überhaupt mangelt es an Lehrkräften in unserem Land. Klassenstärken steigen an. Dabei sollen unsere Lehrer trotzdem jedem Schüler gerecht werden. Auch bei all dem Unmut, der sich auf Seitens der Lehrerschaft verständlicherweise breit macht, dürfen die Leittragenden nicht unsere Kinder sein.  Sie machen weder Lehrpläne , noch verweigern sie euch Gelder. Das einzige, was sie tun, ist hin und wieder mal über das Ziel hinauszuschießen und vom Ideal des perfekten Schülers abzuweichen. Vor  allem, wenn sie sich in der Pubertät befinden. Kaum, dass ein Kind mal aus der Art schlägt und rebellischer ist als der Idealschüler, wird er oft zur Zielscheibe der Lehrerschaft. Und wir alle wissen, was das meist bedeutet. Dieser Schüler hat buchstäblich den Stempel des unerzogenen Rebellen auf der Stirn. Ihm werden schlechtere Noten gegeben und erniedrigende Kommentare entgegengebracht. Aber keiner hinterfragt, was das Problem dieses Kindes ist. Dieses Kind erfährt oft nur noch demütigende Erlebnisse in seiner Schulzeit.Das frustriert und verunsichert dieses Kind nur noch mehr und es wird meist noch rebellischer. Kinder brauchen aber kein Gebrüll, Erniedrigung und Machtkämpfe, die sie so oder so verlieren. Der Lehrer sitzt nunmal am längeren Hebel. Ich würde mir sehr wünschen, dass Schüler und Lehrer wieder ein Stück aufeinander zugehen. Kinder sollten mehr gelobt werden, wenn sie Dinge richtig machen, das motiviert sie doch mehr als Kritik für Dinge , die mal nicht so gut laufen. Schüler sollen merken, dass sie ihren Lehrern vertrauen können. Also habt ein offenes Ohr für sie und hinterfragt die Situationen, die euch missfallen. Das sorgt ganz sicher wieder für ein harmonisches miteinander im Klassenzimmer. Und es heißt wieder eins mit Sternchen anstatt sechs, setzen!


Eure Anna Rose

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