Netzsicherheitsmanagement greift während Sturmtiefs Elon und Felix
Zahl der Eingriffe in 2014 weiter gestiegen
MITNETZ STROM musste die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien jüngst bei den Sturmtiefs Elon und Felix enorm drosseln. Insgesamt musste die Einspeisung 27 Mal heruntergefahren werden. Schwerpunkt war die Netzregion Brandenburg im Gebiet Jessen-Herzberg-Falkenberg. Am vergangenen Wochenende wurden zu Spitzenzeiten insgesamt 250 Megawatt abgestellt, um die Netzsicherheit zu gewährleisten. Dies entspricht dem Leistungsbedarf einer größeren Stadt wie beispielsweise Leipzig.
„Übersteigt die Einspeiseleistung den Verbrauch deutlich, kann das zu Netzüberlastungen führen. Mit dem Netzsicherheitsmanagement greifen wir in das Netz ein; fahren zunächst konventionelle Energieanlagen herunter, danach erneuerbare Energien wie Wind-, Photovoltaik- und Kraft-Wärmekopplungs-Anlagen. Damit stabilisieren wir das Netz“, so Dr. Adolf Schweer, Technischer Geschäftsführer der MITNETZ STROM.
Dass die Eingriffe in das Netz durch den Zubau erneuerbarer Energieanlagen deutlich ansteigen, zeigen die Zahlen des vergangenen Jahres. 2014 musste der enviaM-Netzbetreiber 274-mal in das Netz eingreifen. Dies entspricht einer Steigerung von 71 Prozent gegenüber dem Vorjahr (160-mal). Am häufigsten musste die Stromerzeugung in den Netzregionen Brandenburg (160-mal) und Sachsen-Anhalt (104-mal) heruntergefahren werden. Schwerpunkte waren die Regionen Jessen-Herzberg-Falkenberg, Ortrand-Bernsdorf und Aschersleben-Köthen-Bernburg-Dessau.
„Um eine ständige Überlastung zu vermeiden, muss sich der Ausbau der erneuerbaren Energien stärker nach dem Ausbau der Netze richten“, so Schweer weiter.
MITNETZ STROM arbeitet seit Jahren mit Hochdruck am Ausbau und der Verstärkung der Netze und Anlagen, um die bestehenden Netzengpässe zu beheben. „In 2014 konnten wir die erneuerte Hochspannungsleitung zwischen Falkenberg und Jessen in Betrieb nehmen. Auch 2015 werden sich unsere Aktivitäten auf den Raum Jessen konzentrieren. Unter anderem beginnen wir voraussichtlich mit dem Ersatz der Hochspannungsleitung in Richtung Elster und setzen den Bau der Hochspannungsschaltanlage für das neue Umspannwerk Jessen/Nord fort“, so Schweer weiter.
Um die Eingriffe zum Netzsicherheitsmanagement weiter zu reduzieren, wird außerdem ein Höchstspannungstransformator im Umspannwerk Ragow gewechselt. Darüber hinaus wird in 2015 mit dem Umbau der Hochspannungsschaltanlage im Umspannwerk Uckro begonnen, um zusätzliche Kapazitäten im Netz zu schaffen. Ein weiterer Engpass wird in Sachsen-Anhalt beseitigt, indem Teile der Hochspannungs-Doppelleitung von Marke in Richtung Bitterfeld zu einer Vierfachleitung ausgebaut werden.
Probleme bereiten MITNETZ STROM unverändert die langen Planungs- und Genehmigungszeiten. Zudem verzögern Bürgerproteste gegen den Netzausbau die Umsetzung zusätzlich.
Quelle: Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom mbH




