Ziel ist ein „Netzwerk für Patienten und nicht eins für Geschäftsführer“
Das Ärztenetz Südbrandenburg bleibt bestehen, führt den größten Teil seiner Einrichtungen weiter und arbeitet intensiv an einer auf das Patientenwohl fokussierten Neuaufstellung. Das sind die wichtigsten Botschaften der Vorstands- und Gesellschafterversammlung des Ärztenetzes Südbrandenburg vom 7. Januar 2015.
„Wir wollen wieder ein Netzwerk für Patienten und nicht eins für Geschäftsführer“, erklärt Dr. Erhard Kiesel für die Gesellschafter des Ärztenetzes. „Der Patient als Fokus aller Bemühungen war unter der ausgeschiedenen Geschäftsführung verloren gegangen“, so Kiesel für den Vorstand weiter. „Das wollen wir ändern.“ An diesem Ziel orientieren sich nun alle künftigen Aktionen des ANSB. Das Netzwerk wird sich in der nächsten Zeit auf die Konsolidierung von Kernbereichen und gestandenen Strukturen konzentrieren. Es hat bereits mit der Aufarbeitung seiner Vergangenheit begonnen und will damit verlorengegangene Transparenz und Vertrauen sowohl bei den Patienten als auch bei den Ärzten der Region wiederherstellen. Diesen Vertrauensverlust sieht der ANSB-Vorstand als Resultat eines in vielen Punkten nicht nachvollziehbaren Handelns der ausgeschiedenen Geschäftsführung sowie ehemaliger Gesellschafter.
Die ANSB GbR als tragendes Fundament des Netzwerks bleibt bestehen und wird sich in den nächsten Wochen konzeptionell neu aufstellen. „Wir betrachten den Bruch, der durch den Austritt von Ärzten aus dem Netzwerk entstand, als Chance für einen notwendigen Neuanfang“, so Dr. Kiesel. Wichtigstes Ziel der Arbeit der ANSB GbR noch vor möglichen Effizienzgewinnen ist künftig die Sicherung der medizinischen Versorgung im Landkreis. Hierzu wird das Netzwerk in den nächsten Wochen das Gespräch mit ausgeschiedenen Ärzten suchen, die sich nun möglicherweise wieder mit einem neu ausgerichteten ANSB identifizieren können. Die Zusammenarbeit mit dem Elbe-Elster Klinikum, die unter der ausgeschiedenen ANSB-Geschäftsführung unmöglich schien, soll verbessert werden. „Wir wollen keine Schützengrabenmentalität pflegen, sondern die vorhandenen regionalen Strukturen im Sinne der Patienten nutzen“, so Dr. Kiesel.
Auch die ANSB Consult GmbH bleibt bestehen. Entscheidungen der ausgeschiedenen Geschäftsführer werden derzeit rechtlich aufgearbeitet. Ziel ist es auch hier, die Gesellschaft zu konsolidieren und Transparenz herzustellen. „Erste Schritte dazu sind gemacht“, so Dr. Kiesel. Die Elsterwerdaer Tagespflege in der Berliner Straße wird durch die ANSB Consult GmbH weitergeführt, die bestehenden Versorgungsverträge weiter erfüllt. „Anderslautende Informationen sind falsch“, betont Dr. Kiesel.
Auch die ProMedPlus-Verträge mit der AOK und der Barmer GEK zu einer integrierten Versorgung der Patienten werden vom ANSB weitergeführt. „Diese Verträge sind gut und wichtig für unsere Region und die Patienten“, unterstreicht der ANSB-Vorstand. „Wir sehen uns hier weiter in einer guten Partnerschaft mit den Kassen.“
Die spezialisierte ambulante Palliativversorgung des ANSB, deren Ende in den Medien bereits verkündet worden war, ist in den vergangenen Wochen in großen Teilen durch das Engagement von Dr. Peter Rebhahn (Schönborn) aufrechterhalten worden. „Dafür ist ihm nicht genug zu danken“, so Dr. Erhard Kiesel. Der ANSB wird mittelfristig neue Palliativstrukturen aufbauen, um nicht versorgte Regionen im Landkreis abzudecken. „Dazu befinden wir uns derzeit in Gesprächen“, so Dr. Kiesel, der optimistisch ist, dass die Palliativversorgung des ANSB ohne Zäsur weiter geführt werden kann.
Die bisherige Palliativversorgung des ANSB war durch drei Ärzte ohne erkennbaren wichtigen Grund außerordentlich gekündigt worden. In diesem Zusammenhang ist zu fragen, welche Ethik hinter der anfänglichen Entscheidung stand, die Patienten von Dr. Rebhahn nur dann in die Palliativversorgung der neugegründeten Medis GmbH zu übernehmen, wenn dieser den ANSB verlässt, seine Vorstandsarbeit im ANSB einstellt und dann dem Palliativnetzwerk der Medis GmbH beitritt.
Einzig das Servicezentrum Gesundheit Südbrandenburg als noch sehr junges Geschäftsfeld des ANSB war in der Kürze der Zeit nicht zu stabilisieren. Der häusliche Pflegedienst des SGSB wird deswegen zum 31. Januar 2015 aufgegeben. Die Mitarbeiter erhalten sämtlich ein Angebot zur Fortführung der Beschäftigung. „Hier ist zu fragen, welche Perspektiven sich ehemaligen Mitarbeitern des ANSB bieten, die in den vergangenen Wochen – vermutlich gelockt durch Zusicherungen der Medis GmbH – überraschend gekündigt haben“, merkt der ANSB-Vorstand an.
Quelle: Ärztenetz Südbrandenburg ANSB




