MITNETZ STROM, ONTRAS Gastransport, ENSO NETZ und die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) haben die Studie „SoVieL: Sektorenkopplung – Vier Infrastrukturen, eine optimale Lösung?“ veröffentlicht. Bisher funktionieren die Infrastrukturen Gas, Strom, Verkehr und Wärme überwiegend voneinander getrennt. Ziel ist es, eine ganzheitliche und sektorenübergreifende Energiewende zu erreichen. Dies ist notwendig, um die zahlreichen Herausforderungen der Energiewende zu meistern.
Unter dieser Prämisse untersuchten die Unternehmen gemeinsam mit der BTU Cottbus-Senftenberg die Möglichkeiten und Potenziale der Sektorenkopplung innerhalb ihrer Geschäftsgebiete. Die Studie hat die aktuellen Power-to-X (PtX) Technologien analysiert und eine Optimierung der Einsatzmöglichkeiten durchgeführt. Die Ergebnisse der Studie SoVieL bestätigen die Aussagen des kürzlich veröffentlichten Zwischenfazits der dena-Leitstudie „Integrierte Energiewende“, welches unterstreicht, dass nur ein breiter Mix an Technologien zum Erfolg führt.
Im Mittelpunkt der Studie SoVieL zur Sektorenkopplung standen die PtX-Technologien, welche in der Fachwelt in Power-to-Mobility (PtM), Power-to-Gas (PtG) oder Power-to-Heat (PtH) unterteilt werden. Zunehmend emissionsfrei erzeugter Strom wird dabei in andere Energiesektoren umgewandelt und dort transportiert, gespeichert und genutzt. Diese Kopplung der Energiesektoren flexibilisiert das Energiesystem. Über intelligente Schnittstellen lassen sich so Synergieeffekte nutzen. Kosten für Netzausbau können dabei gespart und Treibhausgasemissionen in allen Energiesektoren vermindert werden.
Eine der vielversprechendsten und flexibelsten Technologien ist Power-to-Gas. Gas aus emissionsfrei erzeugtem Strom lässt sich sowohl in der bestehenden Erdgasinfrastruktur transportieren und speichern als auch in den Energiesektoren Verkehr und Wärme nutzbar machen. Dabei müssen sich die Kunden in ihrem Verhalten nicht umstellen. Sie können zum Beispiel weiterhin mit Gas heizen und ihr Auto schnell an der Tankstelle mit Gas betanken – im Gegensatz zu einem „All Electric“-Szenario, wo nur eine begrenzte Anzahl von Autos gleichzeitig schnell geladen werden kann.
Auf der Basis der SoVieL-versprechenden Ergebnisse werden die an der Studie beteiligten Partner ihre ersten Ideen weiterentwickeln. Ziel ist, für das Untersuchungsgebiet Brandenburg und Sachsen mit weiteren Partnern aus Industrie und Verkehr in 2018 ein gemeinsames Konzept zur praktischen Umsetzung zu erarbeiten.
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Foto: Symbolbild; C. Nöhren, www.pixelio.de




