Wie nach einem Bombentreffer sieht auf den ersten Blick die Großbaustelle Straße der Jugend im Bereich Breithaus in Cottbus gegenwärtig aus. Tatsächlich hatte dort im zweiten Weltkrieg eine Bombe die 1930 aus Gussrohren gebaute und bis zum heutigen Tag wichtigste Trinkwasserhauptleitung für Cottbus zerstört. Unter schwierigsten Bedingungen und mit großer Eile wurde sie 1945 repariert – mit einem damals gerade verfügbaren Rohrstück aus Stahl statt Grauguss und ohne Korrosionsschutz. Ab sofort also ein Schwachpunkt im Cottbuser Trinkwassernetz. Leider gingen solche Informationen über die Jahre verloren und so war es ein großes Glück, dass die Leitung bis heute hielt.
Denn erschreckend war, was nun bei der planmäßigen Neugestaltung des Trinkwasserknotens Breithaus ans Licht kam. Der alte Stahl-Leitungsabschnitt hatte nur noch eine Restwandstärke von weniger als 3 mm! Das hätte in wenigen Monaten zu einem Rohrschaden mit großem Wasseraustritt führen können. Die Folgen für die dann schon erneuerte Straße der Jugend wären verheerend gewesen. „So war für uns klar: Trotz aller zu erwartender Schwierigkeiten und Zusatzkosten muss dieser Leitungsabschnitt unbedingt erneuert werden“ erläutert der Technische Leiter der LWG Jonas Krause.
So wurde nach sorgfältiger Vorbereitung zunächst die Trinkwasserhauptleitung außer Betrieb genommen und am 16. September durch ein erfahrenes regionales Bauunternehmen das Stahl- gegen ein Gussstück ausgewechselt. Ein schwieriges Unterfangen, denn wegen der zahlreichen querenden Leitungen und Kabel war Millimeterarbeit beim Verlegen der tonnenschweren Rohrstücke gefragt.
Doch die schwierige Aktion gelang. Nun stehen die Chancen gut, dass diese nun schon 84-jährigeTrinkwasserhauptleitung auch die nächsten Jahrzehnte funktioniert. Und das ist wichtig, denn diese Leitung hat einen großen Einfluss auf den Trinkwasserdruck im gesamten Cottbuser Innenstadtbereich.
„Dennoch ist die Beseitigung dieser Schwachstelle nur ein kleiner Teil des großen Maßnahmepakets der LWG im Bereich Straße der Jugend“, hebt Jonas Krause hervor. „Bis Ende 2015 werden wir hier insgesamt 1194 Meter Trinkwasserleitungen neu verlegen und 31 Trinkwasserhausanschlüsse erneuern sowie 963 Meter Mischwasserkanal sanieren bzw. neu bauen. Alles in allem investieren wir hier rund 2,2 Millionen Euro“.
Text und Foto: Dr. Lothar Bohm







