Mit Leidenschaft und Engagement tourt Energie derzeit durch die Testspiele und holt sich so Sympathien bei den Fans zurück. Die honorieren die bisher gezeigte Leistung, gegen Union Berlin waren 2.600 im Stadion. Das 1:0 besorgte Mimbela nach Freistoß per Kopf, Nebihi den schmeichelhaften Ausgleich mit dem Fuß.
Letztes Jahr waren sie noch Ligakonkurrenten, nun reiste Union Berlin nach Cottbus für ein Freundschaftsspiel zwischen zweiter und dritter Liga. Es sollte eine Standortbestimmung werden, für die fast komplett neu zusammen gestellte Cottbuser Mannschaft.
Energie begann mutig, ließen sich vom vermeintlichen Klassenunterschied nicht anstecken und spielten frech nach vorn. Nach 17 Minuten war es Pospech, der frei vor Amsif zum Kopfball kam, aber deutlich verzog. Keine Minute später versuchte er es mit dem linken Fuß, aber wieder vorbei. Auf der Gegenseite kam Skrzybski im FCE-Strafraum an die Kugel und spitzelte gezielt auf Mattuschka. Dessen Schlenzer segelte haarscharf an Rennos Kasten vorbei. Das war es aber auch schon, was der Zweitligist nach vorn zeigte. Energie ackerte, nahm Union im Mittelfeld viele Bälle ab und das Publikum beklatschte jede gelungene Aktion. Nur der finale Pass im Angriff wollte nicht sitzen. Das setzte sich bis zur Pause so fort. Cottbus war besser im Spiel und zeigte ein teils sehr gutes Kurzpassspiel, nur die Führung gelang noch nicht.
Keine Seite nahm in der Pause Änderungen vor, das Spiel knüpfte da an, wo es vor der Halbzeit aufgehört hatte, Cottbus setzte die Gäste weiter unter Druck. Krämer verstärkte die Bemühungen sogar noch, als er in der 55. Minute Kleindienst für Ledgerwood brachte. Der Faden ging ein wenig verloren und so brauchte Energie eine Standardsituation für die Führung. Mimbala schraubte sich im Strafraum hoch und verwandelte den gut getretenen Freistoß zum verdienten 1:0 in der 66. Minute. Energie blieb bestimmend und so kam Union in der 73. Minute auch ein wenig überraschend zum Ausgleich, Nebihi hält den Fuß zum 1:1 hin. Cottbus hatte hier richtig Spaß am Spiel, so ging auch ein Raunen durchs Stadion als Michel unverblümt mit links abzog, nachdem er einen Sprint über das halbe Feld für sich entschieden hatte, Unions Amsif war gerade noch mit der rechten Hand dran. Zu einem Tor reichte es nicht mehr, Energie schlägt sich achtbar gegen Union und kann auf die Leistung aufbauen. Derzeit haut sich jeder rein, kämpft für den anderen und zwischendurch sieht es sogar noch ansehnlich aus. Wenn sie das beibehalten, kann etwas gutes entstehen.
Am kommenden Sonntag sind Stefan Krämer, Tim Kleindienst, Sven Michel und Thomas Holz zu Gast beim Lausitzer Sporttalk. Dort stehten sie hautnah allen Fragen zur Verfügung und geben einen Einblick in die Saisonvorbereitung. Alle Interessierten sind ab 19 Uhr ins Heimelich (Brandenburger Platz 10, in der Schlosskirchpassage) eingeladen, sich selbst einen Eindruck zu verschaffen und auf Tuchfühlung zu gehen. Bereits am Samstag bestreiten sie ihre Generalprobe gegen den FC Magdeburg, 14 Uhr, Stadion der Freundschaft.
Stimmen zum Spiel:
Union Berlin, Norbert Düwel: „Gratulation an Energie. Wirklich ein sehr lauffreudiges und kampfbetontes Spiel abgeliefert. Wir mussten sehr viel investieren nach den langen Trainingseinheiten der letzten Tage. Energie hat es uns nicht leicht gemacht, hier das Unentschieden zu holen. Am Ende haben wir nochmal Moral gezeigt und die Spieler haben gezeigt das sie hier nicht verlieren wollten.“
Energie Cottbus, Stefan Krämer: „Ich bin zufrieden. In der ersten Hälfte war das Spiel gegen den Ball sehr gut, das Haar in der Suppe war der überhastete Abschluss teilweise, ansonsten war es sehr gut. Die Mannschaft ist extrem lernfähig und hört gut zu. Sie setzt die Dinge 1:1 um und selbst in der zweiten Hälfte hat sich ein offener Schlagabtausch entwickelt. Mit dem Ergebnis können beide gut leben, in Testspielen bewerte ich die Ergebnisse nicht über. Die Mannschaft hat heute gemerkt, dass die Art wie sie derzeit Fußball spielen von den Zuschauern auch belohnt wird und hier her passt.“
Zu den Zuschauern, die fast jede Aktion beklatscht haben: „Mit den ersten vier Spielen haben wir die Leute wieder neugierig gemacht, die Mannschaft versteckt sich nicht, ist in der Stadt unterwegs und zum „anfassen“. Nun wollen wir weiter machen, damit die Zuschauer merken, dass es das Team wieder wert ist, unterstützt zu werden.“
Wechsel:
Energie Cottbus:
55. Minute: Tim Kleindienst für Nikolas Ledgerwood
62. Minute: Fabian Pawela für Zbynek Pospech
74. Minute: Chato für Berger
85. Minute: Patrick Wolf für Cedrick Mimbala
85. Minute: Paul Maurer für Anton Makarenko
Union Berlin:
60. Minute: Baris Özbek für Daniel Kreilach
60. Minute: Fabian Schönheim für Eroll Zejnullahu
62. Minute: Adam Nemec für Torsten Mattuschka
65. Minute: Bajram Nebihi für Steven Skrzynski
68. Minute: Björn Kopplin für Christopher Trimmel
68. Minute: Mario Eggimann für Toni Leistner
87. Minute: Leonard Koch für Björn Jopek
88. Minute: Tim Oschmann für Michael Parensen
Aufstellung:
Energie Cottbus: Renno – Ledgerwood, Möhrle, Mimbala, Berger – Zeitz, Szarka – Makarenko, Holz, Michel – Pospech
Union Berlin: Amsif – Puncec, Leistner, Parensen – Kreilach, Jopek – Trimmel, Mattuschka, Dausch – Mattuschka, Zejnullahu – Skrzybski

































