Chancen muss man ergreifen wenn sie sich bieten. Energie lässt sie in den letzten Spieltagen reihenweise liegen. So auch heute, die erste Halbzeit wieder recht gefällig gespielt, geraten sie nach einer Stunde in Rückstand und retten sich kurz vor Schluss durch Banovics Elfer zum 1:1 unentschieden.
Eine leere Nordwand mit eindeutigen Spruchbändern, ein Präsident der vor dem vielleicht letzten Strohhalm auf Klassenerhalt seinen Rücktritt erklärte und Tabellenplatz 18 waren nicht die besten Vorzeichen für das Duell gegen St. Pauli. Böhme brachte Schulze und Michel in der Startelf.
Energie kam gut ins Spiel, zeigte zumindest den Willen und versuchte nach vorn zu agieren. In den ersten zwanzig Minuten passierte dennoch nicht viel, trotz acht Eckbällen für die Hausherren blieb es bei Halbchancen, St. Pauli reagierte bis dahin nur. Nach 22. Minuten hatten auch sie ihre erste Ecke, die jedoch verpuffte. Cottbus zeigte sich durchaus spielfreudig über die Flanken, nur der entscheidende Moment fehlte. Die Ungenauigkeiten in der Vorwärtsbewegung verhinderten wirkliche Gefahr für die Gäste. Bis zur Pause veränderte sich nichts, Energie optisch überlegen aber ohne Durchschlagskraft, St. Pauli wenn dann über Standards vorn, aber gänzlich ohne Gefahr.
Böhme wechselte Perdedaj für Stiepermann ein, das Bild auf dem Platz blieb vorerst gleich. Nach einem Gästefreistoß aus dem linken Halbfeld in der 52. war Thy plötzlich frei vor Renno, der den Ball mit einem Reflex nach vorn abwehrte, Banovic kratzte Ziereis Nachschuss von der Linie. Die bisher größte Chance im gesamten Spiel. Pauli war nun präsenter, aber genauso ungenau wie Energie in der ersten Hälfte. Das nutzten sie nur wenige Minuten später aus, gleich zwei Paulianer waren rechts durch, Thy überwand Renno mit einem Flachschuss zum 0:1. Danach durfte Rivic duschen gehen, Jendrisek kam, doch Energie schien in Schockstarre zu verfallen anstatt eine Trotzreaktion zu zeigen. Auch hier gleicht das Bild den vergangenen Spielen. Die nächste Schrecksekunde ließ nicht lange auf sich warten. Maier flankte von rechts auf Verhoek, der drosch die Kugel an die Latte, sein Nachschussversuch misslang. Da es eh Abseits war, hätte das Tor auch nicht gegolten. Erst danach sendete Michel ein erstes Lebenszeichen, sein Schuss donnerte knapp am Paulitor vorbei. Im Gegenzug musste Renno hinten in höchster Not retten, er schien der einzige auf Betriebstemperatur zu sein. Sanogo ging zwanzig Minuten vor Schluss für Fetsch vom Platz. Energie schien sich ein wenig zu besinnen, Michel zog erneut ab Heerwagen parierte und Jendrisek war zu spät für den Nachschuss. Als die Messen schon gesungen schienen drang Michel in den Strafraum ein und wurde von Maier gelegt. Banovic schnappte sich die Kugel und versenkte den Elfer im Tor, 1:1 nach 87 Minuten. Doch es war zu spät, Buljat hatte zwar noch die Riesenchance, scheitert aber an Heerwagen.
Wieder nur Unentschieden, Dresden verlor zeitgleich in Aue. Mit sechs Punkten Rückstand auf den 16. Platz geht Energie i die letzten drei Spiele.
Stimmen zum Spiel:
St. Pauli Trainer Roland Vrabec: „Ich denke wir sind heute sehr schwer ins Spiel gekommen. Bei eigenem Ballbesitz waren wir fehlerhaft. Ab der dreißigsten Minute nachdem wir auf 4-2-3-1 umgestellt haben, sind wir reingekommen. Das hat sich in der zweiten Halbzeit fortgesetzt und wir wurden mit dem Tor belohnt. Wir haben es verpasst mit dem 2:0 nachzusetzen und der Gegner hat nochmal nachgelegt. Wir haben beim Elfer dumm verteidigt und können uns bei Heerwagen für seine tolle Reaktion in der Nachspielzeit bedanken, sonst hätten wir noch verloren.“
FC Energie Cottbus Trainer Jörg Böhme: „Meine Mannschaft hat in der ersten Hälfte ein sehr gutes Spiel gemacht. In den Abschlussaktionen fehlte dann die richtige Reaktion zu schießen oder zu passen, aber ansonsten sehr gut. Wir sind fahrig in die zweite Hälfte gekommen, viele Ballverluste und kriegen das 0:1. Ab da haben wir wieder angefangen das zu machen, was uns stark macht, die fußballerische Qualität. Wir sind mit dem Tor belohnt worden und hätten in der Nachspielzeit den Lucky Punch setzen können, da hat Heerwagen hervorragend gehalten.“
Statistik:
9.142 Zuschauer
Tore:
60. Minute: 0:1 Thy (Vorbereitung Buchtmann)
87. Minute: 1:1 Banovic (Elfmeter)
Aufstellung:
Energie Cottbus: René Renno – Jurica Buljat, Uwe Möhrle, Michael Schulze, André Fomitschow – Stiven Rivic, Ivica Banovic, Charles Takyi, Sven Michel – Marco Stiepermann, Boubacar Sanogo
FC St. Pauli: Philipp Heerwagen – Philipp Ziereis, Markus Thorandt, Sören Gonther, Jan-Philipp Kalla – Christopher Buchtmann – Tom Trybull, Sebastian Maier – Marc Rzatkowski – Lennart Thy, John Verhoek
{gallery}FC Energie Cottbus – FC St. Pauli{/gallery}




