Null Punkte in sechs Spielen. 14 Gegentore zu drei selbst geschossenen. Das letzte Stürmertor fiel am 27.09.2013 beim 4:2 Heimsieg gegen Arminia Bielefeld. Seitdem haben nur Affane (2) und Banovic für den FCE getroffen. Heute machte ausgerechnet der Ex-Cottbuser Uwe Hünemeier den Siegtreffer in seiner altbekannten Manier, nach Freistoß mit dem Kopf. Aber so ungedeckt wie er beim Gegentreffer gelassen wurde, schien das schon in Vergessenheit geraten zu sein. Das ist die nüchterne Bilanz nach sechs Spielen, die Stephan Schmidt nun Trainer bei den Cottbusern ist. In seiner Antrittspressekonferenz kündigte er an, „das maximale aus den kommenden sechs Spielen rauszuholen“. Das Resultat ist ebenso ernüchternd wie der Blick auf die Tabelle. „Viel schlechter hätte es sein Vorgänger Rudi Bommer auch nicht machen können“ hört man bei einigen Cottbuser Fans. Nicht Absprechen kann man ihnen die Einsatz- und Laufbereitschaft, am Ergebnis ändert das aber nichts.
Selbst personelle Veränderungen im Team brachten nicht die Wende. Um die Gegentorflut zu stoppen nahm Schmidt den völlig verunsicherten Almer aus dem Spiel, Ersatzkeeper Renno stand zwischen den Pfosten. Vorn blieb der seit dem vierten Spieltag torlose Sanogo auf der Bank, Affane spielte zweite Spitze neben Jendrisek. Das Team legte auch gleich los wie die Feuerwehr, Jendrisek hämmerte den Ball nach vier Minuten aber nur ans Außennetz. Energie blieb eine Viertelstunde bestimmend, ehe sich die Hausherren in Spiel bissen. Erst in der 35. Minute kamen die Paderborner zur ersten ernsthaften Chance, Saglik verpasste im Fünfmeterraum den Ball aber knapp. Acht Minuten später lag der Ball in Rennos Tor, Saglik hatte einen Meha-Freistoß eingenickt, Schiedsrichter Schriever pfiff den Treffer jedoch nach Foul von Strohdiek gegen Börner ab. So ging es ohne Führung in die Pause.
Nach der Halbzeit legte der SC Paderborn weiter zu. Saglik schob den Ball nach dem ersten Angriff Zentimeter am Gästetor vorbei. Beide Teams leisteten sich viele Fehler, nur Standards brachten Torgefahr. So auch nach etwa einer Stunde, als Vrancics kurz ausgeführte Ecke Hünemeiers Kopf erreichte. Der versenkte das Leder völlig frei und in aus Cottbuser Zeiten bekannter Manier zum 1:0. Das Spiel nahm danach wieder Fahrt auf, Saglik scheiterte in der 77. Minute erneut, Renno zeigte hervorragende Reflexe. Joker Kachunga machte es ihm nach, als er eine weitere 100%ige neben das Tor köpfte. Lediglich zwei Minuten vor Schluss war Energie ernsthaft am Ausgleich dran, Börner köpfte auf Paderborns Tor, Keeper Schulze lenkte die Kugel noch über die Latte.
Cottbus bleibt weiter Letzter, der Abstand zum Relegationsplatz beträgt bereits acht Punkte und hat die wenigsten Siege aller Zweitligisten auf dem Konto. Kruska, Brzenska und Mosquera haben vom Verein unter der Woche die Freigabe erhalten. Ihnen wurde nahegelegt, sich einen neuen Verein zu suchen. Auf Schmidt wartet viel Arbeit bis zum 07.02.2014, da trifft sein Team im Stadion der Freundschaft auf den SV Sandhausen. Fünfzehn Spiele bleiben, um den Karren aus dem Mist zu ziehen, bis zur 40-Punkte Marke fehlen 27. Das sind fast zwei pro verbleibendem Spiel. Helfen soll im neuen Jahr Jörg Böhme, der als neuer Co-Trainer vorgestellt wurde.
Statistik:
8.578 Zuschauer
Tore:
63. Minute: 1:0 Hünemeier (Kopfball, Meha)
Aufstellung:
Energie Cottbus: René Renno – Michael Schulze, Uwe Möhrle, Julian Börner, Alexander Bittroff – Marco Stiepermann, Ivica Banovic, Steffen Bohl, Christian Bickel – Amin Affane, Erik Jendrisek
SC Paderborn: Lukas Kruse – Michael Heinloth, Christian Strohdiek, Uwe Hünemeier, Thomas Bertels – Diego Demme, Mario Vrancic – Jens Wemmer, Johannes Wurtz, Alban Meha – Mahir Saglik
Wechsel:
Energie Cottbus:
68. Sanogo für Jendrisek
68. Takyi für Stiepermann
77. Kleindienst für Banovic
SC Paderborn:
66. Ziegler für Strohdiek
77. Kachunga für Wurtz
84. Zeitz für Saglik
Foto: Archivbild, Christiane Weiland




