Spatenstich für ein Lausitzer Schlüsselprojekt: In Raddusch haben Vertreter von Deutscher Bahn, Bund, Land Brandenburg und Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg am heutigen Montag den offiziellen Startschuss für den zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke Lübbenau–Cottbus gegeben. Auf 29 Kilometern entsteht ein zweites Gleis – die Voraussetzung für einen Halbstundentakt zwischen Berlin und Cottbus. Für die Hauptarbeiten wird die Strecke ab dem 13. Dezember rund ein Jahr komplett gesperrt.
Ein Jahr Bauzeit – Vollsperrung ab 13. Dezember
Mit dem symbolischen ersten Spatenstich beginnt eines der größten Bahn-Bauvorhaben der Region. Finanziert wird der Ausbau aus Mitteln des Investitionsgesetzes Kohleregionen. Der Abschnitt ist Teil der Görlitzer Bahn und bislang nur eingleisig befahrbar – das ursprünglich vorhandene zweite Gleis war nach dem Zweiten Weltkrieg als Reparationsleistung abgebaut worden. Mit dem Wiederaufbau sollen künftig mehr Züge fahren und seltener aufeinander warten müssen.
Bis zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember führt die DB InfraGO letzte vorbereitende Arbeiten durch. Danach wird die gesamte Strecke für die Hauptarbeiten gesperrt. Bereits Ende 2027 – nach rund einem Jahr Bauzeit – soll das zweite Gleis in Betrieb gehen. Reisende im Regionalverkehr profitieren dann laut DB von einem besseren Takt und einem stabileren Fahrplan.

„Wir schaffen innerhalb eines Jahres die Voraussetzungen für einen Halbstundentakt im Regionalverkehr”, sagte Gerd-Dietrich Bolte, Vorstand für Infrastrukturplanung und -projekte der DB InfraGO, beim Spatenstich. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke nannte das Projekt „ein Schlüsselprojekt für die Strukturentwicklung in der Lausitz”: „Mit dem zweiten Gleis erhöhen wir die Zuverlässigkeit und Taktung der Bahn und stärken damit die Mobilität der Menschen und die Wirtschaftskraft der Region.”
Zweites Gleis, neue Bahnsteige, sanierte Moorstellen
Der Ausbau umfasst neben dem zweiten Gleis auch neue Oberleitungen und die Anpassung von zwölf Bahnübergängen. An den Stationen Raddusch, Kunersdorf und Kolkwitz entstehen zusätzliche Bahnsteige. Sechs Eisenbahnbrücken und 18 Durchlässe – kleine Entwässerungskanäle im Bahndamm – werden erweitert. Hinzu kommen Maßnahmen zum Natur-, Landschafts- und Schallschutz sowie die Sanierung von drei Moorstellen, die den Gleisuntergrund stabilisieren sollen.
Ersatzverkehr über Calau
Während der einjährigen Bauzeit können keine Züge auf der Strecke fahren. Der Verkehr wird über Calau umgeleitet, für die Unterwegsbahnhöfe richtet die DB einen Ersatzverkehr mit Bussen ein. Die Details des Verkehrskonzepts für die Bauzeit will der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg im November in Cottbus vorstellen. VBB-Geschäftsführer Christoph Heuing: „Ziel aller Beteiligten ist es, die Zeit der Baumaßnahme für die Fahrgäste erträglich zu gestalten, bevor ihnen ab Ende 2027 der Halbstundentakt auf der Strecke zur Verfügung steht.”
Wirtschaftsmotor für die Lausitz
Rückenwind kommt von der regionalen Wirtschaft. „Eine schnelle und verlässliche Bahnanbindung stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der Lausitz”, betont André Fritsche, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Cottbus. „Der geplante Halbstundentakt zwischen Berlin und Cottbus macht die Region noch attraktiver für Fachkräfte und Unternehmen.” Wer die Lausitz als Arbeits- und Lebensort kennengelernt habe, entscheide sich nicht selten dauerhaft für die Region – ein Zuzug qualifizierter Arbeitskräfte, den die Strukturwandelregion brauche und der zugleich die Voraussetzungen für weitere Investitionen stärke.
ZeitarbeitBewerbung bis 31.10.Maler und Lackierer (m/w/d)ZAC Personalservice GmbH · SenftenbergZur Stelle →Alle 408 Stellen in Südbrandenburg →Dabei wirkt die Investition laut IHK schon während der Bauphase als regionaler Wirtschaftsmotor: Unternehmen aus Cottbus, Lübbenau und Senftenberg übernehmen unter anderem Arbeiten an Schallschutzwänden, Kompensationsmaßnahmen, den Bau von Baustraßen sowie Materialanlieferung und Verkehrssicherung. So bleibe ein Teil der Wertschöpfung in der Region. Beschleunigt wurde das Vorhaben durch die Task Force Bahnstandort Cottbus: Statt der üblichen 15 bis 20 Jahre wurde das Projekt in etwa der halben Zeit geplant. Beseitigt wird damit ein Engpass, der die wirtschaftliche Entwicklung bislang gebremst hat – vom künftigen ganztägigen 30-Minuten-Takt profitieren täglich mehr als 10.000 Fahrgäste sowie Unternehmen in Cottbus und der gesamten Lausitz.
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