Kinder und Jugendliche aus Oberspreewald-Lausitz haben am Mittwoch in Brieske ihren Song „Mit Herz & Sinn“ samt Musikvideo erstmals öffentlich vorgestellt. Das Lied entstand im Projekt „Glücklich aufwachsen“ und greift Ergebnisse der kreisweiten Jugendbefragung zu mentaler Gesundheit und Selbstwert auf.
Rund 200 Gäste bei der Premiere im Harlekids-Zelt
Die Premiere fand im Zelt der Harlekids im Senftenberger Ortsteil Brieske statt. Rund 80 Kinder und Jugendliche haben an dem Projekt mitgewirkt, rund 60 von ihnen gestalteten die Veranstaltung. Zu den etwa 200 Gästen zählten Eltern und Familien, Akteure aus dem Netzwerk und der Jugendarbeit sowie Vertreter der Kreisverwaltung, des Landespräventionsrates Brandenburg und des Bildungsministeriums. Neben Song und Video traten die Tanzgruppe Seven up aus Meuro und die Harlekids aus Senftenberg auf. Videoclips und eine Plakatgalerie zeigten Antworten junger Menschen auf die Frage „Was bedeutet Glück für dich?“. Durch den Abend führte der KultuRegio e. V. mit der Bunten Bühne Lübbenau. Im Vorbericht zur Premiere hatten wir über das Projekt berichtet.
Den Song haben die beteiligten Jugendlichen an einem Wochenende geschrieben und aufgenommen, unterstützt vom CTC-Team des Jugendamtes, der Stiftung SPI und Bandcoaches. „Verantwortung heißt nicht perfekt zu sein, sondern da zu sein“, lautet eine der zentralen Zeilen. „Mit ihrem Song geben die Jugendlichen den Ergebnissen eine persönliche und emotionale Stimme. Im Song geht es um Gefühle, Unsicherheiten und den Druck, den junge Menschen erleben können“, sagt Steffen Lachmann vom CTC-Team des Jugendamtes.
Was die Jugendbefragung über den Selbstwert zeigt
Grundlage für „Glücklich aufwachsen“ ist die Jugendbefragung, die der Landkreis von November 2024 bis März 2025 an 14 weiterführenden Schulen in den Klassenstufen 7 bis 13 durchgeführt hat. Nach der Datenbereinigung durch das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz flossen die Antworten von 1.134 Kindern und Jugendlichen in die Auswertung ein.
Der Aussage „Manchmal denke ich, dass ich überhaupt nichts tauge.“ stimmten 45,9 Prozent zu, der Aussage „Manchmal denke ich, dass mein Leben nichts wert ist.“ 40,2 Prozent. 57,4 Prozent bejahten mindestens eine der vier Aussagen zu depressiven Symptomen. Der Referenzwert aus Niedersachsen liegt bei 59,9 Prozent, die Vergleichbarkeit ist laut Bericht aber eingeschränkt. Der Landkreis betont, dass es sich um Selbsteinschätzungen handelt und nicht um medizinische Diagnosen.
Glücklich aufwachsen als Teil von Communities That Care
Oberspreewald-Lausitz hat als erster Landkreis in Brandenburg mit der Präventionsstrategie Communities That Care (CTC) begonnen. Pilotkommunen sind Calau, Senftenberg und Lauchhammer. Auch die Klausurtagung der Fachkräfte der Jugendarbeit Ende September im Don-Bosco-Haus Neuhausen befasste sich mit der mentalen Gesundheit junger Menschen. „Wir wollen die Bedingungen, in denen Kinder und Jugendliche in unserem Landkreis aufwachsen, verbessern. Dafür brauchen wir verlässliche Daten, Fachwissen und vor allem die Perspektive der jungen Menschen selbst“, so Lachmann. Das Projekt „Glücklich aufwachsen“ sei auch für das CTC-Team eine Premiere gewesen.
Song, Musikvideo und weitere Informationen gibt es auf der CTC-Seite des Landkreises. Gefördert wird die Strategie von den gesetzlichen Krankenkassen in Brandenburg, das Projekt unterstützt der Landespräventionsrat Brandenburg. Der Beitrag gehört zu unserer Reihe zur Woche der seelischen Gesundheit, alle Termine stehen in unserer Übersicht zur Woche der seelischen Gesundheit.
Wer selbst in einer schwierigen Lage ist, findet rund um die Uhr Hilfe bei der Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222. Kinder und Jugendliche erreichen die Nummer gegen Kummer unter 116 111.
VollzeitBewerbung bis 25.10.Gesundheits- und Krankenpfleger (m/w/d) für unsere Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und PsychosomatikMedizinische Universität Lausitz – Carl Thiem · CottbusZur Stelle →Alle 404 Stellen in Südbrandenburg →Red. / Presseinformation
In einer seelischen Krise hilft die Telefonseelsorge rund um die Uhr, anonym und kostenfrei: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222. Im Notfall: 112.
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