Titelverteidiger VfB Krieschow ist im Achtelfinale des Brandenburger Landespokals ausgeschieden. Beim Brandenburgligisten SV Viktoria Potsdam verlor der Oberligist am Samstag mit 0:2. Wenige Stunden später wandte sich der Verein in einem Statement an seine Anhänger und reagierte auf die Kritik in den sozialen Medien.
VfB Krieschow verliert beim Brandenburgligisten
Gespielt wurde am Samstagnachmittag im Sportpark Luftschiffhafen in Potsdam. Julian Bache brachte die Gastgeber in der 37. Minute in Führung, mit dem 0:1 aus Sicht des VfB Krieschow ging es in die Pause. Kurz vor Schluss erhöhte Tom Nattermann in der 88. Minute auf 2:0. Bei Viktoria stand auch der frühere Hertha-Kapitän Toni Leistner auf dem Platz, der erst wenige Tage zuvor unterschrieben hatte.
„Heute war einfach nicht unser Tag“, schrieb der VfB Krieschow nach dem Abpfiff. Die Mannschaft habe nicht das auf den Platz gebracht, was sie sich vorgenommen hatte. Nun gelte der Fokus wieder voll der Liga.
Was hinter dem Brandenburgligisten Viktoria Potsdam steckt
Der SV Viktoria Potsdam wurde im Sommer 2018 gegründet, weil die bestehenden Vereine in der wachsenden Landeshauptstadt keine Kapazitäten mehr hatten. Heute hat er rund 400 Mitglieder, Nachwuchsteams von den G- bis zu den B-Junioren und eine zweite Herrenmannschaft in der Kreisliga. Die erste Mannschaft ist in sechs der vergangenen sieben Jahre aufgestiegen und führt die Brandenburgliga nach sechs Spieltagen ungeschlagen an.
Neben Leistner, der 230 Spiele in der 2. Bundesliga bestritten hat, steht mit Tom Nattermann ein Stürmer mit Erfahrung aus Oberliga, Regionalliga und 3. Liga im Kader. In der Liga hat er bereits elf Tore erzielt. Normalerweise kommen 300 bis 400 Zuschauer in den Luftschiffhafen, zu Leistners Debüt waren es mehr als 1.000.
Newsletter
Die Lausitz am Abend – in zwei Minuten
Jeden Abend das Wichtigste aus der Region – und donnerstags die Veranstaltungstipps fürs Wochenende. Kostenlos und jederzeit abbestellbar.
Einen Hauptsponsor nennt der Verein nicht, auf seiner Internetseite führt er rund 20 Partner gleichrangig auf. „Einige glauben, wir würden hier vierstellige Summen zahlen, das gibt es hier nicht“, sagte Trainer und Sportdirektor David Karaschewski dem rbb. Die Spieler seien über persönliche Kontakte gekommen, Leistner erhält demnach 350 Euro im Monat. Als Ziel nennt der Verein ein bis zwei weitere Aufstiege. Im Pokal hofft Viktoria nun auf ein Derby gegen den SV Babelsberg 03.
Statement des VfB Krieschow an die eigenen Fans
Am Abend folgte auf der Facebookseite des Vereins ein längerer Text unter der Überschrift „Statement“. „Diese Saison läuft bisher nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben. Das wissen wir. Und wir lesen auch die Kommentare“, heißt es darin. Zitiert werden Rufe wie „Trainer raus“ und „Ausge(kocht)“, eine Anspielung auf den Namen von Trainer Robert Koch.
Kritik gehöre zum Fußball, schreibt der Verein. „Aktuell läuft es nicht. Das reden wir nicht schön.“ Spieler, Trainer und Verantwortliche müssten sich hinterfragen. Zugleich richtet sich der Text an die Kritiker: „Aber vielleicht sollten sich auch diejenigen hinterfragen, die nach schlechten Monaten plötzlich alles infrage stellen, was hier über Jahre gemeinsam aufgebaut wurde.“ Häme, persönliche Angriffe und die Suche nach einem neuen Schuldigen nach jeder Niederlage brächten den Verein keinen Schritt weiter.
Der Verein erinnert dabei an seine Entwicklung. Seit 2017 spielt der VfB Krieschow in der Oberliga, stand dreimal im Landespokalfinale und holte den Pokal 2026. Damit zog der Dorfverein in den DFB-Pokal ein, wo er im August 0:9 gegen Mainz 05 verlor. „Wir sind ein Dorfverein. Und wir dürfen verdammt stolz darauf sein, was dieses Dorf erreicht hat“, heißt es im Statement.
Was Fans unter den Beiträgen schreiben
Unter den Spielbeiträgen des Vereins überwiegt die Enttäuschung. Nutzer sprechen von einer „totalen Katastrophe“ in dieser Saison, mehrere fordern einen Trainerwechsel. Andere halten dagegen, Viktoria sei kein gewöhnlicher Brandenburgligist und eine Niederlage dort keine Schande.
Unter dem Statement standen bis Sonntagmittag 27 Kommentare, die meisten davon zustimmend. Von einem „starken Statement“ ist die Rede, Grüße kommen aus Cottbus, München und von der Ostsee. Ein Fan entschuldigte sich für „die Emotionen heute nach dem Spiel“. Es gibt aber auch weiter kritische Stimmen. Ein Nutzer verweist darauf, dass in den vergangenen zwei Jahren Spieler gegangen seien, die den Verein zu seinen Erfolgen geführt hätten. In den Antworten wird zudem weiter über den Trainer gestritten.
Krieschow steht in der Oberliga auf Rang 13
Sportlich steckt der VfB Krieschow in der Oberliga Süd im unteren Tabellendrittel. Nach sechs Spielen stehen vier Punkte und 5:16 Tore zu Buche, das reicht für Platz 13. Den ersten Sieg gab es Mitte September in Plauen, zuletzt folgte ein 1:1 gegen Budissa Bautzen durch einen späten Elfmeter. Das nächste Ligaspiel bestreitet Krieschow am Sonntag, 11. Oktober, um 14 Uhr gegen die SG Dynamo Dresden II.
Weitere aktuelle Meldungen aus der Region
Heute in der Lausitz – Unser täglicher Newsüberblick
Mehr Infos und News aus der Lausitzer und Südbrandenburger Region sowie Videos und Social-Media-Content von heute findet ihr in unserer Tagesübersicht –>> Hier zur Übersicht
Uns bei Google als bevorzugte Quelle festlegen
Wer etwas googelt, bekommt neben den normalen Treffern eine Box mit aktuellen
Nachrichten. Legen Sie NIEDERLAUSITZ aktuell als bevorzugte Quelle fest,
erscheinen unsere Beiträge dort häufiger für Sie – und in den KI-Übersichten
von Google. Ein Klick genügt, danach sind Sie sofort wieder hier.
Falls der Knopf nicht angezeigt wird: niederlausitz-aktuell.de bei Google als bevorzugte Quelle hinzufügen
Red. / Presseinformation
















