Das Hubschraubergeschwader 64 der Luftwaffe hat seinen Schwerpunkt nach Südbrandenburg verlegt. Seit Donnerstag, 1. Oktober, sitzt die Geschwaderführung offiziell am Fliegerhorst Schönewalde/Holzdorf im Landkreis Elbe-Elster, wie die Bundeswehr mitteilte. Anlass ist die Einführung des schweren Transporthubschraubers CH-47F Chinook, von dem ab Ende 2027 der größte Teil der neuen Flotte in Holzdorf stationiert werden soll. Am Standort entstehen rund 700 zusätzliche Dienstposten, die Bauarbeiten laufen bis 2030.
Geschwaderführung kommt aus Laupheim
Bislang hatte die Geschwaderführung ihren Sitz im baden-württembergischen Laupheim, dem zweiten Hauptstandort des Geschwaders. Nach Angaben der Bundeswehr wurde das Hubschraubergeschwader 64 in Holzdorf neu aufgestellt. Auf ihrer Internetseite führt die Bundeswehr für Schönewalde/Holzdorf neben der Führung auch die Fliegende und die Technische Gruppe auf. In Laupheim ist demnach weiterhin der Teil des Geschwaders stationiert, der die Spezialkräfte unterstützt. Das Geschwader übernimmt Lufttransporte, evakuiert Menschen aus Krisengebieten und hilft bei Katastrophen wie Waldbränden, Erdbeben oder Hochwasser.
Drei Staffeln für den Chinook
Mit der Umstrukturierung würden schrittweise die Voraussetzungen für den Flugbetrieb mit dem CH-47F geschaffen, der 2027 beginnen solle. Der erste Chinook wird Ende 2027 in Holzdorf erwartet. Von den insgesamt 60 Maschinen, die die Streitkräfte beschaffen, sollen 47 in Holzdorf stationiert werden. Geplant sind drei Staffeln: Zwei übernehmen den Lufttransport, eine dritte ist für Rettungs- und Rückführungsaufgaben vorgesehen. Finanziert werden die Hubschrauber mit rund sieben Milliarden Euro aus dem Sondervermögen.
700 zusätzliche Dienstposten, Bauarbeiten bis 2030
Derzeit sind am Standort laut Bundeswehr rund 2.000 Soldatinnen, Soldaten und zivile Beschäftigte tätig. Hinzu kommen rund 700 weitere, überwiegend militärische Dienstposten. Die wesentlichen Baumaßnahmen sollen bis 2030 abgeschlossen sein. Der Bund investiert rund 700 Millionen Euro in den Fliegerhorst. Die größte Einzelmaßnahme ist nach Angaben der brandenburgischen Landesregierung der Bau von Abstell- und Wartungshallen. Holzdorf ist zugleich Standort der Raketenabwehr: Das israelische System Arrow 3 ist dort seit Ende 2025 in einer ersten Stufe in Betrieb und soll bis 2030 vollständig einsatzbereit sein.
Region bereitet sich auf den Zuwachs vor
Das Land Brandenburg stellt rund 100 Millionen Euro aus Strukturfördermitteln für die Region bereit, unter anderem für Straßen, die Bahnstrecke sowie Kitas, Horte und Schulen. Der Fliegerhorst liegt zum größeren Teil in Brandenburg, ein kleinerer Teil gehört zum sachsen-anhaltischen Landkreis Wittenberg. Über Ländergrenzen hinweg plant die Region bereits gemeinsam. Am 24. September startete in Herzberg das Projekt RegioStrat, ein Strategisches Regionales Entwicklungskonzept unter Federführung des Landkreises Elbe-Elster, an dem auch Partner aus Sachsen und Sachsen-Anhalt sowie die Bundeswehr beteiligt sind. Wie stark sich der Ausbau auf die Region auswirkt, hängt nach Einschätzung der Projektpartner vor allem davon ab, wie viele der neuen Kräfte in die Umgebung ziehen und wie viele pendeln.
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