Wer in der Lausitz eine neu gebaute Wohnung kauft, zahlt dafür ein Vielfaches. In Spree-Neiße kostet ein Neubau im Schnitt dreimal so viel wie eine Bestandswohnung, für 70 Quadratmeter sind das rund 164.000 Euro mehr. In Cottbus ist der Aufpreis am geringsten. Das zeigt der Postbank Wohnatlas 2026.
Neubau oder Bestand, so groß ist der Abstand
Für den letzten Teil der Studie hat das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut Neubauwohnungen, die zwischen 2023 und 2025 fertig wurden, mit vergleichbaren Bestandswohnungen verglichen. Verglichen wurde jeweils der mittlere Preis aller Angebote einer Region, Nebenkosten sind nicht enthalten.
In Spree-Neiße lag der mittlere Preis im Bestand 2025 bei 1.160 Euro je Quadratmeter, im Neubau bei 3.500 Euro. In Oberspreewald-Lausitz waren es 1.707 und 3.933 Euro, für 70 Quadratmeter macht das einen Aufpreis von knapp 156.000 Euro. Oder-Spree kommt auf 2.923 und 4.980 Euro, also rund 144.000 Euro mehr. Für Elbe-Elster gibt es keinen Wert, dort wurden zu wenige Neubauwohnungen angeboten.

Cottbus mit dem geringsten Aufpreis für einen Neubau
In Cottbus kostet eine Bestandswohnung im mittleren Segment 2.667 Euro je Quadratmeter, ein Neubau 3.933 Euro. Der Aufpreis für 70 Quadratmeter liegt bei rund 89.000 Euro, das ist einer der niedrigsten Werte in Deutschland. In Dahme-Spreewald sind es rund 105.000 Euro, weil dort schon der Bestand mit 3.327 Euro teuer ist. Der mittlere Preis in Cottbus liegt deutlich unter dem Durchschnitt von 3.265 Euro aus Teil 2 der Serie. Beim mittleren Wert fallen einzelne teure Angebote weniger ins Gewicht.
Die echten Verkaufspreise bestätigen das Bild. Laut Gutachterausschuss zahlten Käufer in Cottbus 2025 für eine Neubauwohnung im Erstbezug im Schnitt 4.265 Euro je Quadratmeter, allerdings bei nur zehn Verkäufen.
Lausitzer Neubau im Vergleich mit Deutschland
Bundesweit liegt der mittlere Aufpreis für eine 70 Quadratmeter große Neubauwohnung bei rund 137.000 Euro. In Berlin sind es rund 189.000 Euro, im oberbayerischen Landkreis Miesbach sogar mehr als 420.000 Euro. In einigen Kreisen an der Küste wie Nordfriesland ist ein Neubau dagegen günstiger als der Bestand. Spree-Neiße und Oberspreewald-Lausitz liegen über dem bundesweiten Mittel, obwohl die Neubaupreise dort niedriger sind als anderswo. Der Grund ist der sehr günstige Bestand. Allerdings beruhen die Werte in Spree-Neiße auf nur 16 Neubauangeboten, in Oberspreewald-Lausitz auf 21 und in Cottbus auf 28.
Teurer heißt nicht automatisch schlechter. „Der Kauf eines Neubaus kann sich im konkreten Einzelfall trotz höherer Preise langfristig lohnen“, heißt es in der Mitteilung der Postbank. Ältere Wohnungen müssten oft aufwendig saniert oder energetisch modernisiert werden. Was ein besserer Energiestandard beim Kaufpreis ausmacht, zeigt der nächste und letzte Teil der Serie. Ob sich in der Lausitz Kaufen oder Mieten mehr lohnt, steht in Teil 3.
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