Am Bahnhof Elsterwerda entsteht die sogenannte Bürgerinsel. Auf der Fläche zwischen Bahnhof und Packhofstraße baut die Stadt eine öffentliche Toilette, einen Trinkbrunnen und eine neu gestaltete Grünanlage. Die Toilette soll noch in diesem Jahr nutzbar sein.
Warum Elsterwerda die Bürgerinsel am Bahnhof baut
Seit mehr als zwei Jahren gibt es am Bahnhof keine öffentliche Toilette mehr. Nach der Schließung der Bahnhofsgaststätte hat sich die Lage verschärft, teilte die Stadt im September 2025 mit. Die Deutsche Bahn habe eine Unterstützung abgelehnt. Bürgermeisterin Anja Heinrich sprach damals von einer Lösung für das Bahnhofsareal als ersten Willkommenspunkt der Stadt. Am Bahnhof kommen nach Angaben der Stadt nicht nur Touristen an, sondern täglich auch tausende Schüler, Auszubildende sowie Patienten und Besucher des Krankenhauses und der Arztpraxen.
Im Juni 2025 entschied sich der Bauausschuss für die einfachere von zwei Varianten. Sie setzt auf Wege und Begrünung, die zweite hätte zusätzlich Platz für Kunstobjekte geboten. Den Ausschlag gaben laut Verwaltung der geringere Pflegeaufwand und niedrigere Folgekosten.
Eine Toilette für alle mit Wickeltisch und Notruf
Die Toilette wird als fertiges Modul aufgestellt. Nach den Vergabeunterlagen gibt es eine barrierefreie Kabine mit WC, Waschbecken, Urinal und Wickeltisch sowie einem Notruf. Die Fassade ist aus Beton und gegen Graffiti geschützt, das Dach wird begrünt. Bezahlt werden soll mit Münzen, Euro-Schlüssel oder bargeldlos. Daneben entsteht ein Trinkbrunnen.
Rund um die Toilette wird die etwa 1.500 Quadratmeter große Fläche neu gestaltet. Der Plan zeigt einen Rundweg, Sitzbänke, Rankgerüste an der Packhofstraße, Pflanzbeete, Wiesen mit Frühblühern und neue Bäume.
Newsletter
Die Lausitz am Abend – in zwei Minuten
Jeden Abend das Wichtigste aus der Region – und donnerstags die Veranstaltungstipps fürs Wochenende. Kostenlos und jederzeit abbestellbar.
Aufträge für die Bürgerinsel liegen bei rund 440.000 Euro
Den Auftrag für die Toilette vergab der Hauptausschuss im Mai für rund 157.400 Euro an einen Hersteller aus Burbach in Nordrhein-Westfalen. Die Gestaltung der Freifläche ging im Juni für rund 238.700 Euro an die Jakober GmbH aus Elsterwerda. Die Planung durch ein Dresdner Architekturbüro kostet knapp 44.000 Euro. Zusammen sind das rund 440.000 Euro. Hinzu kommt ein dritter Auftrag für Stahlbau, dessen Summe nicht öffentlich ist.
Im Haushalt der Stadt sind für die Bürgerinsel bisher 324.000 Euro eingeplant. Zwei Drittel der förderfähigen Kosten tragen Bund und Land über das Städtebauprogramm Lebendige Zentren.
Kritik im Hauptausschuss an Kosten und Größe
Beide Vergaben fielen nicht einstimmig. Laut Protokoll wunderte sich ein Mitglied im Mai, dass es nur eine Toilette für Hunderte wartende Reisende geben soll. Im Juni nannte ein anderes das Vorhaben sehr teuer und hätte die Entscheidung lieber in der Stadtverordnetenversammlung gesehen. Auch nach den Folgekosten und der Sauberkeit wurde gefragt.
Bürgerinsel bekommt ihre Pflanzen im Frühjahr
Inzwischen wird auf der Fläche gebaut. Erde wird bewegt, das Toilettenhaus errichtet, Leitungen und Wege werden angelegt, teilte die Stadt auf Anfrage von NIEDERLAUSITZ aktuell mit. „Am Ende sollen sich Besucher gern auf dem Areal direkt am Bahnhof aufhalten“, sagt Bürgermeisterin Anja Heinrich. Neben Toilette, Sitzbereichen, Bäumen, Pflanzen und Trinkbrunnen wird dort auch der Freiluftgeschichtspfad erweitert. Ein übergroßer Ranger soll für einen Besuch im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft werben.
Die Toilette soll noch in diesem Jahr nutzbar werden. Ihre endgültige Gestalt neben der Riesenbank bekommt die Bürgerinsel aber erst mit der nächsten Pflanzperiode im Frühjahr. Gegen Vandalismus prüft die Stadt derzeit eine Videoüberwachung. Außerdem hofft sie, dass Landkreis und Verkehrsbetriebe die verschmutzten Glaswände des benachbarten Busbahnhofs erneuern.
Weitere aktuelle Meldungen aus der Region
Heute in der Lausitz – Unser täglicher Newsüberblick
Mehr Infos und News aus der Lausitzer und Südbrandenburger Region sowie Videos und Social-Media-Content von heute findet ihr in unserer Tagesübersicht –>> Hier zur Übersicht
Uns bei Google als bevorzugte Quelle festlegen
Wer etwas googelt, bekommt neben den normalen Treffern eine Box mit aktuellen
Nachrichten. Legen Sie NIEDERLAUSITZ aktuell als bevorzugte Quelle fest,
erscheinen unsere Beiträge dort häufiger für Sie – und in den KI-Übersichten
von Google. Ein Klick genügt, danach sind Sie sofort wieder hier.
Falls der Knopf nicht angezeigt wird: niederlausitz-aktuell.de bei Google als bevorzugte Quelle hinzufügen
Red.










