Nach den Rinderdiebstählen im Frühjahr hat die Polizei zwei Tatverdächtige festgenommen. Über 200 Tiere waren verschwunden, drei der vier Tatorte liegen in Südbrandenburg. Einer der Männer sitzt nach einem Haftbefehl des Amtsgerichts Cottbus in Haft.
Festnahmen in Polen und an der A 13
Festgenommen wurden die beiden Männer am 17. September, einer in Polen, einer an der Raststätte Berstetal an der Autobahn 13. Es handelt sich um polnische Staatsbürger im Alter von 46 und 41 Jahren, wie das Polizeipräsidium mitteilt.
Gegen den in Brandenburg Festgenommenen erließ das Amtsgericht Cottbus einen Tag später Haftbefehl, er sitzt in einer Justizvollzugsanstalt. Gegen den 41-Jährigen ordneten die polnischen Behörden Untersuchungshaft an.
Drei der vier Tatorte liegen bei uns
Die Rinderdiebstähle ereigneten sich zwischen Januar und Mai an vier Orten. Drei davon liegen in unserer Region: Uebigau-Wahrenbrück im Landkreis Elbe-Elster, der Vetschauer Ortsteil Raddusch im Landkreis Oberspreewald-Lausitz und der Schenkendöberner Ortsteil Hammer im Landkreis Spree-Neiße. Der vierte Tatort war Rabenstein/Fläming in Potsdam-Mittelmark.
Wir haben die Serie seit Mai begleitet, zuletzt im Juni mit dem Zeugenaufruf des Landeskriminalamts. Der brachte nach Angaben der Polizei eine untere zweistellige Zahl an Hinweisen, darunter Angaben zum mutmaßlich genutzten Tatfahrzeug.
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Acht Beamte arbeiteten vier Monate daran
Für die Rinderdiebstähle richtete das Landeskriminalamt die Ermittlungsgruppe Weide mit acht Mitarbeitern ein. Sie werteten Spuren aus, rekonstruierten Tatabläufe und arbeiteten mit polnischen Behörden zusammen. Landesweit gab es Schwerpunktkontrollen unter Beteiligung der Veterinärämter.
Geführt wird das Verfahren wegen schweren Bandendiebstahls von der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder), gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität in Breslau.
Durchsuchungen in der Woiwodschaft Lebus
Auf Grundlage einer europäischen Ermittlungsanordnung durchsuchten Ermittler des Landeskriminalamts gemeinsam mit polnischen Kräften am 17. September mehrere Objekte im Landkreis Sagan. Dabei fanden sie mehrere mutmaßlich gestohlene Rinder und zahlreiche Beweismittel.
Um die Tiere zuzuordnen, waren Amtstierärzte aus beiden Ländern im Einsatz: Über Haarproben ließen sie sich mit Datenbanken in Deutschland abgleichen. Die beiden Männer stehen im Verdacht, die Rinder zwischen März und Mai in Viehtransporter verladen und nach Polen gebracht zu haben, wo sie möglicherweise umetikettiert und neu angemeldet wurden.
Der Innenminister spricht von Gerechtigkeit
„Viehdiebstahl ist kein Kavaliersdelikt, sondern bedeutet mitunter einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden für die Geschädigten“, sagt Polizeipräsident Oliver Stepien. Der Fall zeige, wie wichtig die Zusammenarbeit über Grenzen hinweg sei.
Innenminister Jan Redmann wird deutlicher: „Nacht und Nebel sind kein gutes Versteck, erst recht nicht für Viehdiebe.“ Vier Monate lang hätten die Ermittler nicht lockergelassen. Der Erfolg sei „nicht bloß eine neue Zeile in der Statistik“, sondern bringe den bestohlenen Bauern Gerechtigkeit.
Die Ermittlungen sind noch nicht beendet
Aufgeklärt sind die Rinderdiebstähle damit noch nicht vollständig: Die Ermittlungen dauern nach Angaben der Polizei an. Wie viele der über 200 Tiere wiedergefunden wurden, teilt das Präsidium nicht mit — in den durchsuchten Objekten waren es „mehrere“.
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Red. / Presseinformation







