Das Land Brandenburg und der Landkreis Bautzen haben sich zum geplanten Ferienpark zwischen Sedlitzer und Partwitzer See geäußert. Das Wirtschaftsministerium rechnet mit rund 800.000 zusätzlichen Übernachtungen im Jahr – das wäre eine Verdopplung im Lausitzer Seenland.
Die Rechnung des Ministeriums im Detail
Erwartet werde eine jährliche Auslastung von rund 75 Prozent, teilt das Ministerium für Wirtschaft, Energie, Klimaschutz und Europa mit. Daraus ergeben sich die etwa 800.000 zusätzlichen Übernachtungen. Zum Vergleich: Das Lausitzer Seenland zählt derzeit rund 800.000 Übernachtungen im Jahr, wie der Landkreis Bautzen mitteilt. Langfristiges Ziel der Region sind 1,5 Millionen.
„Der neue Ferienpark hat mit der vorgesehenen Bettenkapazität das Potenzial, die Übernachtungen im Lausitzer Seenland insgesamt zu verdoppeln – und das sogar das ganze Jahr über“, erklärt Wirtschafts- und Tourismusministerin Martina Klement. Das Vorhaben sei eines der größten touristischen Entwicklungsprojekte im Land.
Das Land formuliert deutlich verbindlicher
Auffällig ist der Ton. Die Mitteilung des Ministeriums ist überschrieben mit „Center Parcs gibt grünes Licht“, im Text heißt es, das Unternehmen „wird eine große Ferienlandschaft im Brandenburger Fünf-Seen-Verbund errichten“.
Center Parcs selbst hat sich am Montag vorsichtiger ausgedrückt: Das Unternehmen prüfe die Entwicklung eines Ferienparks, allein die Untersuchungen dauerten rund 18 Monate, und ob gebaut werde, hänge vom Ergebnis ab. Wir haben die Ankündigung am Montag ausführlich dargestellt. Verbindlich entschieden ist also noch nichts – begonnen hat die erste Projektphase.
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In Bautzen laufen die Gespräche seit fünf Jahren
Eine Zahl liefert der Landkreis Bautzen nach: Seit mehr als fünf Jahren werde über das Vorhaben gesprochen. Öffentlich vorgestellt wurde es am Montag auf der Verbandsversammlung des Zweckverbands Lausitzer Seenland Brandenburg in Senftenberg.
Landrat Udo Witschas stellt die Landesgrenze bewusst hintan: „Entscheidend ist nicht, auf welcher Seite der Landesgrenze der größere Teil des Ferienparks entsteht. Entscheidend ist, dass wir die Chancen dieses Projektes gemeinsam für das gesamte Lausitzer Seenland nutzen.“ Neue Arbeitsplätze und Wertschöpfung könnten ebenso entstehen wie Impulse für Handwerk, Handel, Gastronomie und Freizeitwirtschaft.
Ein Projekt über zwei Bundesländer hinweg
Der Landkreis Bautzen kündigt an, das Vorhaben von Beginn an länderübergreifend zu begleiten und relevante Akteure frühzeitig einzubeziehen. Nötige Abstimmungen müssten über Länder-, Kreis- und Gemeindegrenzen hinweg funktionieren.
Das ist keine Floskel: Die Fläche liegt unmittelbar an der Grenze zwischen Brandenburg und Sachsen, der größere Teil auf Brandenburger Seite. Damit sind zwei Landesplanungen, zwei Landkreise und mehrere Gemeinden beteiligt.
Der Fünf-Seen-Verbund ist das Argument
Beide Mitteilungen verweisen auf denselben Hintergrund: Ende Juni dieses Jahres wurde der Fünf-Seen-Verbund eröffnet, das Areal liegt mittendrin. Wo früher der Braunkohlebergbau die Landschaft prägte, ist die größte künstliche Seenlandschaft Europas entstanden.
Geplant sind auf rund 90 Hektar zwischen 500 und 700 Ferienhäuser, dazu Freizeit-, Einkaufs- und Sportangebote sowie das für die Kette typische Erlebnisbad Aqua Mundo. Das Investitionsvolumen beziffern beide Stellen übereinstimmend auf rund 300 Millionen Euro.
Der Tourismusverband begrüßt die Ansiedlung
Auch der Tourismusverband Lausitzer Seenland hat sich auf unsere Anfrage geäußert. Geschäftsführerin Kathrin Winkler nennt das Vorhaben „einen bedeutenden Schritt für die weitere Entwicklung unserer Destination“. Der Verband stehe ihm „ausdrücklich positiv“ gegenüber.
Den größten Nutzen sieht sie in der Jahreszeit: Ein ganzjähriges Angebot könne die bisher starke Konzentration auf die Sommermonate verringern und Gäste auch im Herbst, Winter und Frühjahr bringen. Davon profitierten Gastronomie, Freizeitangebote und Ausflugsziele in der ganzen Region.
Der Park soll kein Solitär im Seenland werden
Wichtig ist dem Verband, dass die Gäste den Park verlassen. Man wolle Center Parcs eng mit den touristischen Angeboten des Seenlands verknüpfen, damit Besucher Seen, Radwege, Wasserangebote und Ausflugsziele kennenlernen. „Wir sehen Center Parcs daher nicht als isoliertes Großprojekt, sondern als einen wichtigen Baustein in der touristischen Entwicklung“, so Winkler.
Ein Detail freut den Verband besonders: Der Park soll den Namen „Lausitzer Seenland“ tragen. Das sei ein starkes Signal der Verbundenheit und zeige, dass das Unternehmen die Marke als identitätsstiftend anerkenne.
Was die Zahlen für die Region bedeuten würden
Eine Verdopplung der Übernachtungen wäre für das Lausitzer Seenland ein Sprung, der sich in der Statistik sofort zeigen würde. Senftenberg lag im Juli mit 82.227 Übernachtungen bereits auf Platz zwei aller Brandenburger Gemeinden, hinter Potsdam und vor Schönefeld.
Entscheidend wird sein, ob die Gäste zusätzlich kommen oder sich nur anders verteilen. Der Tourismusverband setzt darauf, dass sie in die Region ausstrahlen. Die bestehenden Gastgeber selbst haben sich bislang nicht öffentlich geäußert.
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Red. / Presseinformation







