Center Parcs prüft den Bau eines Ferienparks zwischen Sedlitzer und Partwitzer See. Auf rund 90 Hektar sollen 500 bis 700 Ferienhäuser entstehen, die Investition beziffert das Unternehmen auf etwa 300 Millionen Euro.
Rund 90 Hektar Fläche zwischen zwei Seen
Bekannt gegeben hat das Unternehmen das Vorhaben am Montag in Köln. Die Fläche liegt nach Angaben von Center Parcs überwiegend in Brandenburg und zu einem kleineren Teil in Sachsen, direkt zwischen den beiden Seen. Eine Gemeinde nennt das Unternehmen nicht.
Geplant ist das übliche Konzept der Marke: Ferienhäuser im Grünen, dazu die Wasserwelt „Aqua Mundo“ und der „Market Dome“ als überdachtes Zentrum mit Restaurants, Läden und Freizeitangeboten. Zielgruppe sind vor allem Familien mit Kindern. Das Gelände soll nach Unternehmensangaben auch für Tagesgäste aus der Region offenstehen.
„Nach intensiver Suche, ersten orientierenden Gesprächen und der Sicherung eines geeigneten Grundstücks freuen wir uns, heute bekanntzugeben, dass wir die Entwicklung eines möglichen Ferienparks im Lausitzer Seenland näher prüfen werden“, erklärt Frank Daemen, Managing Director von Center Parcs Germany.
Dass die Wahl auf diesen Zuschnitt fiel, begründet das Unternehmen mit dem direkten Zugang zu beiden Seen – und damit, dass die Fläche in den Rahmenplänen Brandenburgs und Sachsens ohnehin für ein touristisches Projekt vorgesehen sei.
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Das Grundstück gehört bislang der LMBV
Eigentümerin der Fläche ist derzeit die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft. Center Parcs und die BAWO RE Development Münster GmbH haben mit der LMBV nach eigenen Angaben eine vertragliche Vereinbarung geschlossen, um sich die Flächen für die weitere Projektentwicklung zu sichern.
Es handelt sich um ein Konversionsgebiet: Nach dem Ende des Tagebaus wurde das Areal rekultiviert. Teile der Flächen stecken allerdings noch im Verfahren zur endgültigen Freigabe durch die Bergbauaufsicht. Auch das gehört zu den Punkten, die in den kommenden Monaten geklärt werden müssen.
Erst im Juni war der Verbund der fünf Seen freigegeben worden, zu dem auch der Sedlitzer und der Partwitzer See gehören.
Was Center Parcs der Region in Aussicht stellt
Mit rund 300 Millionen Euro wäre das Vorhaben eines der größten touristischen Projekte, die es in der Lausitz je gegeben hat. Das Unternehmen verweist auf Erfahrungen aus anderen Standorten: Handwerk, Handel, Gastronomie und Dienstleister profitierten, neue Arbeitsplätze entstünden.
Konkrete Zahlen nennt Center Parcs auf seiner Projektseite, gestützt auf „unabhängige Studien“, die das Unternehmen nicht benennt: je Ferienhaus eine gesamtwirtschaftliche Wirkung von 120.000 bis 190.000 Euro im Jahr, davon rund 20.000 Euro Steuereinnahmen, sowie 0,5 bis 0,7 Vollzeitstellen je Haus.
Rechnet man das auf 500 bis 700 Ferienhäuser hoch, ergeben sich überschlägig 250 bis 490 Arbeitsplätze. Das ist eine eigene Rechnung auf Grundlage der Unternehmensangaben, keine Zusage – wie viele Häuser am Ende gebaut werden, steht ausdrücklich noch nicht fest.
Ein Argument wiegt für eine Region mit ausgeprägter Sommersaison besonders: Center Parcs arbeitet mit einem Ganzjahreskonzept. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer liegt nach Unternehmensangaben bei rund vier Tagen, gebucht wird in Wochenmitten, an Wochenenden und in ganzen Wochen.
Sechs Center Parcs gibt es bisher in Deutschland
In Deutschland betreibt das Unternehmen bislang sechs Ferienparks: den Park Allgäu bei Leutkirch, die Bispinger Heide in der Lüneburger Heide, den Park Bostalsee im Saarland, den Park Eifel bei Gunderath, den Park Hochsauerland bei Medebach und den Park Nordseeküste auf der Halbinsel Butjadingen.
Europaweit kommt Center Parcs Europe auf 30 Standorte, davon neun in den Niederlanden, je sieben in Frankreich und Belgien und einer in Dänemark. Das Unternehmen gehört zur börsennotierten Groupe Pierre & Vacances Center Parcs, das erste Konzept dieser Art entstand 1967 in den Niederlanden.
Als weitere Wachstumsräume in Deutschland hatte der Konzern zuvor die Ostsee, den Berliner Raum sowie Teile Thüringens und Bayerns benannt. Keiner der sechs bestehenden deutschen Parks liegt in Ostdeutschland.
Das soll sich ändern – und an anderer Stelle ist Center Parcs schon weiter: Auf der Halbinsel Pütnitz bei Ribnitz-Damgarten in Mecklenburg-Vorpommern plant Center Parcs rund 620 Ferienhäuser und Apartments auf etwa 100 Hektar. Dort haben Unternehmen und Stadt bereits eine Absichtserklärung unterzeichnet, der Bebauungsplan wird bearbeitet. Geöffnet werden soll etwa drei Jahre, nachdem dieser Plan rechtskräftig ist. Gemessen daran steht das Lausitzer Projekt noch am Anfang.
Allein die Prüfung dauert rund 18 Monate
Bis zum ersten Spatenstich ist es weit. In der jetzt gestarteten Phase werden Machbarkeitsstudien, Umweltprüfungen und Raumplanungsverfahren abgearbeitet; im Mittelpunkt steht die Raumverträglichkeitsprüfung. Rund 18 Monate soll das dauern, bis voraussichtlich 2028.
Erst danach will das Unternehmen das Parkkonzept ausarbeiten und Bauanträge vorbereiten. Einen Eröffnungstermin nennt Center Parcs deshalb nicht. Auch ob gebaut wird, hängt von den Ergebnissen der Prüfungen ab.
Am Montag stellte das Unternehmen das Projekt in zwei öffentlichen Veranstaltungen vor. Über den Fortgang informiert es auf der Projektseite centerparcs-lausitz.de.
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Red. / Presseinformation








