Cottbus. Die openart Lausitz Biennale ist an ihrer letzten Station angekommen: Am Freitag hat in der Kunsthalle Lausitz in Cottbus die Ausstellung „Urbane Wandlungen“ eröffnet. Zu sehen ist sie noch bis zum 20. September, donnerstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr.
Eröffnung vor der „Fragilen Wucht“
Die Reden hielten Reiner Walleser, Leiter der Abteilung Kultur im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur, und die Cottbuser Kulturdezernentin Eike Belle. „Cottbus als letzte Station ist ein krönender Abschluss und ein besonders geeigneter Ort“, sagte Belle. Die Stadt und die gesamte Lausitz steckten mitten in einem tiefgreifenden Wandel: „Dieser Prozess braucht nicht nur Investitionen, Technologien und politische Entscheidungen. Er braucht ebenso Fantasie, Mut und die Fähigkeit, die Welt aus einer anderen Perspektive zu betrachten.“
Projektleiterin Maysun Kellow erläuterte die Entstehungsgeschichte der Biennale, die künstlerische Leiterin Michaela van den Driesch führte in die Werke ein. Gesprochen wurde im Raum mit Miriam Lenks raumfüllender Statue „Fragile Wucht“.

Wohnsilos, Webstuhl und Frottierhandtücher
Lenks barock anmutende Figur formuliert ein Bild von Weiblichkeit, dem Martin Böttgers Skulptur „Dredder“ aus grellfarbigen Metallfragmenten gegenübersteht. Die Installation „Tenement Rising“ der in Berlin lebenden US-Künstlerin Tracey Snelling zeigt Wohnsilos, deren von hinten beleuchtete Fotos und Videos Einblick in das Leben der Bewohner geben. Snelling erlebte in China, wie Menschen für neue Wohnviertel aus ihren Hütten in Hochhäuser umgesiedelt wurden – wie einst im Lausitzer Braunkohlerevier ganze Dörfer.
Ein eigener Raum gilt der Lausitzer Textilindustrie. Das Künstlerkollektiv URBAN ART – Anne Peschken und Marek Pisarsky – verwebte bemalte Leinwände zu einer fast 3,50 Meter breiten Arbeit, die asiatische Arbeiterinnen in einer Textilfabrik zeigt. Daneben steht der eigens dafür gebaute Webstuhl, ein Video dokumentiert die Herstellung.
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Caroline Böttcher bedruckt in „Frottier – wenn der rote Faden sich teilt“ Handtücher mit Motiven vom drei millionsten Trabant bis zum Logo des VEB Frottana aus Großschönau. Annette Hecht-Bauer webte für „Verwoben“ ein Kleid aus Kunststoffabfällen. Felix Matschkes Bild-Installation „Heute hier – morgen fort“ hat einen abgedunkelten Raum für sich: Je nach rotem oder grünem Licht zeigt dasselbe Bild ein anderes Motiv.
Tänzer, Licht und rund 50 Graffiti-Künstler
Als am Eröffnungsabend die Sonne unterging, leuchteten Fassade und Asphalt vor der Kunsthalle; dazu tanzten drei Mitglieder der Dresdner the guts company. Auf dem Außengelände entstanden am Eröffnungswochenende Arbeiten von rund 50 Graffiti-Künstlern, für Kinder und Jugendliche gab es Workshops.
Was bis zum 20. September noch läuft
Am 11. September wird von 20 bis 22 Uhr die Fassade des Wendischen Museums mit großformatigen Projektionen bespielt – „rozswětlenje“, begleitet von elektronischer Live-Musik mit sorbisch inspirierten Klängen von Jakob Gruhl alias Jkube.
Führungen durch die Ausstellung gibt es am 12. und 13. September, jeweils um 15 Uhr. Am 13. September gastiert außerdem das mobile Mitmach-Atelier von Katrin Meißner in Cottbus; Material stellt die Künstlerin, Vorkenntnisse braucht es nicht.
Am 19. und 20. September lädt das freie Radio sternchen.fm mit der Soundkünstlerin Niki Matita zu einem zweitägigen Workshop über den Klang der Stadt ein; das Ergebnis wird über DAB+ ausgestrahlt, Anmeldung bis 14. September unter [email protected]. An denselben Tagen steht am Großenhainer Bahnhof Sandra Pohls begehbare Installation „Die Urhorde“ – ein transparentes Kuppelzelt mit Nebel und Wasserwellenlampen.
Zum Abschluss legen am 19. September ab 17 Uhr die Cottbuser Champagner Boys auf. Am 20. September um 15 Uhr endet die erste openart Lausitz Biennale mit einer Finissage samt Künstlergesprächen.
Wo und wann
Kunsthalle Lausitz, Güterzufuhrstraße 7 in Cottbus, bis 20. September, donnerstags bis sonntags 11 bis 18 Uhr.

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Red. / Presseinformation
Fotos: Kalz / openart Lausitz Biennale







