Wenn im Pflegeheim oder in der Fabrikhalle jede Sekunde zählt, muss klar sein, wo jemand ist. Ein Team der BTU Cottbus-Senftenberg hat ein Verfahren vorgestellt, das Ortungssysteme in Gebäuden zuverlässiger und deutlich billiger macht.
Wie Ortungssysteme in Gebäuden funktionieren
Für die Ortung von Personen in Innenräumen setzen viele Systeme auf Bluetooth-Low-Energy-Beacons. Das sind kleine Funksender, mit denen mobile Geräte ihre Position bestimmen können, ohne dass Kameras oder eine dauerhafte Überwachung nötig wären.
Damit das funktioniert, muss jeder Punkt im Gebäude gleichzeitig von mindestens drei Beacons erfasst werden. Daraus ergibt sich ein Zielkonflikt: Zu wenige Sender hinterlassen Ortungslücken, zu viele treiben Anschaffung und Wartung in die Höhe.
Ortungssysteme werden bisher von Hand geplant
Genau diese Platzierung wird bislang meist per Hand vorgenommen – ein aufwendiger und fehleranfälliger Prozess, der weder vollständige Abdeckung noch eine kostengünstige Lösung garantiert.
Das Team um Sven Löffler, Viktoria Abbenhaus, George Assaf und Petra Hofstedt vom Fachgebiet Programmiersprachen und Compilerbau löst das Problem stattdessen rechnerisch.
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Drei Verfahren kombiniert
Die Forschenden kombinieren dafür drei unterschiedliche Optimierungsansätze.
Von 25 Prozent auf alle Gebäude
Die Ergebnisse sind deutlich. Frühere Ansätze fanden nach Angaben der Universität nur für 25 bis 75 Prozent der Testgebäude überhaupt eine gültige Lösung. Die neuen Verfahren liefern für alle getesteten Gebäude eine funktionierende Platzierung.
Dazu kommt die Ersparnis: Der beste der neuen Algorithmen braucht deutlich weniger Beacons als der ursprüngliche Ansatz, der teilweise über 800 Sender pro Gebäude veranschlagte.
Rechnen schlägt aufrüsten
Bemerkenswert ist ein Nebenbefund: Die algorithmischen Verbesserungen hatten einen größeren Effekt als Hardware-Upgrades. Wer bessere Ergebnisse will, rüstet also nicht die Rechner auf, sondern denkt das Verfahren neu.
Erschienen ist der Fachbeitrag am 8. August 2026 in der Zeitschrift SN Computer Science bei Springer Nature.
Foto: BTU / Sven Löffler
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Red. / Presseinformation



