In Spremberg haben Unbekannte zwei Stolpersteine aus dem Gehweg gerissen. Die Messingtafeln erinnerten an ein Ehepaar, das in der NS-Zeit antisemitisch verfolgt wurde. Das Landeskriminalamt ermittelt.
Stolpersteine aus dem Pflaster gebrochen
Ein Anwohner der Pfortenstraße bemerkte am Samstagmorgen Beschädigungen im Pflaster des Gehwegs. Wie die Polizeidirektion Süd mitteilt, hatten unbekannte Täter zwei fest einbetonierte Stolpersteine aus Messing gewaltsam entfernt. Die Tafeln messen jeweils zehn mal zehn Zentimeter.
Die Ermittlungen hat das Landeskriminalamt übernommen. Dort ist für Taten mit politischem Hintergrund der Staatsschutz zuständig.

Der zweite Fall in zwei Wochen
Es ist nicht der erste Angriff dieser Art in der Region. Erst vergangene Woche waren in Forst erneut Stolpersteine beschädigt worden – auch dort suchte die Polizei Zeugen.
Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig liegen in ganz Europa vor den letzten frei gewählten Wohnorten von Menschen, die im Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden. Jeder Stein trägt einen Namen. Wer sie herausbricht, löscht diesen Namen aus dem Straßenbild.

Mehrere Angriffe auf Erinnerungsorte in kurzer Zeit
Es ist nicht der einzige Fall dieser Art in den vergangenen Wochen. Im Cottbuser Hauptbahnhof war ein Bildschirm der Ausstellung zu Deportationen und Zwangsarbeit zerstört worden – er ist inzwischen ersetzt. Mitte Juli stellte die Polizei Jugendliche nach Graffiti mit Nazi-Symbolen in Cottbus.
Zu einem möglichen Zusammenhang zwischen den Vorfällen liegen keine Angaben vor.
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Red. / Presseinformation


