Die Gewerkschaft verdi fordert eine frühzeitige und verbindliche Beteiligung der Beschäftigten bei den geplanten Veränderungen in Brandenburgs Krankenhauslandschaft. Wie die Gewerkschaft Berlin-Brandenburg mitteilt, werden derzeit unter anderem Klinikabteilungen geschlossen, Standorte zusammengelegt und Krankenhäuser infrage gestellt, wobei die Entscheidungen teilweise ohne ausreichende Einbindung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter getroffen würden. Als Beispiele nennt ver.di unter anderem geplante Schließungen in Potsdam, Bernau, Strausberg und Wittstock. Gleichzeitig stellt die Gewerkschaft klar, dass sie notwendige Veränderungen nicht grundsätzlich ablehnt, fordert aber eine weiterhin wohnortnahe und verlässliche Versorgung sowie faire Regelungen für die betroffenen Beschäftigten.
ver.di kritisiert fehlende Beteiligung der Beschäftigten
Die Krankenhauslandschaft in Brandenburg steht nach Einschätzung von ver.di Berlin-Brandenburg vor tiefgreifenden Veränderungen. An verschiedenen Standorten werden Abteilungen geschlossen, Krankenhäuser zusammengelegt oder komplette Standorte infrage gestellt. Nach Darstellung der Gewerkschaft geschehen diese Veränderungen aktuell häufig aufgrund der wirtschaftlichen Situation der Krankenhäuser und nicht auf Grundlage einer bedarfsgerechten Planung.
Gleichzeitig kritisiert ver.di, dass die Beschäftigten und ihre Interessenvertretungen teilweise nicht frühzeitig in die Entscheidungen einbezogen würden. Dadurch würden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach Auffassung der Gewerkschaft mit bereits getroffenen Entscheidungen konfrontiert. Dies führe zu Verwerfungen und berechtigtem Ärger. ver.di Berlin-Brandenburg fordert deshalb Krankenhausleitungen, kommunale, kirchliche und andere Träger sowie die Landesregierung auf, die Beschäftigten und ihre Interessenvertretungen verbindlich in die anstehenden Veränderungen einzubeziehen.
Gewerkschaft nennt mehrere geplante Klinikschließungen
In einem Schreiben an Brandenburgs Gesundheitsminister Wilke, die Vorstände und Geschäftsführungen der Krankenhäuser sowie die kommunalen Gesellschafter kritisiert ver.di weitreichende Entscheidungen, die teilweise überraschend und ohne rechtzeitige und ausreichende Beteiligung der Beschäftigten getroffen worden seien. Als Beispiele führt die Gewerkschaft unter anderem angekündigte Schließungen von Krankenhausabteilungen in Potsdam an. Dazu zählt ver.di die Geburtshilfe im Sankt Josefs-Krankenhaus. Darüber hinaus verweist die Gewerkschaft auf die Schließungen der Geburtsmedizin in Bernau und Strausberg sowie auf die Schließung des Krankenhauses in Wittstock.
„Beschäftigte dürfen bei der Neuordnung der Krankenhauslandschaft nicht wie Schachfiguren zwischen Abteilungen, Standorten und Trägern verschoben werden und lassen das auch nicht mit sich machen“, erklärt Gisela Neunhöffer, stellvertretende Landesfachbereichsleiterin für den Bereich Gesundheit von ver.di Berlin-Brandenburg. Wer Veränderungen erfolgreich gestalten wolle, müsse die Beschäftigten und ihre Interessenvertretungen von Anfang an einbeziehen, so Neunhöffer weiter.
ver.di lehnt Veränderungen nicht grundsätzlich ab
Nach Angaben der Gewerkschaft bedeutet die Kritik nicht, dass ver.di notwendige Veränderungen in der Krankenhauslandschaft grundsätzlich ablehnt. Entscheidend sei vielmehr, dass die Versorgung auch nach Veränderungen wohnortnah, krisensicher und verlässlich gewährleistet werde. Aus Sicht von ver.di sollten Krankenhausschließungen deshalb erst erfolgen, wenn eine gleichwertige und nahtlose Versorgung durch andere Strukturen sichergestellt sei. Damit verbindet die Gewerkschaft ihre Forderung nach einer stärkeren Beteiligung der Beschäftigten mit der Frage, wie die medizinische Versorgung in den betroffenen Regionen künftig gewährleistet werden kann.
Forderungen für Beschäftigte bei Veränderungen
Für die Beschäftigten fordert ver.di faire Übergangsregelungen und Qualifizierungsangebote. Je nach Situation nennt die Gewerkschaft außerdem Sozialtarifverträge oder Sozialpläne als mögliche Instrumente. Die Beschäftigten dürften nach Auffassung von ver.di nicht zu den Leidtragenden der anstehenden Veränderungen werden. Darüber hinaus fordert die Gewerkschaft eine höhere Tarifbindung in der Brandenburger Krankenhauslandschaft. Damit verbindet ver.di die strukturellen Veränderungen bei den Kliniken mit den Arbeitsbedingungen der dort beschäftigten Menschen.
Elbe-Elster als Beispiel für gemeinsame Lösungen
Dass Veränderungen nach Ansicht von ver.di auch gemeinsam mit den Beschäftigten gestaltet werden können, zeigt laut Gewerkschaft die geplante Neuordnung der Krankenhausstandorte im Landkreis Elbe-Elster. Dort habe sich ver.di gemeinsam mit Beschäftigten konstruktiv an der Suche nach Lösungen beteiligt. Die Gewerkschaft verweist damit auf ein Beispiel, bei dem die Beteiligung der Beschäftigten aus ihrer Sicht Teil des Veränderungsprozesses ist. Gleichzeitig fordert ver.di die Verantwortlichen in Politik, Krankenhausleitungen und kommunalen Trägerschaften auf, bei den anstehenden Veränderungen nicht über die Köpfe der Beschäftigten hinweg zu entscheiden. Stattdessen sollten die Beschäftigten und ihre Interessenvertretungen frühzeitig beteiligt werden. ver.di erklärt nach eigenen Angaben, gemeinsam mit den Verantwortlichen an tragfähigen Lösungen arbeiten zu wollen, und fordert dazu auf, das offene Gespräch zu suchen.
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Red. / Presseinformation




