Gold und der US-Dollar bewegen sich oft in entgegengesetzte Richtungen. Doch ein fallender Dollar führt nicht automatisch zu steigenden Goldpreisen. Entscheidend ist, warum die amerikanische Währung an Wert verliert und wie Anleger auf die wirtschaftliche Lage reagieren.
Warum Dollar und Gold miteinander verbunden sind
Der Goldpreis und der US-Dollar sind eng miteinander verbunden. Ein Grund dafür ist die internationale Preisbildung: Gold wird üblicherweise in Dollar notiert. Verliert die US-Währung an Wert, kann sich dadurch auch die Nachfrage aus Ländern außerhalb des Dollarraums verändern.
Für Käufer, die beispielsweise mit Euro oder Pfund bezahlen, verschieben sich die Kosten entsprechend. Wer den Gold CFD Kurs bei Plus500 handeln möchte, wird daher wahrscheinlich nicht nur den Goldchart beobachten. Auch Bewegungen am Devisenmarkt, neue Wirtschaftsdaten aus den USA und Entscheidungen der amerikanischen Notenbank können für die Preisentwicklung relevant sein.
Hinweis: CFDs sind komplexe Finanzinstrumente und mit dem hohen Risiko verbunden, durch die Hebelwirkung schnell Geld zu verlieren. Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar.
Ein einfaches Beispiel zeigt den Zusammenhang. Verliert der Dollar gegenüber dem Euro an Wert, benötigt ein Käufer aus der Eurozone weniger Euro, um einen bestimmten Dollarbetrag zu bezahlen. Ein in Dollar gehandelter Rohstoff kann dadurch für internationale Käufer günstiger werden. Eine höhere Nachfrage kann wiederum den Goldpreis unterstützen.
In der Praxis läuft dieser Zusammenhang allerdings längst nicht immer so sauber ab.
Entscheidend ist der Grund für die Dollarschwäche
Ein schwacher Dollar kann ganz unterschiedliche Ursachen haben. Genau hier lohnt sich ein genauerer Blick.
Senkt die US-Notenbank beispielsweise die Zinsen, kann dies den Dollar unter Druck setzen. Gleichzeitig werden klassische verzinste Anlagen möglicherweise weniger attraktiv. Gold zahlt selbst keine Zinsen. Bei hohen Zinsen ist das ein Nachteil, weil Anleger mit Anleihen oder anderen Anlagen vergleichsweise attraktive Erträge erzielen können.
Sinken die Zinsen, wird dieser Unterschied kleiner. Eine Situation aus fallenden Zinsen und einem schwächeren Dollar könnte deshalb gleich von zwei Seiten Unterstützung für Gold bringen.
Anders sieht es aus, wenn der Dollar nur aufgrund kurzfristiger Bewegungen am Devisenmarkt nachgibt. Dann muss der Effekt auf Gold nicht besonders groß sein. Anleger versuchen daher meist zu verstehen, was hinter einer Bewegung steckt, statt nur auf den Wechselkurs zu schauen.
Inflation bleibt ein wichtiger Faktor
Auch die Entwicklung der Verbraucherpreise kann die Lage verändern. Gold wird seit langer Zeit von manchen Anlegern genutzt, wenn sie sich Sorgen um den langfristigen Wert von Papierwährungen machen.
Dabei entsteht eine interessante Konstellation. Bleibt die Inflation hoch, während die Zinsen sinken, können die realen Zinsen zurückgehen. Vereinfacht gesagt bleibt nach Abzug der Inflation weniger von der Verzinsung einer Geldanlage übrig. Das kann ein Umfeld schaffen, in dem Gold attraktiver erscheint.
Eine hohe Inflation garantiert jedoch keinen steigenden Goldpreis. Erwarten die Märkte als Reaktion deutlich höhere Zinsen, kann dies den Dollar stärken und Gold gleichzeitig belasten. Die Erwartungen der Anleger sind deshalb oft genauso wichtig wie die aktuellen Inflationszahlen.
Gold reagiert auch auf Unsicherheit
Der Goldmarkt besteht nicht nur aus Dollar, Zinsen und Inflationsdaten. Manchmal rücken ganz andere Themen in den Vordergrund.
Ein Krieg, eine Bankenkrise oder starke Turbulenzen an den Aktienmärkten können die Nachfrage nach Gold erhöhen. Das Edelmetall hat den Ruf eines möglichen Rückzugsortes in unsicheren Zeiten. Dieser Ruf führt dazu, dass Investoren Gold gelegentlich gerade dann kaufen, wenn sie bei anderen Anlageklassen vorsichtiger werden.
Interessanterweise kann in solchen Phasen auch der Dollar gefragt sein. Gold und Dollar müssen sich also keineswegs ständig entgegengesetzt bewegen. Bei großer Unsicherheit können zeitweise sogar beide steigen.
Das macht deutlich, warum einfache Börsenregeln schnell an ihre Grenzen kommen.
Zentralbanken spielen ebenfalls mit
Auf dem Goldmarkt treten nicht nur private Anleger, Fonds und Unternehmen als Käufer auf. Auch Zentralbanken halten große Goldreserven.
Wenn Notenbanken ihre Bestände ausbauen, entsteht zusätzliche Nachfrage, die nicht unmittelbar davon abhängt, ob der Dollar an einem einzelnen Handelstag steigt oder fällt. Gerade über längere Zeiträume können solche Käufe für den Markt relevant sein.
Für Zentralbanken kann Gold zudem eine Möglichkeit darstellen, Reserven breiter zu verteilen. Ein Land muss seine finanziellen Reserven dadurch nicht ausschließlich in Fremdwährungen oder Staatsanleihen halten.
Damit kommt ein weiterer Faktor hinzu, der die einfache Gleichung „Dollar fällt, Gold steigt“ komplizierter macht.
Was könnte Gold tatsächlich nach oben treiben?
Ein besonders günstiges Umfeld für Gold könnte entstehen, wenn mehrere Entwicklungen gleichzeitig auftreten. Denkbar wäre etwa eine Phase, in der der Dollar über längere Zeit schwächer wird, die US-Zinsen fallen und Anleger gleichzeitig vorsichtiger gegenüber Aktien oder anderen riskanteren Anlagen werden.
Auch anhaltende Goldkäufe durch Zentralbanken könnten eine solche Bewegung unterstützen.
Das Gegenbeispiel ist genauso wichtig. Erholt sich die amerikanische Wirtschaft überraschend stark und bleiben die Zinsen länger hoch, könnte der Dollar wieder an Stärke gewinnen. Gold hätte es unter diesen Bedingungen möglicherweise schwerer.
Hinzu kommt, dass Finanzmärkte häufig vorausdenken. Wenn Anleger bereits seit Monaten mit Zinssenkungen und einem schwächeren Dollar rechnen, kann ein Teil dieser Erwartungen längst im Goldpreis enthalten sein.
Ein schwacher Dollar ist nur ein Teil der Geschichte
Gold kann durchaus von einer längeren Schwächephase des US-Dollars profitieren. Der Zusammenhang hat wirtschaftlich nachvollziehbare Gründe, insbesondere weil Gold international in Dollar gehandelt wird.
Für die weitere Entwicklung reicht der Blick auf EUR/USD oder einen Dollarindex trotzdem nicht aus. Zinsen, Inflation, geopolitische Risiken, Zentralbankkäufe und die allgemeine Stimmung an den Finanzmärkten wirken gleichzeitig auf den Goldpreis ein.
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Ein schwächerer Dollar kann Gold also Rückenwind geben. Wie stark dieser Rückenwind ausfällt, hängt davon ab, was den Dollar überhaupt nach unten bewegt und was zur gleichen Zeit im Rest der Welt passiert.
Symbolfoto: hamiltonleen / Pixabay




