Heißes Tiefenwasser könnte künftig doppelt genutzt werden: als Wärmequelle für Netze und Industrie – und als Lieferant von Lithium für Batterien. Wie das gelingen kann, haben Forschende um das Fraunhofer IEG, das auch in Cottbus forscht, in einer Studie am Beispiel des Norddeutschen Beckens untersucht, zu dem auch weite Teile Brandenburgs gehören.
Lithium aus Geothermie als zweites Standbein
„Wir wollen Geothermie doppelt wertvoll machen: Sie kann saubere Wärme und gleichzeitig strategische Rohstoffe wie Lithium liefern“, erklärt Dr. Katharina Alms vom Fraunhofer IEG. In tiefen Sandsteinen des Norddeutschen Beckens treten demnach Lithium-Konzentrationen von bis zu 600 Milligramm pro Liter auf; das geschätzte Gesamtpotenzial liegt bei bis zu 26,5 Millionen Tonnen Lithiummetall. Für Betreiber von Geothermieanlagen entstünde ein zweites Standbein: Pro Anlage und Jahr sollten mehrere Tonnen Lithiumcarbonat möglich sein.
Fünf Faktoren für den Erfolg
Das Prinzip: Eine Bohrung fördert heißes Wasser aus mehreren Tausend Metern Tiefe, das seine Wärme an ein Fernwärmenetz abgibt; anschließend filtert eine Anlage das Lithium heraus, bevor das Wasser in den Untergrund zurückgeführt wird. Damit heimische Lithiumproduktion wirtschaftlich trägt, müssen laut Studie fünf Faktoren zusammenspielen – von ausreichenden Lithiumgehalten über genügende Förderraten und robuste Technik bis zu Genehmigungsfähigkeit und gesellschaftlicher Akzeptanz. Zusätzliche Erlöse aus dem Rohstoffverkauf könnten die hohen Anfangsinvestitionen von Geothermieprojekten schneller amortisieren – auch ein Thema für die Wärmewende in der Lausitz. Veröffentlicht wurde die Arbeit in der Fachzeitschrift Geothermics (Details beim Fraunhofer IEG).
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