Nach Angaben von Bündnis 90/Die Grünen Cottbus ist in der Nacht zum Freitag die Schaufensterscheibe des „Grünen Ladens“ in der Straße der Jugend zerstört worden. Zudem sei eine Regenbogenflagge entwendet worden. Die Partei sieht den Vorfall im Zusammenhang mit weiteren Angriffen der vergangenen Tage in Cottbus, darunter auf das Wohnprojekt „Zelle79“ und das „Chekov“. Nach Polizeiangaben sahen Zeugen nach dem Angriff auf den „Grünen Laden“ drei Personen, zwei männlich und eine weiblich, davonlaufen. Der Staatsschutz ermittelt.
Angriff auf „Grünen Laden“ in Cottbus
In Cottbus hat es nach Angaben von Bündnis 90/Die Grünen einen Angriff auf den Grünen Laden in der Straße der Jugend gegeben. Wie die Partei über Facebook mitteilte, wurde in der Nacht zum Freitag die Schaufensterscheibe des politischen Treffpunkts zerstört. Außerdem sei eine Regenbogenflagge entwendet worden. Der Grüne Laden befindet gegenüber dem Glad-House. Dort arbeiten die Kreisverbände von Bündnis 90/Die Grünen Cottbus und Spree-Neiße. Die Partei ordnet den Vorfall in eine Reihe weiterer Angriffe der vergangenen Tage ein.
In der Nacht zum Donnerstag waren Brandsätze gegen das alternative Wohnprojekt „Zelle79“ geworfen worden. Auch der nahegelegene Jugendclub „Chekov“ wurde angegriffen.
Bündnisgrüne wollen sich nicht einschüchtern lassen
Daniel Scholz, Vorstandsvorsitzender der Cottbuser Bündnisgrünen, erklärte laut Facebook-Mitteilung: „Es ist feige, einen politischen Treffpunkt im Schutz der Nacht anzugreifen“. Zugleich betonte er: „Der Grüne Laden bleibt offen. Wir lassen uns nicht einschüchtern und werden weiter für Demokratie, Vielfalt und eine solidarische Stadtgesellschaft arbeiten.“
Auch Heide Schinowsky, Vorsitzende der Bündnisgrünen Spree-Neiße, äußerte sich zu den Vorfällen. Sie erklärte: „Angriffe auf alternative Projekte und Einschüchterungsversuche sollen Angst verbreiten und Menschen aus dem öffentlichen Raum drängen. Das werden wir nicht hinnehmen. Cottbus darf sich an solche Taten nicht gewöhnen. Eine weltoffene Stadt lebt davon, dass Menschen sichtbar Haltung zeigen und sich füreinander einsetzen.“
Die Brandenburger Bundestagsabgeordnete Dr. Andrea Lübcke sieht laut Mitteilung zudem Auswirkungen über die unmittelbar betroffenen Orte hinaus. Sie erklärte: „Die Stadt braucht Fachkräfte, engagierte Unternehmen und Menschen, die hier investieren wollen. Rechte Gewalt und Einschüchterung beschädigen das Ansehen der Stadt weit über Cottbus hinaus. Das darf nicht zum Normalzustand werden. Solche Taten müssen konsequent aufgeklärt werden. Betroffene brauchen Schutz und verlässliche Unterstützung. Demokratiearbeit und Prävention vor Ort müssen dauerhaft gesichert sein.“
Ermittlungen nach mehreren Angriffen in Cottbus
Der aktuelle Vorfall am Grünen Laden folgt auf mehrere Angriffe, die Cottbus seit der Nacht zum Donnerstag beschäftigen. Die Polizei ermittelt nach dem Angriff auf das Wohnprojekt Zelle 79 wegen versuchten Mordes. Auch der Staatsschutz ist in die Ermittlungen eingebunden.
Ein möglicher Zusammenhang zwischen den Vorfällen ist bislang nicht abschließend geklärt. Die Bündnisgrünen sprechen in ihrer Mitteilung jedoch von einer anhaltenden Angriffswelle. Weitere Angaben zu möglichen Tatverdächtigen, zur Schadenshöhe am Grünen Laden oder zum Stand der Ermittlungen lagen in der Mitteilung zunächst nicht vor.
Zelle79: Rund 100 Menschen setzen Zeichen nach Brandanschlag
Nach dem Brandanschlag auf das alternative Wohnprojekt „Zelle79“ in der Cottbuser Parzellenstraße hat am Donnerstagabend eine Mahnwache vor dem Gebäude stattgefunden. Vor Ort versammelten sich rund 100 Menschen, um ein Zeichen gegen rechte Gewalt zu setzen und ihre Solidarität mit den Bewohnerinnen und Bewohnern auszudrücken. ->> Hier weiterlesen
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