Wandern, Wasser, Wildnis: Regatta-Studie zeigt Deutschlands gefragteste Outdoor-Regionen
Die Sommerzeit hat begonnen, und damit beginnt für viele Menschen in Deutschland auch die Planung der schönsten Wochen des Jahres. Auffällig ist dabei ein Trend, der sich seit einiger Zeit verstärkt: Statt eine Fernreise zu buchen, entscheiden sich immer mehr Menschen dafür, ihren Urlaub im eigenen Land zu verbringen.
Tausende Deutsche bereiten sich derzeit darauf vor, nicht ins Ausland zu fliegen, sondern stattdessen die zahlreichen reizvollen Ziele innerhalb der eigenen Landesgrenzen zu entdecken.
Vor diesem Hintergrund hat Regatta Outdoorbekleidung, eine bekannte Marke unter Wanderern, Skifahrern und allen, die gerne Zeit im Freien verbringen, eine aufschlussreiche Untersuchung durchgeführt. Das Unternehmen wollte herausfinden, welche deutschen Regionen im Vorfeld des Sommers 2026 das größte Interesse bei Reisenden wecken.
Dafür wurden Suchdaten aus dem Google Ads Keyword Planner ausgewertet und mit öffentlich zugänglichen Informationen zur Eignung der jeweiligen Gebiete für Outdoor-Aktivitäten kombiniert.
Die Methode hinter der Untersuchung
Um verlässliche Aussagen treffen zu können, untersuchte Regatta insgesamt 67 deutsche Reiseregionen und Ausflugsziele. Grundlage war das tatsächliche Suchverhalten deutscher Internetnutzer zu Begriffen rund um Urlaub, Wandern, Tagestouren und Sommerreisen. Anschließend wurde jedes Ziel nach einem festen Punkteschema bewertet:
| Bewertungskriterium | Punkteanteil | Wofür es steht |
| Suchvolumen | 60 von 100 | Wie häufig wird das Ziel online gesucht |
| Eignung zum Wandern | 20 von 100 | Vorhandensein von Wanderwegen und Routen |
| Wasser- und Sommerbezug | 15 von 100 | Nähe zu Küste, See oder Sommeraktivitäten |
| Naturschutzstatus | 5 von 100 | Status als Nationalpark oder Schutzgebiet |
Diese vier Faktoren wurden zu einer Gesamtpunktzahl zusammengeführt, anhand deren das endgültige Ranking entstand. Die zusätzlichen Angaben zu Wanderwegen, Wasserlage und Schutzstatus stammen aus offiziellen Tourismus- und Naturschutzquellen.
Die Küste bleibt das stärkste Zugpferd
Kein Landschaftstyp erzeugt in der Untersuchung so viel Suchinteresse wie die deutsche Küste. Ostsee und Nordsee belegen die ersten beiden Plätze im Gesamtranking, mit deutlichem Abstand zu allen anderen Regionen.
Besonders bemerkenswert: Die Ostsee verzeichnet allein im Urlaubssegment monatlich rund 33.100 Suchanfragen, die Nordsee folgt mit etwa 22.200. Zum Vergleich: Das sind mehr als doppelt so viele Suchanfragen wie beim drittplatzierten Harz. Einige Faktoren, die zu dieser hohen Nachfrage beitragen:
- weite, gut ausgebaute Küstenwanderwege entlang beider Meere
- der Nationalpark Wattenmeer als bedeutendes Schutzgebiet an der Nordseeküste
- eine etablierte touristische Infrastruktur mit zahlreichen Unterkünften
- ein mildes, für viele Reisende angenehmes Sommerklima
Auch die Insel Sylt erzielt mit rund 6.600 monatlichen Suchanfragen im Wanderbereich eine bemerkenswerte Platzierung und unterstreicht, wie stark das Interesse an Küstenregionen insgesamt ausgeprägt ist.
Mittelgebirge und Wälder: Die unterschätzten Favoriten
Während Küstenregionen die Gesamtwertung anführen, zeigen die Daten zugleich ein starkes Interesse an Mittelgebirgs- und Waldregionen im Landesinneren. An der Spitze dieser Gruppe steht der Harz, der mit Rang drei das bestplatzierte Inlandziel der gesamten Studie ist.
Der Harz punktet mit einem dichten Wegenetz von über 1.700 Kilometern, dem markanten Brocken als Wahrzeichen und der Lage des gleichnamigen Nationalparks. Im Wandersegment kommt die Region auf rund 8.100 monatliche Suchanfragen.
Auch der Schwarzwald reiht sich mit Platz acht in diese Kategorie ein. Mit rund 6.600 monatlichen Suchanfragen im Urlaubssegment zählt er zu den traditionell beliebtesten Wandergebieten Deutschlands. Hier sorgen Wasserfälle, dichte Nadelwälder und ein engmaschiges Wegenetz für eine konstant hohe Nachfrage.
Brandenburgs Schorfheide schafft den Sprung in die Top 5
Für Leserinnen und Leser aus der Region dürfte ein Ergebnis besonders interessant sein: Die Schorfheide, ein UNESCO-Biosphärenreservat in Brandenburg, landet im bundesweiten Gesamtranking auf einem starken fünften Platz, noch vor bekannten Zielen wie der Zugspitze oder dem Schwarzwald.
Dieses Ergebnis lässt sich auf eine Kombination mehrerer Faktoren zurückführen:
- ein solides Suchvolumen von rund 6.600 monatlichen Anfragen im Urlaubssegment
- der offizielle Status als Biosphärenreservat, der zusätzliche Punkte im Bewertungsmodell bringt
- ausgedehnte Wald-, Moor- und Seenlandschaften auf engem Raum
- eine gute Erreichbarkeit aus dem Großraum Berlin
Die Schorfheide zeigt damit beispielhaft, dass auch weniger international bekannte Regionen ein erhebliches Suchinteresse erzeugen können, wenn Naturqualität und Erreichbarkeit zusammenkommen.
Seen, Alpen und Flusstäler: Die übrige Spitzengruppe
Die verbleibenden Plätze der Top 10 verteilen sich auf weitere, sehr unterschiedliche Landschaftstypen. Der Bodensee sichert sich Rang vier und ist mit rund 12.100 monatlichen Suchanfragen das mit Abstand gefragteste Seenziel der gesamten Untersuchung.
Im alpinen Bereich überzeugt die Zugspitze auf Rang sechs mit etwa 9.900 monatlichen Suchanfragen im Wandersegment. Das Allgäu, das Berge, Seen und Wanderwege miteinander verbindet, folgt auf Platz sieben mit rund 4.400 Suchanfragen.
Zwei weitere Ziele runden die Liste ab:
| Ziel | Landschaftstyp | Rang | Schwerpunkt der Nachfrage |
| Mittelrheintal | Flusstal | 9 | Landschaft, Burgen, Weinbau |
| Eifel | Vulkanregion | 10 | Wandern, Naturparks, Maare |
Das Mittelrheintal verzeichnet rund 9.900 monatliche Suchanfragen und spricht neben Wanderern auch Kultur- und Radreisende an. Die Eifel kommt im Wanderbereich auf etwa 3.600 Suchanfragen und gilt als eher ruhiges, aber stetig nachgefragtes Ziel für naturnahe Tagesausflüge.
Einschätzung von Regatta: Vielfalt statt Einheitstrend
Ein Vertreter von Regatta erklärte im Zusammenhang mit den Ergebnissen, dass sich die Reisepläne der Deutschen für den Sommer zunehmend ausdifferenzieren. Es gebe nicht mehr das eine typische Sommerziel, sondern ein breites Spektrum an Vorlieben, das von ruhigen Küstenabschnitten über anspruchsvolle Bergrouten bis hin zu stillen Waldgebieten reiche.
Bemerkenswert sei vor allem, dass kein einzelner Landschaftstyp die Nachfrage dominiere. Die Tatsache, dass Küsten, Seen, Wälder, Gebirge und Flusstäler alle gleichzeitig unter den zehn gefragtesten Zielen vertreten seien, zeige deutlich, dass Reisende heute sehr genau wüssten, welche Art von Naturerlebnis sie suchen.
Ein facettenreiches Bild der deutschen Outdoor-Nachfrage
Die Untersuchung von Regatta liefert ein klares Signal: Wer in diesem Sommer eine Reise innerhalb Deutschlands plant, hat die Wahl zwischen einer außergewöhnlichen Bandbreite an Landschaften. Küstenregionen führen die Nachfrage zwar deutlich an, doch direkt dahinter folgen Mittelgebirge, Seen, Alpenregionen und sogar weniger bekannte Naturschutzgebiete wie die Schorfheide.
Für die Region Niederlausitz ist besonders bemerkenswert, dass mit der Schorfheide ein brandenburgisches Ziel unter die bundesweiten Top 5 vorstößt, ein Beleg dafür, dass auch Gebiete abseits der klassischen Tourismusmagneten erhebliches Potenzial besitzen.
Die Studie macht insgesamt deutlich: Deutschlands Natur bietet für nahezu jeden Geschmack ein passendes Ziel, und genau diese Vielfalt spiegelt sich in den Suchdaten der vergangenen Monate wider.



