Forschende der BTU Cottbus-Senftenberg beschreiben die Resilienz technischer Systeme neu: nicht als feste Eigenschaft, sondern als zeitlich veränderlichen Prozess. Das teilt die Universität mit. Entscheidend sei nicht ein einzelner Messwert, sondern der gesamte zeitliche Verlauf einer Störung.
Resilienz technischer Systeme als zeitlicher Verlauf
Ob ein Stromausfall, eine gestörte Verkehrssteuerung oder eine vernetzte Industrieanlage, die aus dem Takt gerät: In solchen Situationen zeigt sich, wie belastbar technische Systeme wirklich sind. Nach Angaben der BTU kommt es dabei nicht nur darauf an, dass eine Störung auftritt, sondern vor allem darauf, wie sie sich über die Zeit entwickelt. Bislang wurde Resilienz häufig als Momentaufnahme über einzelne Kennzahlen beschrieben. Der neue Ansatz betrachtet stattdessen den kompletten zeitlichen Verlauf.
Die Forschung stammt nach Angaben der Universität aus dem Fachgebiet Drahtlose Systeme der BTU Cottbus-Senftenberg und ist in einer aktuellen wissenschaftlichen Arbeit erschienen. Mit Blick auf den zeitlichen Verlauf lasse sich genauer beurteilen, wie ein System mit einer Störung umgeht. Reale Systeme ließen sich erst dann wirklich verstehen, wenn ihr gesamter Verlauf betrachtet werde und nicht nur ein einzelner Zeitpunkt.
Vom Foto zum Film, erklärt die BTU-Forschung
Den Perspektivwechsel veranschaulicht der beteiligte Wissenschaftler mit einem Bild. „Bisher haben wir Resilienz oft wie ein Foto betrachtet – als Momentaufnahme“, erklärt Prof. Peter Langendörfer. „Unsere Arbeit zeigt, dass wir den ganzen Film betrachten müssen: Erst der zeitliche Verlauf macht sichtbar, wie gut ein System wirklich mit Störungen umgehen kann.“ Damit verschiebe sich die zentrale Perspektive weg vom Zustand und hin zur Dynamik.
Resilienz technischer Systeme für kritische Infrastrukturen
Praktische Bedeutung hat der Ansatz nach Darstellung der Forschenden vor allem für kritische Infrastrukturen. „Für kritische Infrastrukturen reicht es nicht zu wissen, dass etwas ausfällt“, sagt Langendörfer. „Wir müssen verstehen, wie sich dieser Ausfall über die Zeit entwickelt – nur so können Systeme wirklich resilient gestaltet werden.“ Die vollständige Darstellung samt wissenschaftlicher Arbeit hat die Universität in ihrer Meldung zur Resilienzforschung veröffentlicht.
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