Erster AED am Familienpark Großkoschen
Im Landkreis Oberspreewald-Lausitz ist das Herzsicher-Projekt in Großkoschen gestartet. Am Familienpark Großkoschen wurde ein öffentlich zugänglicher Automatisierter Externer Defibrillator, kurz AED, in Betrieb genommen. Nach Angaben der Rettungsdienst Niederlausitz gGmbH ist es der erste im Landkreis installierte Defibrillator im Rahmen des Projekts „Herzsicher“. Initiiert und koordiniert wird das Vorhaben von der Rettungsdienst Niederlausitz gGmbH gemeinsam mit der stiftungsnahen Björn Steiger Stiftung Handels und Beratungs GmbH.
Als erster Projektteilnehmer hat der Zweckverband Lausitzer Seenland den AED am Familienpark Großkoschen installiert. Damit soll ein weiterer Baustein für Notfallversorgung und Bevölkerungsschutz im Landkreis entstehen. Das Gerät kann laut Mitteilung auch von medizinischen Laien genutzt werden. Ziel ist es, im Ernstfall die Zeit bis zum Beginn lebensrettender Maßnahmen zu verkürzen. Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand kommt es auf schnelle Hilfe an. Nach Angaben der Projektpartner soll die flächendeckende Verfügbarkeit von AED-Geräten dazu beitragen, die Überlebenschancen betroffener Menschen zu erhöhen. Neben neuen Standorten spielt deshalb auch die Schulung der Bevölkerung eine zentrale Rolle.
Projekt Herzsicher soll Notfallvorsorge ausbauen
Das Projekt „Herzsicher“ setzt laut Rettungsdienst Niederlausitz auf zwei Schwerpunkte. Zum einen sollen öffentlich zugängliche AED-Geräte an geeigneten Orten verfügbar sein. Zum anderen sollen Menschen sensibilisiert und in lebensrettenden Sofortmaßnahmen geschult werden. Die Björn Steiger Stiftung beschreibt die Initiative ebenfalls als bundesweites Projekt für AED-Standorte und Schulungen zur Wiederbelebung und zum Einsatz von Defibrillatoren.
Tom Lehnert, Geschäftsführer der Rettungsdienst Niederlausitz gGmbH und Impulsgeber des Projekts im Landkreis, erklärte laut Mitteilung: „Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Sekunde. Mit dem Projekt ‚Herzsicher‘ schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass Betroffene schneller Hilfe erhalten. Als Rettungsdienst Niederlausitz ist es uns mit unseren Partnern, unter anderem auch dem SANA Klinikum Niederlausitz, ein Anliegen, eine flächendeckende Defi-Versorgung im Landkreis aufzubauen. Die Installation des ersten AED am Familienpark Großkoschen ist ein starkes Signal für den gesamten Landkreis und alle Patientinnen und Patienten. Mein Dank gilt dem Zweckverband Lausitzer Seenland sowie allen Akteuren, die bereits Interesse am Projekt signalisiert haben.“
Auch Dietmar Engelhard von der Björn Steiger Stiftung Handels und Beratungs GmbH hob laut Pressemitteilung den Stellenwert schneller Hilfe hervor. Die Stiftung setze sich seit vielen Jahren für eine bessere Notfallversorgung in Deutschland ein. Das Projekt „Herzsicher“ solle Menschen befähigen, im Ernstfall sofort zu handeln. Jeder zusätzliche öffentlich zugängliche AED könne Leben retten.
Registrierung vorhandener Defibrillatoren wichtig
Die Rettungsdienst Niederlausitz gGmbH übernimmt die Koordination des Projekts im Landkreis Oberspreewald-Lausitz und begleitet die Beteiligten bei der Umsetzung. Gleichzeitig ruft sie Einrichtungen, Unternehmen, Vereine und Kommunen dazu auf, bereits vorhandene AED-Geräte registrieren zu lassen. Nach Angaben der RDNL können nur verzeichnete Standorte im Notfall gezielt durch Leitstellen an Ersthelfende weitergegeben werden.
Das offizielle Verzeichnis der Region läuft über LausitzRetter. Dort informiert die Leitstelle Lausitz auch über das KatRetter-System, das im Einzugsbereich der Regionalleitstelle bereits genutzt wird. Laut Rettungsdienst Niederlausitz ist die Eintragung der AEDs fester Bestandteil des Projekts. Dadurch soll die Leitstelle Lausitz Ersthelfende im Ernstfall besser zu verfügbaren Geräten lotsen können.
Landrat Alexander Erbert verwies laut Mitteilung darauf, dass der Landkreis Oberspreewald-Lausitz mit acht Rettungswachen und rund 21.000 Einsätzen pro Jahr eine verlässliche Notfallversorgung organisiere. Dennoch gebe es bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand eine entscheidende Zeitspanne zwischen Notruf und Eintreffen des Rettungsdienstes. Das Projekt „Herzsicher“ solle genau dort ansetzen und bestehende Angebote wie die Ersthelfer-App KatRetter sinnvoll ergänzen.
Schulungen sollen Hemmschwellen senken
Nach Angaben der Rettungsdienst Niederlausitz gGmbH sterben in Deutschland jährlich rund 65.000 Menschen am plötzlichen Herztod. Ein Herzstillstand könne jeden treffen, unabhängig von Alter, körperlicher Fitness oder bestehenden Vorerkrankungen. Entscheidend seien die ersten Sekunden nach dem Ereignis. Öffentlich zugängliche Defibrillatoren sollen deshalb auch Laien ermöglichen, noch vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes mit lebensrettenden Maßnahmen zu beginnen.
Das Projekt wird laut Mitteilung von der Björn-Steiger-Stiftung kofinanziert und ist auf acht Jahre ausgelegt. Dazu gehören die Lieferung und Anbringung von AEDs in klimatisierten Wandkästen sowie Schulungen für Interessierte. Die jeweiligen Termine hängen vom Eigentümer der AEDs ab und werden individuell bekanntgegeben. Weitere Informationen stellt die Stiftung unter Herzsicher bereit.
Die Rettungsdienst Niederlausitz gGmbH wirbt außerdem dafür, eigene AEDs erfassen zu lassen. Bei Interesse können sich Einrichtungen, Unternehmen, Vereine und Kommunen per E-Mail an [email protected] wenden. Das Herzsicher-Projekt in Großkoschen soll damit der Auftakt für weitere Standorte im Landkreis Oberspreewald-Lausitz sein.
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Red. / Presseinformation
Bild: Rettungsdienst Niederlausitz gGmbH




