Energieinfrastruktur, Netzausbau und Versorgungssicherheit standen am Mittwoch im Mittelpunkt des 26. Brandenburger Energietages an der BTU Cottbus-Senftenberg. Mit mehr als 600 Teilnehmenden verzeichnete das Fachevent nach Angaben der Universität eine Rekordanmeldung. Diskutiert wurde, wie Brandenburg seine Energieversorgung zukunftsfähig, belastbar und wirtschaftlich tragfähig aufstellen kann. Auch IHK-Cottbus-Präsident Jens Warnken sieht leistungsfähige Netze, Wasserstoff und verlässliche Rahmenbedingungen als zentrale Standortfaktoren für die Lausitz. Neben Fachimpulsen, Podiumsdiskussion, Fachforen und Ausstellung standen auch neue Laborführungen im Energie-Innovationszentrum Cottbus sowie erstmals ein Vernetzungstreffen für Energieexpertinnen auf dem Programm.
Rekordanmeldung beim Brandenburger Energietag in Cottbus
Auf dem Zentralcampus der BTU Cottbus-Senftenberg kamen am Mittwoch beim 26. Brandenburger Energietag Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Energiewirtschaft zusammen. Wirtschafts- und Energieministerin Martina Klement betonte in ihrer Eröffnungsrede, dass zukunftsfähige Energieinfrastrukturen die Grundlage für eine sichere Versorgung und einen wettbewerbsfähigen Wirtschaftsstandort bilden. Brandenburg produziere bereits heute mehr Strom aus erneuerbaren Energien, als im Land verbraucht werde. Daraus ergäben sich jedoch neue Herausforderungen bei Speichern, Netzen und Infrastruktur.
Auch Jens Warnken, Präsident der IHK Cottbus, ordnete die Energieinfrastruktur als entscheidenden Standortfaktor für die Lausitz ein. Am NL-Mikro verwies er darauf, dass Versorgungssicherheit, Netzausbau, Wasserstoff, Gaskraftwerke, Gebäudeeffizienz und verlässliche gesetzliche Rahmenbedingungen eine wichtige Rolle für Investitionen und Ansiedlungen spielen. Energie stehe in den IHK-Umfragen weiterhin weit oben unter den Problemfeldern der Wirtschaft. Besonders lange Wartezeiten bei Netzanschlüssen, begrenzte Kapazitäten und häufig veränderte Rahmenbedingungen erschwerten aus seiner Sicht die Planung von Unternehmen.
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Von der Politik brauche es aus Warnkens Sicht vor allem mehr Klarheit, Verlässlichkeit und konkrete Entscheidungen. Unternehmen müssten Investitionen häufig über viele Jahre planen und könnten sich nicht immer wieder auf neue gesetzliche Rahmenbedingungen einstellen. Wichtig seien deshalb schnellere und besser abgestimmte Verfahren, ein konsequenter Netzausbau sowie verlässliche Rahmenbedingungen bei Energiepreisen, Wasserstoff und künftigen Industrieansiedlungen. Gerade für die Lausitz sei entscheidend, dass aus Absichtserklärungen praktische Schritte würden.
Fachforen und Forschung an der BTU
Der Brandenburger Energietag wird seit 1999 durchgeführt und hat sich als Branchentreffen im Land etabliert. Am Vormittag standen Fachimpulse, unter anderem von der Bundesnetzagentur, sowie eine Podiumsdiskussion zur Zukunft der Energieinfrastrukturen im Mittelpunkt. Am Nachmittag vertieften vier parallele Fachforen die Themen „Erzeugung und Einspeisung“, „Transport und Verteilung“, „Nutzung und Versorgung“ sowie „Rahmenbedingungen und Finanzierung“.
BTU-Präsidentin Prof. Dr. Gesine Grande verwies auf die Rolle der Lausitz und der Universität im Transformationsprozess. Die BTU gestalte den Wandel aktiv mit und verbinde mit dem Energie-Innovationszentrum Cottbus Forschung, Transfer und Praxis. Neu im Programm waren in diesem Jahr Einblicke in die Arbeit des Energie-Innovationszentrums Cottbus. In zwei Laborführungen wurden aktuelle Forschungsansätze rund um die Energiewende vorgestellt, darunter das EPS Lab und das EECON Lab.
Ein weiteres neues Angebot war das gemeinsam mit der Deutschen Energie-Agentur ausgerichtete Vernetzungstreffen für Energieexpertinnen. Unter dem Titel „Energiefrauen Brandenburg“ stand es unter dem Motto „Vernetzen. Sichtbar machen. Energiewende gestalten“.
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Red.












