Cottbus hat sich in den vergangenen zwei Jahren von allen 400 untersuchten Regionen in Deutschland am stärksten verbessert. Das geht aus dem aktuellen Regionalranking der IW Consult hervor, über das die Deutsche Presse-Agentur am Montag berichtete.
IW-Ranking Cottbus an der Spitze der Dynamik
Im sogenannten Dynamikranking belegt Cottbus den ersten Platz unter allen 400 untersuchten Landkreisen und kreisfreien Städten. Die Auswertung misst, welche Regionen sich in den vergangenen zwei Jahren am stärksten verbessert haben. Erstellt wird das Ranking seit 2016 alle zwei Jahre von der IW Consult, einer Gesellschaft des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft Köln.
In das Gesamtergebnis fließen nach Angaben der IW Consult 14 Faktoren in drei Kategorien ein: Wirtschaftsstruktur, Arbeitsmarkt und Lebensqualität. Zu den Indikatoren zählen unter anderem private Verschuldung, gemeindliche Steuerkraft, Arbeitslosigkeit, Erwerbsquote von Frauen, Ärztedichte, Kriminalitätsbelastung und Grünflächen.
Strukturwandel und BTU als zentrale Treiber
Hanno Kempermann von der IW Consult ordnet den Cottbuser Erfolg ein. Die Stadt übernehme in der Lausitz eine zentrale Ankerfunktion als urbaner Wissens- und Innovationsstandort mit der einzigen technischen Universität Brandenburgs, sagte er laut dpa. Damit verweist Kempermann auf die Brandenburgische Technische Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg.
Neben Wissenschaft, Forschung und Entwicklung würden wirtschaftliche Aktivitäten an ökologischen Leitthemen wie Wasserstoff, Elektrifizierung und erneuerbaren Energien ausgerichtet, so Kempermann weiter. Regionen wie Cottbus zeigten, wie Strukturwandel gelingen könne. Die Lausitz steht durch den geplanten Kohleausstieg vor einem tiefgreifenden Umbau ihrer Wirtschaft.
Brandenburg führt im Bundesländer-Vergleich
Auch über Cottbus hinaus schneidet Brandenburg in der Auswertung deutlich besser ab als andere Länder. Nach Angaben der IW Consult hat sich seit 2016 Brandenburg von allen Bundesländern am stärksten entwickelt. Knapp 80 Prozent der brandenburgischen Regionen verbesserten sich im Ranking demnach um mindestens 25 Plätze.
In Brandenburg sei viel industrielle Wertschöpfung entstanden, sagte Kempermann. Zudem profitiere das Bundesland von Berlin. Insgesamt habe der Norden Deutschlands vom Ausbau erneuerbarer Energien profitiert, der dort nach Angaben der Studienautoren massiv an Fahrt aufgenommen habe.
Süden bleibt im Niveauranking dominant
Während Cottbus im Dynamikranking führt, bleibt das parallel erhobene Niveauranking, das den aktuellen Stand misst, weiter vom Süden geprägt. Den ersten Platz belegt erneut der Landkreis München, gefolgt von der Stadt München und dem Landkreis Tirschenreuth in der Oberpfalz. Elf der zwanzig stärksten Regionen liegen laut Studie in Bayern.
Diese Regionen punkten den Forschern zufolge mit hoher Steuerkraft, niedriger Arbeitslosigkeit und vielen hoch qualifizierten Fachkräften. Die letzten Plätze des Niveaurankings belegen Suhl in Thüringen sowie die beiden Ruhrgebietsstädte Duisburg und Gelsenkirchen. Im Langzeitvergleich seit 2016 haben gut 60 Prozent der Regionen in Baden-Württemberg mindestens 25 Plätze verloren.
Cottbus als möglicher Vorbild-Fall für den Strukturwandel
Den Forschern zufolge könnte Cottbus beim Strukturwandel eine Blaupause für andere Regionen sein. Zuerst hatte der „Spiegel“ über die Ergebnisse berichtet, anschließend griff die Deutsche Presse-Agentur die Studie für die bundesweite Verbreitung auf. Das nächste IW-Ranking ist nach dem bisherigen Zweijahres-Rhythmus für 2028 zu erwarten.
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