In Lauchhammer soll eine neue Anlaufstelle für Kinder entstehen, die Hilfe und Schutz brauchen. Wie die Sana Kliniken Niederlausitz mitteilen, ist der Aufbau einer Kinderschutzinstitutsambulanz geplant. Dort sollen Kinder, bei denen es Hinweise auf Gewalt, Misshandlung oder Vernachlässigung gibt, medizinisch untersucht und betreut werden. Gleichzeitig sollen auch Familien und Fachkräfte Unterstützung bekommen und besser miteinander vernetzt werden. Der Start der Einrichtung ist für den 1. Juni 2026 vorgesehen
Neue Kinderschutzambulanz in Lauchhammer geplant
Die Sana Kliniken Niederlausitz planen den Aufbau einer Kinderschutzinstitutsambulanz (KIA) am Standort Lauchhammer. Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, soll damit erstmals eine zentrale medizinische Anlaufstelle für Kinder geschaffen werden, die von Gewalt, Misshandlung oder Vernachlässigung betroffen sein könnten.
Nach Angaben der Klinik komme es bereits heute häufiger vor, dass Kinder ohne klare Einordnung direkt als Notfall vorgestellt werden. Gleichzeitig fehlten bislang in der Region abgestimmte Strukturen für eine koordinierte Versorgung. Die geplante Ambulanz soll hier ansetzen und verschiedene Bereiche wie Diagnostik, Beratung und Vernetzung bündeln.
Strukturen sollen Versorgung und Zusammenarbeit verbessern
Die Planungen für eine solche Einrichtung laufen bereits seit mehreren Jahren. Anfang 2025 hatten sich vier Kliniken in Brandenburg zusammengeschlossen, um gemeinsam entsprechende Strukturen aufzubauen. Im Laufe des Jahres 2026 sollen insgesamt fünf Kinderschutzambulanzen in den verschiedenen Versorgungsregionen des Landes entstehen. Die Sana Kliniken Niederlausitz werden dabei einen dieser Standorte stellen.
Ziel ist laut Klinik, feste Ansprechpartner zu schaffen und Abläufe klar zu strukturieren. Gleichzeitig soll die Zusammenarbeit mit Jugendämtern, Polizei, Kitas und niedergelassenen Ärzten verbessert werden. Auch aus Sicht des Jugendamtes im Landkreis Oberspreewald-Lausitz wird die Einrichtung als wichtiger Baustein bewertet, um komplexe Situationen schneller und fachlich fundiert einschätzen zu können.
Breites medizinisches Angebot für betroffene Kinder
Die geplante Kinderschutzambulanz soll ein breites Spektrum abdecken. Dazu zählen unter anderem die Versorgung von Gewaltopfern, die Diagnostik bei Verdacht auf Misshandlung oder sexualisierte Gewalt sowie die Betreuung von Kindern, die unter Vernachlässigung leiden. Auch Fälle, die bereits länger zurückliegen, sollen dort aufgearbeitet werden können. Geplant ist der Aufbau eines multiprofessionellen Teams aus medizinischem Fachpersonal, Psychologen und weiteren spezialisierten Fachrichtungen. Eine zentrale Koordinationsstelle soll als erste Anlaufstelle für Betroffene und Fachkräfte dienen.
Start im Juni 2026 geplant
Der Start der Kinderschutzinstitutsambulanz ist für den 1. Juni 2026 vorgesehen. Der vollständige Aufbau der Strukturen wird nach Angaben der Klinik jedoch mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Fördermittel wurden bereits beantragt und bewilligt, um die Umsetzung zu unterstützen. Bereits heute arbeitet das Klinikum mit einer internen Kinderschutzgruppe, die Fälle bewertet und Maßnahmen abstimmt. Die neue Ambulanz soll diese Arbeit weiter ausbauen und auf eine dauerhafte Grundlage stellen.
Appell an Gesellschaft und Umfeld
Nach Angaben der Klinik spielt neben der medizinischen Versorgung auch die Sensibilisierung eine wichtige Rolle. Hinweise auf mögliche Gefährdungen von Kindern seien oft nicht eindeutig und würden daher teilweise zu spät erkannt. Die geplante Einrichtung soll dazu beitragen, frühzeitig Unterstützung zu bieten und Betroffene besser zu erreichen.
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Red. / Presseinformation
Bild: Sana Kliniken Niederlausitz




