Das ICE-Bahnwerk in Cottbus geht in sein finales Baujahr. Beim heutigen Baustellenbesuch informierte Projektleiter Carsten Burmeister im NL-Videotalk über den aktuellen Stand des ICE-Instandhaltungswerks der Deutsche Bahn. Die 526 Meter lange Halle 1 gilt als Herzstück des Megaprojekts. Nach Angaben der Projektleitung liegt der Bau weiterhin im Plan. Ende 2026 soll die bauliche Gesamtfertigstellung erreicht sein, im Januar folgt ein Testbetrieb und die schrittweise Inbetriebnahme ist für Februar 2027 vorgesehen. Eindrücke und Infos zum aktuellen Stand gibt es im NL-Videotalk ->> Hier anschauen.
Halle 1 als Herzstück der Großrevision
Mitten in Halle 1 wird deutlich, welche Dimension das Projekt inzwischen erreicht hat. Die Revisionshalle misst 526 Meter in der Länge und verfügt über einen ebenerdigen Boden. Hier sollen künftig die ICE-4-Züge vollständig zerlegt und in Einzelwagen bearbeitet werden können. Anders als in der bereits bestehenden Halle 2 erfolgt die Revision nicht am Gesamtzug, sondern wagenweise.
Die bis zu 40 Tonnen schweren und rund 27 Meter langen Wagenkästen können mithilfe von Flurfördertechnik quer und längs bewegt werden. Dadurch gelangen sie in einzelne Arbeitsstände, in Werkstätten oder in die Lackierstraße. Am Ende der sogenannten IS700-Revision werden die 13 Wagen wieder zusammengesetzt und unter Oberleitung getestet, bevor der Zug zurück in den Fahrgastbetrieb geht.
Erste Tests im Sommer 2026
Derzeit ist eine Hallenhälfte vollständig geschlossen. Das sei bewusst so geplant worden, erklärte Burmeister im Talk. Eine Hälfte ist bereits beheizt und befindet sich seit Herbst 2025 im Innenausbau. Damit habe man auf die kalten Wintermonate reagiert und Bauzeit gesichert. Im Sommer 2026 soll dieser Abschnitt technisch in Betrieb genommen werden. Dann werden Anlagen unter Strom gesetzt und erstmals unter realen Bedingungen getestet. Ein kompletter ICE 4 passt zu diesem Zeitpunkt noch nicht in die Halle. Stattdessen sollen einzelne Wagen oder andere Fahrzeuge genutzt werden, um Hebeanlagen, Arbeitsbühnen und Abläufe zu prüfen.
Fertigstellung Ende 2026, Produktionsstart 2027
Bis Ende 2026 ist die bauliche Gesamtfertigstellung von Halle 1 vorgesehen. Im Januar 2027 folgt ein Testbetrieb, in dem Personal geschult und sämtliche Anlagen geprüft werden. Im Februar 2027 soll dann der erste ICE 4 regulär zu Revisionszwecken in das neue Werk einfahren.
Die Inbetriebnahme erfolgt schrittweise. Während die große Revisionshalle planmäßig im Februar 2027 startet, werden periphere Anlagen wie Drehgestell- und Klimakomponentenaufarbeitung oder die Lackierbereiche zeitlich nachgelagert hochgefahren. Ziel ist eine stabile Produktionskette vom ersten Tag an.
Komplettes Werk mit Lager, Werkstatt & Sozialgebäude
Zum Großprojekt gehört weit mehr als die Fahrzeughalle. Entstehen sollen Lagerflächen, Nebenwerkstätten, Sozialtrakte, Büros, Umkleidebereiche sowie eine Kantine. Perspektivisch ist von bis zu 1.200 Beschäftigten am Standort die Rede. Auch im Umfeld schreiten die Arbeiten voran. Neue Abstellgleise im Bereich der Vetschauer Straße gehen nach Angaben der Projektleitung in diesem Monat in Betrieb. Dadurch werden Flächen im nördlichen Bereich des Hauptbahnhofs frei, die für das ICE-Werk benötigt werden. Zusätzlich entstehen neue Gleisanbindungen, Außenanlagen, eine Sprinkleranlage sowie eine Feuerwehrumfahrung.
Nacht- und Wochenendarbeit gegen Winterverzug
Der harte Winter hat im Rohbau zu leichten Verzögerungen geführt. Um die geplante Rohbaufertigstellung im April oder Mai 2026 zu halten, wird in den kommenden zwei Monaten auch nachts und an Wochenenden gearbeitet.
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Red. / Presseinformation






