Das Sana Herzzentrum in Cottbus ist erneut als Mitralklappen-Zentrum zertifiziert worden. Wie die Klinik mitteilt, erfolgte die Re-Zertifizierung durch die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie nach einem erfolgreichen Audit. Damit bleibt das Haus nach eigenen Angaben die einzige zertifizierte Einrichtung dieser Art im weiteren Umkreis. Herzpatienten in Südbrandenburg sollen so wohnortnah versorgt werden können.
Anerkennung durch die DGK für Mitralklappen-Qualität
Die Spezialklinik in Cottbus hat das Qualitätssiegel als DGK-zertifiziertes Mitralklappen-Zentrum erneut erhalten. Verliehen wurde die Auszeichnung von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) nach einem Prüfverfahren, das Strukturen, Abläufe und Behandlungsqualität bewertet. Nach Angaben des Sana Herzzentrums ist es im weiten Umkreis die einzige Klinik mit dieser Zertifizierung. Vergleichbare Fachkliniken mit zertifiziertem Mitralklappen-Zentrum befinden sich laut Klinik in Berlin, Leipzig und Bernau. Klinikgeschäftsführer Marc Bernstädt würdigt die Re-Zertifizierung als Ergebnis des Engagements des gesamten Teams. Die Auszeichnung sei zugleich eine Anerkennung der Arbeit von Ärztinnen, Ärzten und Pflegekräften, heißt es in der Mitteilung.
Interdisziplinäres Heart-Team mit hoher Eingriffszahl
Die interventionelle Mitralklappen-Therapie ist im Sana Herzzentrum Cottbus Aufgabe eines multiprofessionellen Teams. Dazu gehören nach Angaben der Klinik unter anderem die Leitende Oberärztin der Kardiologie Dr. Kristin Rochor sowie der Oberarzt der Herzchirurgie Dr. Volker Herwig. Gemeinsam mit Echokardiographen, Kardioanästhesisten und OP-Pflegekräften wurden demnach bereits mehr als 750 Mitralklappen interventionell versorgt. Dr. Kristin Rochor beschreibt die Behandlung als Teamarbeit, die über Jahre eingespielt sei. Nach Klinikangaben können in Cottbus inzwischen pro Jahr mehr als 100 Patientinnen und Patienten mit einer solchen Intervention behandelt werden.
Schonendes Clip-Verfahren als Alternative zur offenen Operation
Seit 2013 wird im Cottbuser Herzzentrum das sogenannte MitraClip-Verfahren eingesetzt. Dabei handelt es sich um eine minimalinvasive Behandlungsmethode bei undichter Mitralklappe. Betroffene leiden nach Angaben der Klinik häufig unter Wassereinlagerungen, Atemnot oder Herzrhythmusstörungen. Bleibt eine defekte Klappe unbehandelt, könne dies nicht nur das Herz, sondern auch andere Organe dauerhaft schädigen.
Bis zur Einführung des Clip-Verfahrens war eine Rekonstruktion der undichten Mitralklappe häufig nur durch eine Operation am offenen Herzen möglich. Für viele schwer herzkranke oder hochbetagte Risikopatienten kam eine solche Operation laut Mitteilung jedoch nicht infrage. Der MitraClip biete eine schonendere Therapie, werde aber nur bei ausgewählten Patientinnen und Patienten eingesetzt, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen müssen. Sind die anatomischen Gegebenheiten nicht für ein Clipverfahren geeignet, kann nach Angaben der Klinik alternativ ein ebenfalls interventionelles Verfahren der Mitralringraffung mit einer Metallspange genutzt werden. Dabei kommt das Carillon-System zum Einsatz.
Technische Weiterentwicklung und Behandlung weiterer Klappen
Die Möglichkeiten der interventionellen Klappentherapie entwickeln sich nach Angaben der Klinik kontinuierlich weiter. Seit Ende des vergangenen Jahres werden am Sana Herzzentrum die neuesten Clipsysteme der fünften Generation implantiert. Inzwischen hat sich die Cliptechnik auch zur Behandlung defekter Trikuspidalklappen etabliert. Nach Klinikangaben wurden in Cottbus seit 2020 mehr als 120 Patientinnen und Patienten an der Trikuspidalklappe interventionell behandelt. Die Eingriffe erfolgen im Hybrid-Saal, in dem Kardiologen und Herzchirurgen Seite an Seite arbeiten.
Ablauf der Intervention und Erholung nach dem Eingriff
Bei den interventionellen Klappen-Prozeduren wird über einen kleinen Hautschnitt in der Leiste unter Röntgensicht ein oder mehrere Metallclips zur undichten Mitral- oder Trikuspidalklappe geführt. Die etwa zwölf Millimeter großen Klammern verbinden die Klappensegel so miteinander, dass diese wieder besser schließen. Während des Eingriffs liegen die Patientinnen und Patienten nach Angaben der Klinik in Vollnarkose.
Dr. Kristin Rochor nennt als Vorteil, dass das Verfahren ohne Brustkorberöffnung am schlagenden Herzen durchgeführt wird und keine Herz-Lungen-Maschine erforderlich ist. Dadurch sei der Eingriff schonend und in der Regel besser verträglich. Nach Angaben der Klinik können viele Patientinnen und Patienten bereits wenige Tage nach dem Eingriff nach Hause entlassen werden und sich vergleichsweise schnell erholen.
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Red. / Presseinformation
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