Der diesjährige Tag der Kinderhospizarbeit am 10. Februar hat die wertvolle Arbeit vieler Begleiterinnen und Begleiter von Familien schwerkranker Kinder in den jährlichen Vordergrund gerückt. Auch in der Niederlausitz engagieren sich Menschen in diesem sensiblen Bereich, unter anderem bei der Johanniter-Unfall-Hilfe in Cottbus. Vielen ist vor allem das Kinderhaus Pusteblume in Burg bekannt, doch darüber hinaus leisten die Johanniter auch ambulante Kinderhospizarbeit direkt in den Familien. Am Aktionstag sprachen wir mit Familienbegleiterin Heike Kniep über ihre ehrenamtliche Tätigkeit. Dabei wurde deutlich, wie wichtig Entlastung, Unterstützung und Lebensfreude im Alltag der betroffenen Familien sind. Zum NL-Kurztalk ->> Hier anschauen.
Begleitung mit Nähe
Die ambulante Kinderhospizarbeit richtet sich an Familien mit schwerkranken Kindern. Anders als häufig angenommen, gehe es dabei nicht ausschließlich um die Begleitung am Lebensende. Vielmehr, so Heike Kniep im Gespräch, gehe es um „ganz viel Hilfe, mit viel Lebensfreude, mit viel Dankbarkeit“. Viele verbänden Hospizarbeit ausschließlich mit Trauer, doch das entspreche nicht der Realität. „Also, es ist wirklich viel Lebensfreude auch in dieser Arbeit. Das kann man wirklich so sagen.“
Kniep ist seit Mai des vergangenen Jahres als ehrenamtliche Familienbegleiterin tätig. Der Weg in das Engagement führte sie über ihre frühere berufliche Arbeit mit schwerkranken Kindern. „Ja, das ist es noch mal für mich als Rentnerin auch, das Gefühl zu bekommen, gebraucht zu werden, irgendwas zu tun, in Familien reinzugehen und zu helfen.“
Intensive Vorbereitung und verlässliche Begleitung
Zuvor absolvieren die Ehrenamtlichen einen umfassenden Ausbildungskurs. Neben theoretischen Grundlagen wurden Fallbeispiele besprochen und auch sensible Themen offen behandelt. Ein Besuch in einem Bestattungshaus gehörte ebenfalls dazu. Rückblickend beschreibt Kniep die Ausbildung als „einen sehr wertvollen Kurs für uns“. Unterstützung erhalten die Begleiterinnen und Begleiter jederzeit durch feste Ansprechpartner bei den Johannitern. Auch der Austausch untereinander spielt eine wichtige Rolle, um Erfahrungen zu reflektieren und sich gegenseitig zu stärken.
Entlastung für die Familie & ein Lächeln, das antreibt
Die Begleitung erfolgt individuell und orientiert sich an den Bedürfnissen der Familien. Kniep besucht ein schwerkrankes Mädchen seit mehreren Jahren regelmäßig. Gemeinsame Ausflüge, Gespräche oder einfach Zeit miteinander prägen diese Treffen. In einer weiteren Familie unterstützt sie eine schwerkranke Mutter und deren Sohn, bietet Gespräche an und ist verlässlich erreichbar. Ein besonderes Augenmerk gilt den Geschwisterkindern, die im belastenden Alltag oft in den Hintergrund geraten. Ziel sei es, ihnen Aufmerksamkeit zu schenken und kleine Auszeiten zu ermöglichen.
Was sie antreibe, seien oft die kleinen Momente im Alltag. Ein Lächeln, ein gelungenes Treffen oder die spürbare Erleichterung der Eltern zeigten ihr, dass die Unterstützung ankomme. Die Dankbarkeit der Familien und das Vertrauen, das ihr entgegengebracht werde, seien wichtige Motivation, dieses Ehrenamt weiterzuführen.
Gleichzeitig sei es wichtig, auf die eigene Abgrenzung zu achten. „Man muss natürlich eben auch sich selber reflektieren und immer auch zusehen, wie viel Nähe man zulässt und ähm wie wo die Distanz dann da sein sollte“, sagte Kniep. Nur so könne das Ehrenamt langfristig tragfähig bleiben.
Ehrenamt als unverzichtbare Unterstützung
Fest steht: Ohne das Engagement der ehrenamtlichen Familienbegleiterinnen und -begleiter könnten viele Angebote in dieser Form nicht bestehen. Durch ihre Arbeit erfahren zahlreiche Familien in sehr schweren Lebenslagen konkrete Entlastung, persönliche Zuwendung und verlässliche Begleitung im Alltag. „Es ist auf jeden Fall eine Erfüllung“, erklärte Kniep im Gespräch mit Niederlausitz aktuell. Gleichzeitig sei die Tätigkeit eine Herzensangelegenheit, die jedoch nicht für jeden geeignet sei. Entscheidend sei, ehrlich in sich hineinzuhören, ob man den emotionalen Anforderungen gewachsen sei.
Der ambulante Kinderhospizdienst in Cottbus bietet Interessierten die Möglichkeit, sich unverbindlich zu informieren. Ziel bleibt es, Familien in schwierigen Lebenssituationen langfristig zu begleiten und ihnen spürbare Unterstützung zu geben. Alle weitere Infos und Kontakte ->> Hier entlang.
Red.






