Der Energiekonzern LEAG hat das Ende des Kohleabbaus im Tagebau Welzow-Süd auf das Jahr 2030 festgelegt. Nach Darstellung des Unternehmens gegenüber Niederlausitz aktuell handelt es sich dabei nicht um einen vorgezogenen Ausstieg, sondern um die Konkretisierung einer seit Langem geplanten Laufzeit bis in die frühen 2030er Jahre. Als Grund nennt die LEAG veränderte Bedingungen am Strommarkt, insbesondere den starken Ausbau von Solar- und Windenergie und die daraus resultierenden starken Preisschwankungen. Der geringere Bedarf an Braunkohle mache den Abbau des südlichen Restfeldes über 2030 hinaus aus Sicht des Unternehmens nicht mehr notwendig.
Geringerer Kohlebedarf & neue Endstellung für Tagebau
Als zentrale Ursache für die aktuelle Konkretisierung nennt die LEAG die tiefgreifenden Veränderungen am Strommarkt. Der „politisch gewollte und geförderte Zubau von PV- und Windkraftanlagen“ habe zu massiven Marktveränderungen geführt. Die stark volatile Einspeisung erneuerbarer Energien führe laut LEAG über den Jahresverlauf zu „immer stärker schwankenden Preisen“. Besonders in den Sommermonaten von Mai bis September komme es nach Angaben des Unternehmens „vermehrt zu einem Ungleichgewicht aus privilegierter Einspeisung von PV- und Windstrom und marktgetriebener Stromnachfrage“. In immer mehr Stunden entstehe dadurch ein Stromüberangebot, das zu „negativen Preisausschlägen“ führe.
Die LEAG betont in diesem Zusammenhang ihre wirtschaftliche Rolle am Markt. Als Unternehmen, das „keine gesetzlichen Produktions- oder Erlösgarantien erhält“, müsse man flexibel auf diese Entwicklungen reagieren. Ziel sei es, „das Risiko negativer Deckungsbeiträge beziehungsweise von Negativerlösen zu reduzieren“. Diese Anpassungen seien nach Unternehmensangaben betriebswirtschaftlich geboten, um „eine ganzjährige Wirtschaftlichkeit, stabile Wertschöpfung und sichere Arbeitsplätze gewährleisten zu können“.
Aus dieser marktbedingten, flexiblen Fahrweise der Kraftwerke ergäben sich nach Darstellung der LEAG auch Abweichungen beim künftigen Braunkohlebedarf bis zum gesetzlich festgelegten Kohleausstieg im Jahr 2038. Entsprechend einer geringeren Kohlebedarfsplanung für den Tagebau Welzow-Süd sei die Inanspruchnahme des südlichen Restfeldes im Teilabschnitt 1 nicht mehr erforderlich. Der Tagebau werde daher Ende 2030 auslaufen.
Mit dem Verzicht auf das Restfeld entfalle nach Angaben des Unternehmens zugleich die Nutzung der bestehenden Verbindungsstraße zwischen Welzow und Spremberg. Die bestehende Straße muss nun theoretisch nicht mehr weichen und neu gebaut werden. Während die Endstellung des Tagebaus nun neu angepasst wird, seien mit der aktuellen Entscheidung jedoch „keine Änderungen des LEAG-Revierkonzeptes verbunden“. Die Tagebaulaufzeiten im Lausitzer Revier blieben aus Sicht des Konzerns grundsätzlich unverändert.
Das Umweltnetzwerk GRÜNE LIGA sieht diese Entscheidung als längst überfällig und fordert entsprechende Änderungen auch beim Tagebau Nochten in Sachsen.
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Red. / Presseinformation







