Landkreis
Leuthen Montag, 06 April 2020 von Georg Zielonkowski

Oßniger Billard-Könige müssen auf ihre Krönung noch warten

Oßniger Billard-Könige müssen auf ihre Krönung noch warten

Wie alle anderen Sportler auch, parken derzeit die Billardkegler in einer wochenlangen Warteschleife, was Training und Wettkampf betrifft, und sind somit regelrecht festgebunden. Der Spielbetrieb ist eingestellt, was auf alle Spielklassen samt Bundesliga zutrifft. Der Billardverband legte kürzlich fest, dass in einer Sitzung am 13.05.2020 über das Restprogramm der einzelnen Ligen entschieden wird. Drei Möglichkeiten stehen dann zur Diskussion. Die für wohl alle unangenehmste davon wäre, die Saison 19/20 generell nicht zu werten. Möglich wäre auch, die Saison 19/20 abzubrechen und den Stand vom 12.03.2020 in die Wertung zu nehmen. Oder aber, es wird die letzte Doppelrunde noch ausgespielt, um so Meister, Absteiger und Relegationsteilnehmer zu ermitteln. Vorausgesetzt der Spielbetrieb wird für die Schlussrunde (geplant ist das letzte Wochenende im Juni) wieder aufgenommen, wird sich am 19. Titelgewinn des SV Leuthen/Klein Oßnig nichts ändern, zu komfortabel ist der Vorsprung des Sextetts aus der Spielstätte im Gasthaus „Schön Oßnig.

Abstiegskampf für Burg, Spremberg und Tschernitz spannend

Dagegen würde der Abstiegskampf einiges an Spannung parat halten. Sicher ist nur, dass Neuling Niederschöna als Tabellenletzter den Gang in Liga zwei antreten muss. Um Relegationsplatz neun zu erspielen, werden sich dagegen dann mit Burg, Spremberg und Tschernitz gleich drei Vereine bemühen.

Bei der Nennung des Drittletzten FSV Spremberg wird bei den Insidern dieser Sportart das Erstaunen groß sein, gehörten die Spieler des FSV in den letzten Jahren doch stets zu den größten Konkurrenten von Serienmeister Oßnig. Doch konnten Wille & Co die Abgänge von Mirco Handrejk und des Vorjahressechsten der Rangliste Reinhard Gürbig nicht kompensieren. Ähnlich die Lage beim Vorjahresdritten Neuzauche, der als aktueller Dritter nur an zwei Spieltagen auf Spitzenmann Hartmut Schindler zurückgreifen konnte und in Summe schon sieben Neiderlagen kassierte. Auch der Chemnitzer BC findet sich auf dem ungewohnten Platz sechs wieder, anstatt ernsthaft in den Medaillenkampf einzugreifen. Der tiefe Fall der Westsachsen hat einen Namen und der lautet Marcus Marsch. Über Jahre führte er die Rangliste an, und kam beispielsweise in der vergangenen Spielzeit auf den Generaldurchschnitt von 317,81 Holz. Nun zog es den Erfolgsspieler zurück in die Heimat und sein Ex-Team hinab in die Niederungen der Tabelle.

Über all die Sorgen erhaben sind die Männer des alten und neuen Meisters aus Oßnig, der seine einzige Saisonniederlage beim 1701:1800 in Netzen kassierte. Oßnig musste zeitweilig Stefan Lehmann nach dessen Verletzung ersetzen, doch spielten seine Teamkollegen eine Saison, beinahe wie im Traum. Sowohl bei ihren Heimspielen, als auch auswärts kamen sie auf Generaldurchschnitts-Werte oberhalb der 1800-er Marke. Woran die sich immens steigernden Martin Maltzahn und Silvio Zedel einen Riesenanteil hatten. Maltzahn, der in dieser Saison klar punktbester Spieler der Bundesliga, verbesserte sich von seinem Vorjahresdurchschnitt 305,11 auf nun 313,22 Holz. Und Silvio Zedel übertraf seinen Wert aus 2018/19 (299,94) um beinahe zwölf Zähler.

Nun wartet man sowohl beim Titelverteidiger, als auch bei den bedrohten Mannschaften des Tabellenkellers mit Spannung auf die Verbandsentscheidung des 13. Mai. „Natürlich hoffen wir alle, dass sich die Corona-Lage in unserer Gesellschaft bis dahin deutlich entspannt hat, und wir dann das minimale Restprogramm der einzelnen Ligen zu Ende spielen können. Selbst wenn wir damit noch drei vier weitere Wochen warten müssten, wäre dies doch allemal besser, als die ganze Saison zu canceln“, so Rainer Dürre vom Dominator der Bundesliga.

Aktueller Bundesliga-Tabellenstand vor der letzten Doppelrunde

Pl.

 

Mannschaft

Pu

S

G

U

V

GD

Ges.

Heim

Ausw

Min

Max.

1

 

SV Leuthen/Kl.-Oßnig

30:2

16

15

0

1

1.808,81

28941

1.820,00

1.800,11

1701

1889

2

 

SG Rot-Weiß Netzen

22:10

16

11

0

5

1.704,88

27278

1.736,78

1.663,86

1565

1848

3

 

SV Neuzauche 06

18:14

16

9

0

7

1.713,88

27422

1.714,89

1.712,57

1599

1800

4

 

BSV Britz

18:14

16

9

0

7

1.675,69

26811

1.669,44

1.683,71

1599

1788

5

 

ESV Lok Guben

16:16

16

8

0

8

1.661,44

26583

1.659,14

1.663,22

1542

1789

6

 

1. Chemnitzer BC

14:18

16

7

0

9

1.658,63

26538

1.667,22

1.647,57

1501

1757

7

 

BSV Chemie Tschernitz

13:19

16

6

1

9

1.700,56

27209

1.740,43

1.669,56

1600

1778

8

 

FSV 1895 Spremberg

13:19

16

6

1

9

1.683,81

26941

1.674,57

1.691,00

1564

1775

9

 

SG Burg/Spreewald

10:22

16

5

0

11

1.650,81

26413

1.677,43

1.630,11

1570

1798

10

 

TSV Niederschöna

6:26

16

3

0

13

1.650,00

26400

1.680,44

1.610,86

1484

1756

Bildtexte:            Darauf läuft es auch in der Saison 2019/20 hinaus, sofern die Saison zu Ende gespielt wird: „Meister, wie stets in den Vorjahren: Der SV Leuthen/Klein Oßnig

                               Martin Maltzahn – der punktbeste Spieler der Saison

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