Landkreis Inzidenz
Oberspreewald-Lausitz Donnerstag, 15 April 2021 von Redaktion / Presseinfo

Oberspreewald-Lausitz-Landrat: "Wir sind weit entfernt von einer Normalität"

Oberspreewald-Lausitz-Landrat: "Wir sind weit entfernt von einer Normalität"

Mit dem Worten "wir sind weit entfernt von einer Normalität" macht Oberspreewald-Lausitz-Landrat Siegurd Heinze auf die zugespitzte Lage im Klinikum Niederlausitz aufmerksam (wie berichtet). Derzeit behandelt das Krankenhaus insgesamt 19 Corona-Erkrankte stationär. Die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis liegt leicht unter 200. Dennoch zählt Oberspreewald-Lausitz weiterhin zu den Landkreisen mit dem stärksten Infektionsgeschehen. Jeweils drei Kitas, Pflegeeinrichtungen und Schulen sind aktuell von Corona-Fällen betroffen. 

Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz teilte dazu mt: 

Die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner im Landkreis OSL beträgt aktuell 197,5. Letztmalig konnte am 19. Februar 2021 ein Wert von unter 100 verzeichnet werden (95,1). Damit gilt auch weiterhin die sogenannte „Notbremse“, die das Land Brandenburg in seiner aktuellen Fassung der 7. Eindämmungsverordnung vorsieht. Bei Überschreiten der 200 gibt diese nach Bekanntgabe durch die Behörde zusätzlich ein Versammlungsverbot vor.

Auch in dieser Kalenderwoche zählt OSL zu den stärksten vom Infektionsgeschehen betroffenen Landkreisen bzw. kreisfreien Städten im Land Brandenburg. Der landesweite Durchschnitt der 7-Tage-Inzidenz liegt bei 155,3. Am stärksten betroffen ist derzeit der Landkreis Spree-Neiße (282,3). Die verhältnismäßig geringsten Neuinfektionen und gleichzeitig den landesweit einzigen zweistelligen Wert verzeichnet die Landeshauptstadt Potsdam (88,7).

Kumuliert liegt der Wert der seit Ausbruch des Virus im März 2020 registrierten Fälle im Landkreis OSL bei 6.620. Als genesen gelten 6.026 Personen. 259 Personen sind an oder mit Covid-19 verstorben.

Derzeit befinden sich 772 Personen in amtlich verordneter häuslicher Quarantäne. Im Klinikum Niederlausitz werden 19 Covid-Patienten stationär behandelt.

Jeweils drei Kindertagesstätten, Pflegeeinrichtungen und Schulen sind aktuell von einzelnen oder mehreren Corona-Fällen betroffen.

Landrat zur Meldung des Klinikums Niederlausitz

Das Klinikum Niederlausitz weist in seiner aktuellen Pressemitteilung „Corona-Lage im Klinikum Niederlausitz spitzt sich zu“ vom 14. April 2021 auf die prekären Auswirkungen des anhaltend hohen Infektionsgeschehens im Landkreis auf die medizinische Versorgung hin.

Landrat Siegurd Heinze: „Einen jeden, der sich einredet, die Situation sei nicht angespannt, bitte ich, diese Meldung des Klinikums zu lesen. Sie macht deutlich: Wir sind weit entfernt von einer Normalität. Mein Dank gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Klinikum und im Gesundheitsdienst, die sich seit Monaten aufopferungsvoll und unter höchstem psychischen und organisatorischen Druck für ihre Mitmenschen einsetzen.“

Mit Blick auf das Impfmanagement von Bund und Land äußert sich Landrat Heinze wie folgt: „Die Situation ist und bleibt höchst unbefriedigend. Die immer neuen Entwicklungen und Unsicherheiten sind den Bürgerinnen und Bürgern nicht mehr vermittelbar. Wir benötigen endlich ein verlässliches, mit ausreichend Impfstoffen untersetztes und in der Fläche für alle verfügbares Impfmanagement. Nur im Zusammenspiel mit den geltenden Regelungen und einem funktionierenden Impfsystem können wir Erfolge erzielen. Es darf nicht weiterhin nur über den Impfstoffmangel debattiert, es muss endlich gehandelt werden. Deutschland krempelt die Ärmel hoch – bitte zuerst für eine gesicherte Impfstoffbeschaffung.“ 

Erweiterung kommunaler Impfangebote durch Impfbus

Ab dem 19. April wird in OSL ein Impfbus in Betrieb gehen, der in den nächsten Wochen alle elf Kommunen im Landkreis für jeweils zwei Tage aufsucht. Impfberechtigte Menschen erhalten dadurch die Gelegenheit, sich direkt in ihrem Heimatort impfen zu lassen. Die Vergabe der Termine erfolgt telefonisch über die jeweilige Heimatkommune. Diese stellen auf ihren Internetseiten nähere Informationen bereit.

Der Impfbus wird durch den Landkreis betrieben. Die Einsatzkräfte stellt der DRK Kreisverband Lausitz e.V. Der Kreisverwaltung ist es gelungen, sechs Ärztinnen bzw. Ärzte über Honorarverträge für diese Tätigkeit zu gewinnen.

Der Einsatz des Impfbusses stellt eine Ergänzung zu den bestehenden Impfangeboten im Landkreis dar und soll das Impfangebot weiter in die Fläche tragen. Zur Verfügung steht aktuell der Impfstoff AstraZeneca.

Weitere Informationen: www.osl-online.de/corona

Anpassung Eindämmungsverordnung: Testpflicht in Schule und für Kitapersonal; Verlängerung Quarantäne-Verordnung

Eine Änderung der Eindämmungsverordnung seitens des Landes Brandenburg gibt nunmehr die bereits bekanntgegebene Testpflicht für Schülerinnen und Schüler sowie Personal in den Schulen ab dem 19. April vor. Neu hinzu kommt eine Testpflicht für die Beschäftigten der Kindertagesstätten und Kindertagespflegestellen. Weitere Informationen zu den Anpassungen in der Eindämmungsverordnung stellt das MBJS in seiner heutigen Pressemitteilung „Änderung der Eindämmungsverordnung bringt Testpflicht in Schule und Kita“ bereit.  

Neben den beschlossenen Änderungen der geltenden Siebten SARS-CoV-2-Eindämmungsverordnung wurde seitens des Landes auch die SARS-CoV-2-Quarantäneverordnung ohne inhaltliche Änderungen um zwei Wochen bis zum Ablauf des 30. April 2021 verlängert.

Bürgerhotline beantwortet weiter Fragen

Der Landkreis bietet unter der Telefonnummer 0800 870 1100 auch weiterhin an sieben Tagen die Woche die Möglichkeit, sich mit Fragen rund um das neuartige Coronavirus an die Verwaltung zu wenden. Allein von Januar bis Mitte April 2021 bearbeiteten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über 3.000 eingehende Anrufe. Erreichbar ist die Corona-Hotline von Montag bis Freitag von 8-16 und Sa/So von 10 bis 14 Uhr. 

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Red. / Presseinfo 

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