Landkreis
Oberspreewald-Lausitz Donnerstag, 09 August 2012 von Helmut Fleischhauer

Minister Vogelsänger in der Lausitz: Neue Ideen für alte Gebäude

Brandenburgs Agrarminister Jörg Vogelsänger hat sich gestern im Rahmen einer Pressefahrt im Landkreis Oberspreewald-Lausitz über Projekte informiert, die vom Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) gefördert wurden. In Klettwitz und Altdöbern besuchte Vogelsänger insgesamt vier Vorhaben, deren zeitgemäße Nachnutzungskonzepte historische Bausubstanz erhalten und in dem ländlich geprägten Landkreis sichere Arbeitsplätze geschaffen haben.
Vogelsänger: „Zwei Drittel der Brandenburgerinnen und Brandenburger leben in ländlichen Räumen. Insbesondere in den Berlin-ferneren Regionen gilt es, Einkommensmöglichkeiten und attraktive Angebote für das soziale und kulturelle Leben zu schaffen. Auch die Lausitz befindet sich in einem Umbruch. Mit der entstehenden einzigartigen Seenlandschaft erhält die Region in vielerlei Hinsicht ein neues Gesicht und bietet Entwicklungschancen. Die Menschen vor Ort kennen die Potenziale ihrer Region und ihre Bedürfnisse am besten. Ich freue mich daher, auf der heutigen Pressefahrt engagierte Lausitzer vorstellen zu können, die die Neuausrichtung der Region als Herausforderung und Chance wahrgenommen und mit ihren engagierten Ideen Historisches bewahrt beziehungsweise zu neuem Leben erweckt haben.“
Die Umsetzung der vorgestellten Projekte wurde mit ELER-Mitteln unterstützt.
In den vergangenen zwei Jahrzehnten wurden über das Landwirtschaftsministerium mehr als 1,5 Milliarden Euro Fördermittel im Rahmen der ländlichen Entwicklung im Land Brandenburg zur Verfügung gestellt.
FamilienCampus Lausitz
In Klettwitz besucht Vogelsänger zunächst drei Projekte auf dem FamilienCampus Lausitz. Nach der Schließung des ehemaligen Bergmannskrankenhauses stand auch hier die Frage der möglichen Nachnutzung des historischen und unter Denkmalschutz stehenden Areals. Mit der innovativen Nachnutzungsidee des FamilienCampus Lausitz bietet der Standort heute Ausbildungs- und Qualifizierungsangebote für die Gesundheitsbranche und beherbergt und vernetzt eine Vielzahl anderer Dienstleister.
1. Therapie und Erlebnispark
Mit hoch- und Niedrigseilelementen Vertrauen und Kommunikationsfähigkeit stärken, Ängste überwinden und bisher ungeahnte Fähigkeiten entdecken, sind nur einige der Möglichkeiten, die der im Juni 2010 eröffneten Park für seine Besucher bereithält.
(Gesamtkosten: 83.607 Euro / Zuwendung: 62.705 Euro)
2.) Errichtung eines Internats für die CamusSchule Lausitz
Die Teilnehmerzahlen der CampusSchule Lausitz haben sich in den vergangenen Jahren auf 180 Auszubildende nahezu verdreifacht und werden perspektivisch weiter steigen. Um den Unterbringungsbedarf von Auszubildenden aus weiter entfernt liegenden Regionen decken zu können, wird ein Dachboden zu einem modernen Internat umgebaut.
(Gesamtkosten: 966.084,00 Euro / Zuwendung: 724.563,00 Euro)
3.) Umnutzung eines leerstehenden Gebäudes zur Versorgungseinrichtung
Eine Versorgungsmöglichkeit vor Ort zu schaffen, ist ein weiterer wichtiger Baustein im Entwicklungskonzept des FamilienCampus. Hierfür wird derzeit ein ehemaliges Heizhaus aufwendig umgebaut, um voraussichtlich ab 2013 das Versorgungsangebot auf dem FamilienCampus zu verbessern.
(Gesamtkosten: 919.170 Euro / Zuwendung: 689.377 Euro)
Schloss Altdöbern
Letzte Station des Tages ist Altdöbern, wo ein Schlossensemble zu einem der bedeutendsten Kulturdenkmäler im südlichen Brandenburg zählt. Das Schloss selbst wurde zur Vermeidung von Grundwasserwiederanstieg bereits mit hochinnovativen, baulichen Maß-nahmen aufwendig gesichert und restauriert.
Mit der Sanierung der Orangerie konnte auch dieses Kleinod für eine neue Nutzung erschlossen werden. Das gläserne Dach der Orangerie bietet nun einen attraktiven Rah-men für ein Verkaufsgewächshaus. Der angrenzende ehemalige Heizraum schafft Platz für einen regionalen Hofladen. In dem ebenfalls zugehörigen Café können Besucher ihre Eindrücke bei Kaffee und hausgebackenem Kuchen verarbeiten.
4.) Sanierung und Umfeldgestaltung der Orangerie
(Gesamtkosten: 1.140.520 Euro / Zuwendung: 671.888 Euro)
Ausstattung von Café, Hofladen und Verkaufsgewächshaus
(Gesamtkosten: 19.555 Euro / Zuwendung: 8.800 Euro)
Quelle: Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft

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