Niederlausitz Donnerstag, 27 Februar 2020 von Redaktion

Südbrandenburgs Unternehmen spüren Folgen des Coronavirus

Südbrandenburgs Unternehmen spüren Folgen des Coronavirus

Welchen Einfluss die Corona-Epidemie auf die Geschäfte Südbrandenburger Unternehmen mit Beziehungen nach China hat, war Thema einer Blitzumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus vom 12. bis 24. Februar. Geantwortet haben 75 Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe, Handel und Dienstleistungsbereich. Nahezu die Hälfte der Unternehmen importiert Waren aus China. Ein Viertel ist im Exportgeschäft mit dem Land tätig.

60 Prozent der Unternehmen, die aus China importieren, verzeichneten noch keine großen Probleme in der Liefer- und Produktionskette. „Doch zum Umfragezeitpunkt waren viele Container auch noch auf dem Seeweg und Lager und Fulfillment Center gut gefüllt. Probleme werden eher zeitversetzt in 6-12 Wochen erwartet. Da sich die Situation täglich ändert, immer mehr Länder und weltweite Lieferketten betroffen sind, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch niemand genau sagen, welche wirtschaftlichen Auswirkungen das mit sich bringt“, ordnet Silke Schwabe, IHK-Kompetenzfeldmanagerin „Unternehmen begleiten“, das Ergebnis ein. Knapp ein Fünftel verzeichne hingegen bereits größere Probleme. „Diese Unternehmen erwarten länger anhaltende Lieferengpässe, die auch ihren Geschäftsbetrieb und die Produktion in Südbrandenburg gefährden. Sie erarbeiten Notfallszenarien.“

Beim Exportgeschäft sind die Einschätzungen zweigeteilt: Während mehr als die Hälfte der Unternehmen noch weitgehend optimistisch waren, befürchteten 30 Prozent der Betriebe eine Ausweitung der Problemlage. 13 Prozent erwarten Umsatzeinbußen.

Die Hälfte der befragten Unternehmen nimmt Abstand von Geschäftsreisen, um Mitarbeiter zu schützen.

„Ende März beteiligen sich Südbrandenburger Betriebe an einer Unternehmerreise nach Kasachstan und im April sind zahlreiche Unternehmen auf den drei Gemeinschaftsständen der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg auf der Hannover Messe angemeldet sowie Anfang April auf der internationalen Luftfahrtmesse AERO in Friedrichshafen. Wir hoffen sehr, dass wir unsere Aktivitäten durchführen können“, sagt Silke Schabe.

pm/red

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