Vortrag von Pay Matthis Karstens
Termin:
Donnerstag, 9. Oktober 2014, 19.00 Uhr, dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus
Eintritt: 5,00 Euro
Noch bis 23.11.2014 widmet sich die Ausstellung „Im Hinterhof, im Vorderhaus“ im dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus dem Grafiker, Maler und Fotografen Heinrich Zille.
So bekannt die Motive des beliebten Berliner Zeichners Heinrich Zille (1858-1929) sind, so unbekannt war bislang das Kapitel seiner Wirkungsgeschichte im ‚Dritten Reich‘. Dabei gibt dieses eindrucksvoll Aufschluss darüber, wie eng Zensur und Willkür in der NS-Diktatur miteinander verbunden waren:
In den ersten Jahren als „Verherrlicher des Häßlichen und Gemeinen“
diffamiert, wurde Heinrich Zille ab 1936/37 gar zu einem antisemitischen „Vorarbeiter“ des Nationalsozialismus verfälscht und instrumentalisiert. Seine Bilder und Bücher wurden entsprechend umgedeutet. Wie kam es nach den anfänglichen Zensurmaßnahmen zu dieser Indienstnahme?
Anhand von neuem Archivmaterial hat der Kunsthistoriker Pay Matthis Karstens die Hintergründe und Widersprüche des Rezeptionswandels untersucht. Schlaglichtartig wird sein Vortrag den wechselhaften Umgang der Nationalsozialisten mit den Bildern, Büchern und Denkmälern des Berliner Zeichners beleuchten.

Heinrich Zille: Der Kaviar soll nu ooch teirer wer’n!
Bleistift, Wasserfarben, Kohle, 25 x 32 cm, Unternehmensarchiv Axel Springer SE, Foto: Alexander Janetzko
Quelle: dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus






