Die Stadt Cottbus weist auf bestehende Hilfsangebote für wohnungslose und obdachlose Menschen in der kalten Jahreszeit hin. Dazu zählen unter anderem Angebote der Stadtmission mit Mahlzeiten, Aufenthaltsmöglichkeiten und Beratungsleistungen sowie die Notschlafstelle des Deutschen Roten Kreuzes. Nach Angaben der Stadt sind diese Angebote Teil einer abgestimmten Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, sozialen Einrichtungen und Hilfsorganisationen. In den vergangenen Wintern gab es in Cottbus keine Kältetoten. Mehr dazu im Video ->> Hier klicken
Enges Netzwerk zur Vermeidung von Kältetoten
Nach Angaben der Stadt Cottbus erfolgt zur Vermeidung von Kältetoten ein regelmäßiger Austausch zwischen dem Fachbereich Ordnung und Sicherheit im Außendienst sowie den Fachbereichen Soziales und Gesundheit. Ergänzt wird diese Zusammenarbeit durch geförderte Streetwork-Angebote des Diakonischen Werkes Niederlausitz. Sobald Menschen bekannt werden, die ohne Obdach sind, werden diese gezielt aufgesucht. Dabei unterbreiten die Mitarbeitenden Unterkunftsangebote, verteilen Schlafsäcke und Kleidung und prüfen, ob Leistungen zum Lebensunterhalt oder weitere Hilfen erforderlich sind. Die Stadt betont, dass Hilfsangebote an mehreren Anlaufstellen zugänglich sind, um möglichst schnell reagieren zu können.
Ganzjährige Angebote der Stadtmission
Ein zentraler Baustein der Hilfe ist das Straßenkaffee der Stadtmission. Dort stehen wohnungslosen Menschen ganzjährig verschiedene Angebote zur Verfügung, darunter eine Wärmestube, kalte und warme Mahlzeiten, eine Kleiderkammer sowie Dusch- und Waschmöglichkeiten. Ergänzt wird dies durch Beratungs- und Unterstützungsangebote sowie Streetwork. Das Straßenkaffee befindet sich in der Wilhelm-Külz-Straße 10 a in Cottbus und wird ebenfalls vom Diakonischen Werk Niederlausitz getragen. Die Einrichtung ist wochentags von 7:30 bis 17:00 Uhr geöffnet sowie an Wochenenden und Feiertagen in den Wintermonaten von November bis März ebenfalls von 7:30 bis 17:00 Uhr.
Fachstelle Wohnhilfen als zentrale Koordinierung
Bereits im Februar 1997 richtete die Stadt Cottbus/Chóśebuz eine Fachstelle zur Vermeidung und Behebung von Obdachlosigkeit ein. Diese ist dem Fachbereich Soziales zugeordnet und fungiert als zentrale Koordinierungs- und Steuerungsstelle für Wohnungsnotfälle. Durch die Bündelung sozialer, wohnungsbezogener und ordnungsbehördlicher Zuständigkeiten sollen Doppelarbeiten vermieden und schnelle Hilfe ermöglicht werden. Zu den Aufgaben zählen unter anderem Beratung und Unterstützung, Schuldenübernahmen nach den Sozialgesetzbüchern II und XII, ordnungsrechtliche Unterbringung sowie die Fachaufsicht über Unterkünfte für Wohnungslose. Nach Angaben der Stadt sind seit Gründung der Fachstelle Räumungsklagen und Zwangsräumungen rückläufig. Durch die Nachbegleitung betroffener Personen und Familien soll zudem verhindert werden, dass es wiederholt zu Wohnungsnotfällen kommt.
Zahlen zur Wohnungslosigkeit in Cottbus
Dennoch gibt es in Cottbus/Chóśebuz mehrere hundert Menschen, die als wohnungslos gelten. Die Stadt führt den Anstieg insbesondere auf die Zunahme wohnungsloser Geflüchteter zurück. In der Bundesstatistik zur Wohnungslosenberichterstattung meldete die Stadt zum Stichtag 31. Januar 2025 insgesamt 323 institutionell untergebrachte wohnungslose Personen. Als wohnungslos gelten Menschen ohne gesichertes Mietverhältnis, darunter auch Personen, die vorübergehend bei Angehörigen oder Bekannten unterkommen. Viele der statistisch erfassten Personen leben nach Angaben der Stadt in regulärem Wohnraum, allerdings mit öffentlich-rechtlicher Zuweisung.
Notschlafstelle mit begrenzter Kapazität
Für Menschen ohne Obdach steht in Cottbus die Notschlafstelle „Obdachlosenhaus“ am Ostrower Damm zur Verfügung. Träger ist der Deutsches Rotes Kreuz – Kreisverband Cottbus-Spree-Neiße-West e. V. Die Einrichtung bietet derzeit zwölf Schlafplätze, davon neun für Männer und drei für Frauen. In der ersten Woche des Jahres 2026 nutzten laut Stadt bis zu fünf Männer die Notschlafstelle. Weitere sieben Personen wurden in Notfallzimmern außerhalb der Übernachtungsstelle untergebracht. Die Stadt weist darauf hin, dass alle öffentlich-rechtlichen Unterkünfte grundlegende bau-, brandschutz- und hygienerechtliche Standards erfüllen.
Stadt ruft Bürger zur Mithilfe auf
Um auch künftig Kältetote zu vermeiden, appelliert die Stadt Cottbus/Chóśebuz an die Bevölkerung, auffällig hilflose oder im Freien schlafende Personen dem Fachbereich Soziales oder der Polizei zu melden. Aus Datenschutzgründen können zu einzelnen Fällen jedoch keine Auskünfte erteilt werden. Die Stadt macht zudem deutlich, dass öffentlich-rechtliche Unterbringung keine Zwangsmaßnahme darstellt. Die Inanspruchnahme von Unterkünften und Hilfsangeboten erfolgt freiwillig und ist rechtlich nur bei Selbst- oder Fremdgefährdung anders geregelt.
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Red. / Presseinformation






