Gestern Abend um 20 Uhr öffneten sich die Türen des ältesten Kinozweckbaus in Berlin und Brandenburg nach langer Umbauzeit wieder. Zeitgleich verschwanden hinten quasi die letzten Bauarbeiter aus dem Saal, wie der neue Theaterleiter Denny Berthold später verriet. Daran merkte man, wie intensiv auf diesen Moment hingearbeitet wurde.
Das Kino spiegelt den Schritt zwischen Klassik und Moderne wieder. Von außen strahlt das alte Weltspiegellogo nach aufwendiger Restauration wieder an der Stirnseite, sobald man das Foyer betritt, steht man in einer modernen Welt. Indirekte Licht- und Lüftungsquellen und neue Serviceeinrichtungen gepaart mit modernster Kinotechnik. Dazu der große Saal, bei dem die Decke genauso wiederhergestellt wurde, wie sie 1911 zur Eröffnung aussah. Die Bestuhlung wurde erneuert und der Boden des Saals besteht aus einem fahrbaren Podest, sodass auch Tanzveranstaltungen, Galaabende und andere Veranstaltungen möglich werden. Beim Gang durch das Gebäude findet man allerlei Finessen der Bauleute. Gabi Grube vom Stadtmarketing , die fröhlich locker durch den Abend geleitete, sprach die Feuerlöschernischen an, beim Gang auf die Toilette sollte man sich aber auch mal die Decke betrachten.
Besitzer Ralf Zarnoch hatte sich mit dem Kauf des Kinos zum Ziel gesetzt ein Stück Jugenderinnerung wiederzubeleben und für die Cottbuser zu erhalten. Was er an diesem Abend übergeben bekam, ist ein neues Aushängeschild für die Region und bereichert die Stadtsilhouette weiter.
Damit ist die Entwicklung aber noch nicht zu Ende. Bis zum Oktober diesen Jahres sollen zwei weitere Säle mit je 80 Plätzen und eine Dachterasse mit Lounge dazukommen. Der Anbau befindet sich im Rohbau, es ist also noch eine Menge zu tun. Der Ansporn ist groß, denn am 04.10.2011 wird der Weltspiegel 100 Jahre alt und zu diesem Ereignis soll alles fertig sein. Auch das Cottbuser Filmfestival, das vom 01.11. bis 06.11. stattfindet hat eine Spielstätte zurück, die der Veranstaltung gerecht wird.
Zur Eröffnung hatte der Weltspiegel gleich einen Hochkaräter im Angebot. Wim Wenders und sein mit dem deutschen Filmpreis ausgezeichneter Dokumentarfilm „Pina“ wurde in 3D den Gästen vorgeführt, die sich somit gleich von der Bild- und Tonqualität des Weltspiegels überzeugen konnten. Ab dem 02.06. wird der Film im regulären Programm des Weltspiegels laufen.
Siehe auch
Gespräch mit Pina Regisseur Wim Wenders
Filmprogramm des Cottbuser Weltspiegel ab dem 02.06.2011
Text: Benjamin Andriske
Fotos: Holger Bergmann







