Die kommende Kommunalwahl im Mai 2014 wirft ihre Schatten voraus. Während einige Kommunalpolitiker anfangen Süßholz zu raspeln, fanden sich in Müncheberg unzufriedene Bürger zusammen und suchten nach Alternativen.
In der Stadt, die im Laufe der Jahre im Angesicht weggezogener Gewerbetreibender und einfallsloser „Stadtväter“ immer lebloser wirkt, regte sich seit 2012 der Widerstand gegen die geplante Erweiterung einer Schweinemastanlage. Ortsansässige mehrer Ortsteile versuchten mit Argumenten bewaffnet, die Auseinandersetzung mit den Stadtvertretern und erlebten dabei, wie mit den Bürgern in der Stadt eben umgegangen wird. Auf Interesse bei den Volksvertretern stießen sie eigentlich nie, auf Hohn und Spott wiederholt. Während sie sich die Plattheiten und Attitüden derer anhören mussten, die sich für ihre Probleme eigentlich nicht interessieren, wurde ihnen sogar eine bezahlte Anzeige in den stadteigenen Müncheberger Nachrichten verweigert. Dabei wollten sie doch nur die Bürger zum geplanten Bau der Schweinemastanlage informieren. Erst eine Unterschriftensammlung vieler konnte erreichen, dass in der Stadtpfarrkirche Müncheberg eine Bürgerversammlung durchgeführt werden durfte. Nach 1 1/2 Jahren möchte die Bürgerinitiative die Veranstaltung jetzt wiederholen, damit die Bürger Münchebergs über den neuesten Stand informiert werden können. Die Bürgermeisterin verweigerte ihnen vor einigen Tagen ihr Ansinnen – ohne Begründung. Schließlich ist die Stadt an der Betreibergesellschaft der Stadtpfarrkirche beteiligt.
Wie schrieb doch Thomas Münzer in seiner hochverursachten Schutzrede wider das geistlose, sanft lebende Fleisch? „Die Herren machen das selber, daß ihnen der arme Mann feind wird. Die Ursache des Aufruhrs wollen sie nicht wegtun. … So ich das sage, muß ich aufrührisch sein !“
Wie den Stadtgesprächen zu entnehmen ist, erleben die Bürger ihre Stadt wie eine vertrocknete Blume. Noch vor wenigen Jahren gab es in der Innenstadt viele kleine Geschäfte und ein gewisses kulturelles und gastronomisches Leben. Leider wurde vielen Gewerbetreibenden ihre Existenz mittels Bau- und Ordnungsrecht schwer gemacht. Gaststätten erhielten keine Betriebserlaubnis, weil es angeblich schon genügend gäbe. Einzelnen Bauherren wurden Genehmigungen verweigert, die aber in der gleichen Sache anderen gegeben wurden. Großen Lebensmittelketten siedelten sich gleichzeitig an und ihnen wurde ohne Probleme oder Vorgaben die Baugenehmigung erteilt. Die kleinen Gewerbetreibenden konnten im Konkurrenzkampf nicht bestehen und wanderten ab. Die Innenstadt verödete immer weiter. Heute sind die meisten ehem. Geschäfte leer, solange nicht Bilder oder andere Gegenstände in sie gestellt werden, um es nicht gar so schrecklich erscheinen zu lassen. Durch Stadtverordnete und Verwaltung, die die Bürger eher als Störenfriede und nicht als Partner wahrnehmen, verbessern sich die Zustände nicht.
Die Bürger, die sich noch nicht ganz entmutigen ließen, beschlossen an den kommenden Kommunalwahlen teil zu nehmen. Durch 34 Bürger trat die Bürgervereinigung namens „Aktion Zukunft- global denken, kommunal handeln“ an die Öffentlichkeit. Sie wählten vier Vertreter, die sich auf einer Liste an den kommenden Wahlen beteiligen werden. Weitere Personen meldeten ihr Interesse an und können auf einer weiteren Versammlung nachgewählt werden.
Ihnen allen ist zu wünschen, dass sie nicht den Mut verlieren und in der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Müncheberg die Selbstgespräche der „Stadtväter“ durchbrechen können.




