Finsterwalde Freitag, 01 März 2019 von Redaktion

Lesung in Finsterwalde. Erika und Richard Arlt: Zwei Leben für die DDR

Lesung in Finsterwalde. Erika und Richard Arlt: Zwei Leben für die DDR

Erika Arlt hat mit Hilfe ihres Mannes über viele Jahrzehnte, vor wie nach dem Jahr 1990, die Erinnerung an den in Tröbitz gestrandeten „Verlorenen Zug“ wachgehalten. Vor allem ihrem Engagement ist es zu verdanken, dass der am Rande des Dorfes gelegene Friedhof in der heutigen Form entstehen konnte. Über lange Zeit recherchierte sie die Namen der damals Verschleppten, die den Transport überlebten oder in Tröbitz heute bestattet sind.

Der Bad Liebenwerdaer Unternehmer Rainer Bauer hat sie in den letzten Jahren vor ihrem Tod bei dieser Lebensaufgabe unterstützt. Im vergangenen Jahr erschien nun seine Doppelbiografie der Familie Arlt, in der er zwei Leben in der DDR und ihr Engagement nachzeichnet. Am 7. März um 18.00 Uhr stellt Bauer sein Buch „Erika und Richard Arlt: Zwei Leben für die DDR“ im Sänger- und Kaufmannsmuseum Finsterwalde vor. Eintritt 4,00 Euro, ermäßigt 2,00 Euro. Um Voranmeldung unter Tel. 03531 30783 oder kreismuseumfinsterwalde@lkee.de wird gebeten.

Erika (1926–2015) und Richard Arlt (1911–1999) machten ein Verbrechen der Nazis publik und sorgten dafür, dass dessen jüdische Opfer nicht vergessen wurden. Auf dem Weg vom Lager Bergen-Belsen nach Theresienstadt blieb 1945 in den letzten Kriegstagen ein Deportationszug mit über zweitausend Häftlingen nahe dem Dorf Tröbitz liegen. Die Dorfbewohner bestatteten die Toten, pflegten die Kranken und versorgten die Notleidenden. Jahre später veranlasste der Tröbitzer Werksleiter Richard Arlt, einst selbst als Widerstandskämpfer inhaftiert, dass eine Gedenkstätte errichtet wurde. Seine Frau erforschte das Schicksal der Opfer. Rainer Bauer zeichnet mit ihren Selbstzeugnissen das Leben von zwei aktiven Antifaschisten nach.

 

Foto: Pressestelle Kreisverwaltung/ Holger Fränkel

pm/red

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