Elbe Elster Freitag, 05 Juli 2019 von Redaktion

Fischsterben in der Schwarzen Elster

Fischsterben in der Schwarzen Elster

Seit Anfang dieser Woche ist an der Schwarzen Elster ein Fischsterben zu beobachten. Messungen der Unteren Fischereibehörde im Landkreis Elbe-Elster ergaben, dass der pH-Wert im Wasser bei 4,5 liegt. Laut Landesanglerverband Brandenburg e.V. ist so ein Leben unter der Wasseroberfläche nicht mehr möglich. Das Fischsterben geht laut Verband auf Versäumnisse der Landesbehörden zurück, deren Folgen sich nun zeigen. Nach Auskunft der zuständigen Behörden des Landkreises Elbe-Elster deutet alles darauf hin, dass das Fischsterben durch die Einleitung sauren Grundwassers im Zuge der Baumaßnahme der EUGAL-Erdgastrasse versursacht wird.

Genehmigt im Rahmen eines Planstellungsverfahrens vom Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg, zeigt sich nun, wie verheerend sich Fehleinschätzungen für unsere heimischen Tierarten auswirken können. Auch FFH-relevante Fischarten wie Rapfen und Bitterling fallen nun dem giftigen Wasser zum Opfer.

Anglerverband Brandenburg: "Es muss gehandelt werden"

"Des Weiteren wurden leider für den Fall eines Niedrigwassers in der Schwarzen Elster von den zuständigen Behörden trotz vieler Hinweise lokaler Institutionen keine ausreichenden Vorkehrungen getroffen. Die Einleitungen des verunreinigten Grundwassers müssen dringend gestoppt werden bzw. eine Einleitung darf erst wieder erfolgen, wenn durch Maßnahmen sichergestellt ist, dass keine weitere Versauerung eintritt." schreibt der Landesanglerverband Brandenburg in einer Pressemeldung. Als Pächter der Fischereirechte kann der Verband nur daran appellieren, unverzüglich Maßnahmen in Gang zu setzen, um diese ökologische Katastrophe für das Gewässer zu beenden.

Heiko Göbel vom Angelverein schwarze Elster e.V. in Bad Liebenwerda war vor Ort und sagt: "Zwischen Plessa und Neumühl ist es am schlimmsten. Neben anderen Fischen sind auch viele Gründlinge und Bitterlinge sowie Moderlieschen, die geschützt sind, verendet. Ich habe heute mit dem Bergbau- und Umweltamt telefoniert, sie meinten der Zufluss des verunreinigten Wassers ist jetzt gestoppt. Aber nach Messungen ist der PH Wert immer noch im Keller. Das ist ein Verbrechen an der Natur, sowas darf einfach nicht passieren, die Elster wurde DDR Zeiten schon in Mitleidenschaft gezogen, jetzt hatte sie sich langsam erholt und nun sowas."

Laut aktuellen Informationen hat der Landesanglerverband Anzeige auf Schadenersatz gestellt. 

Foto: Reiner Horn

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