Elbe Elster Samstag, 24 November 2018 von Redaktion

Auerhuhnprojekt im Landkreis Elbe-Elster auf Erfolgskurs

Auerhuhnprojekt im Landkreis Elbe-Elster auf Erfolgskurs

Das Auerhuhn war einst der Charaktervogel der beerstrauchreichen Kiefernheiden und Traubeneichenwälder in der Lausitz. Das könnte in der Zukunft wieder so werden. Jedenfalls gibt der aktuelle Verlauf des Wiederansiedlungsprojektes in der Niederlausitz Anlass zu Optimismus. Dr. Alexander Zimmermann, Projektleiter Auerhuhn im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft, berichtete auf dem jüngsten Naturschutztag des Landkreises am 17. November über erfolgreiche Zwischenergebnisse.

So seien in den vergangenen Jahren über 300 Hähne und Hennen ausgewildert worden. Der überwiegende Teil dieser Tiere kam aus Schweden. „Es ist schon ein erhebender Moment, wenn sich die Vögel in die Lüfte erheben und im Kiefernwald den Schutz im satt grünen Teppich der Blaubeerensträucher suchen“, sagte Landrat Christian Heinrich-Jaschinski in seinem Grußwort. Dazu dürfen jährlich bis zu 60 Auerhühner in Schweden, wo es sie noch in großer Stückzahl gibt, gefangen werden. „Ich habe mir das selbst vor Ort angesehen und freue mich, dass der Einsatz von Lars Thielemann und seinem Team im Naturpark in Elbe-Elster inzwischen deutlich messbare Früchte trägt“, so der Landrat. Indizien dafür seien zum Beispiel die per Monitoring nachgewiesenen Balzplätze und die allein 2017 gesichteten über 200 Tiere, berichtete Dr. Alexander Zimmermann. „Das sind hoffnungsvolle Anzeichen, dass wir auf einem guten Weg sind. Um allerdings von einem dauerhaften Erfolg reden zu können, brauchen wir rund 300 Vögel, die nachweisbar an der Reproduktion der Auerhühner teilnehmen. Das wird voraussichtlich noch etwa zehn bis zwanzig Jahre brauchen“, schätzte er in seinem Vortrag ein.

Der regelmäßige Naturschutztag im November hat Tradition. Die Veranstaltung, die federführend von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises organisiert wird und in diesem Jahr zum zwölften Mal über die Bühne ging, hat sich zu einer Standortbestimmung in der Region entwickelt: Wo stehen wir, wie soll es weitergehen mit der Naturschutzarbeit? Für die Naturschutzfachleute aus Verbänden, Institutionen und Behörden sowie freie Akteure ist er darüber hinaus ein zwangloser Austausch über die unterschiedlichen Interessen, die zwischen Wirtschaft, Kreisentwicklung, infrastrukturellem Wachsen und dem Naturschutz bestehen. „Wir wollen mit der Veranstaltung Verständnis für die Behördenarbeit und getroffene Entscheidungen wecken und miteinander ins konstruktive Gespräch kommen“, sagte Dr. Thomas Spillmann-Freiwald, Sachgebietsleiter der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises, der den Naturschutztag auch diesmal moderierte und darüber hinaus jederzeit als Ansprechpartner in der Kreisverwaltung zur Verfügung steht. Rund 80 Interessierte nahmen das Angebot in diesem Jahr an und kamen nach Maasdorf ins Elster-Natoureum.

Der 12. Naturschutztag war auch als Dankeschön für die geleistete ehrenamtliche Arbeit gedacht, indem aufgezeigt wurde, dass sich dieses Engagement lohnt und nicht unbemerkt bleibt. Einen Blumendank nebst Präsent nahm zum Beispiel Timo Schneider entgegen, der als Ornithologe an Elbe und Kiesseen von Mühlberg das Brut- und Rastgeschehen der Vogelwelt erkundet. Dabei widmet er sich mit viel Zeit und Engagement in seiner Freizeit dem Schutz der Brutkolonien von Möwen und Seeschwalben. Ausgezeichnet wurde ebenfalls Thomas Jülke. Der Vorstandsvorsitzende der Agrargenossenschaft Sonnewalde ist seit über zehn Jahren Vorsitzender des Naturschutzbeirates im Landkreis. Er leitet ehrenamtlich die monatlichen Sitzungen und Exkursionen, in denen der Beirat die Naturschutzbehörde im regen fachlichen Austausch berät und bei Entscheidungsfindungen unterstützt und anregt. Geehrt wurden darüber hinaus Dr. Peter Kneis und Dr. Dietrich Hanspach, die mit ihren Beobachtungen in den Naturschutzgebieten „Gohrische Heide“ und „Lauschika“ Tiere und Pflanzen protokollieren und mit ihren Arten- und Gebietskenntnissen die untere Naturschutzbehörde bei wichtigen Entscheidungen unterstützen.

Im Landkreis Elbe-Elster wurden bisher über drei Dutzend ehrenamtliche Naturschützer zu Naturschutzhelfern bestellt. Sie unterstützen die untere Naturschutzbehörde genauso wie der Naturschutzbeirat. Neu dabei als Naturschutzhelfer sind ab sofort Nadine Schmuhl, Frank Schumann und Steffen Haupvogel, die in Maasdorf ihre Berufungsurkunden in Empfang nahmen.

Weiterer thematischer Schwerpunkt der Tagung war die Vorstellung der Arten und Lebensräume in der Bergbaufolgelandschaft durch Ingmar Landeck vom Forschungsinstitut für Bergbaufolgelandschaften Finsterwalde. Das dritte Hauptthema des Tages steuerte Naturschützer und Jäger Dr. Reinhard Möckel mit seinem Fachvortrag zur Frage „Marderhund, Waschbär, Mink – invasive Arten?“ bei. Darüber hinaus berichtete Dieter Lehmann von aktuellen Projekten des Falkenberger Naturschutzvereins „Elsteraue“.

 

Foto: Pressestelle Kreisverwaltung

pm/red

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